Lewis Hamilton bezeichnete unlängst die Formel-1-Saison 2025 als die "schlechteste Saison" in seiner bereits beinahe 20 Jahre andauernden Karriere. In seinem ersten Jahr bei Ferrari schlitterte der Rekordweltmeister von einer Pleite in die nächste und wurde vor allem in den letzten Wochen auch nicht müde zu betonen, dass er ein Ende der Saison herbeisehnt.
Auch wenn bereits seine letzten Jahre bei Mercedes alles andere als nach Plan gelaufen waren, griff er selten so tief ins Schreckensvokabular als bei der Beschreibung seines "Ferrari-Albtraums." Dennoch will Hamilton mit einem Punkt aufräumen: Ein Fehler sei der Wechsel nach Maranello nicht gewesen und der Brite würde alles nochmal genauso machen, auch im Wissen, wie sein erstes Jahr bei den Italienern verlaufen ist.
Lewis Hamilton: Ich bereue diese Entscheidung nicht
Das behauptete er in der Pressekonferenz vor dem Katar-GP. "Ich bereue die Entscheidung nicht, zu diesem Team zu gehen", stellte Hamilton klar. "Ich weiß, dass es Zeit benötigt, innerhalb einer Organisation zu wachsen und das erwartete ich", führte er aus. Ob er sich sein erstes Ferrari-Jahr aber so schlimm vorgestellt hätte, lässt sich nur mutmaßen. Beziehungsweise anhand seiner dystopischen Feststellungen der jüngsten Zeit eher bezweifeln.
Denn auch vor dem Katar-GP wirkte Hamilton allgemein nicht sonderlich redselig. Auf die Frage, wie er auf seine erste Ferrari-Saison zurückblickt, sagte er deutlich: "Ich tue es nicht. Ich blicke nach vorne." Ganz so düster wie noch nach dem letzten Formel-1-Rennen in Las Vegas bebilderte er seine Lage aber nicht mehr: "Es gibt nicht viel dazu zu sagen. Die Resultate haben gezeigt, dass wir einiges an Positivem mitnehmen können und nach vorne blicken." Das klang vor wenigen Tagen in Vegas noch anders, als er meinte: "Ich hatte 22 schlechte Wochenenden und erwarte noch zwei weitere."
Im teaminternen Duell musste er sich sowohl auf eine Runde als auch im Punktekampf der Fahrer-WM 2025 weit hinter Charles Leclerc anstellen. Nur fünfmal besiegte er den Monegassen im Qualifying und punktemäßig stellt er sich mit 152 zu 226 Punkten auch klar dahinter an. Sorgen mache er sich angesichts dieser deutlichen Niederlage keine, wie der 105-fache Grand-Prix-Sieger behauptet.
"Ich bin darüber nicht besorgt. Denn natürlich fokussiere ich mich auf meine Garagenseite", so Hamilton. "Charles hat einen großartigen Job gemacht. Er war sieben Jahre hier. Er hat ein Team um sich herum, mit dem er seit vielen Jahren gearbeitet hat. Es ist eine gut geölte Maschine. Auf meiner Seite ist es eine neue Gruppe an Leuten. Ein neues Umfeld, mit dem ich mich erst einarbeiten muss."
Einen kleinen Lichtblick in seiner ansonsten eher tristen Saison bildet aber die Anhängerschaft der Scuderia. Denn die Ferrari-Anhänger scheinen noch immer größtenteils hinter dem Neuzugang von der Insel zu stehen und ihre Unterstützung verschafft Hamilton nach wie vor etwas Trost. "Die Leidenschaft ist das besondere an dieser Marke und den Menschen, die für sie arbeiten. Und dann die Tifosi, die um die Welt reisen, die unglaubliche Unterstützung, die wir bekommen", staunt Hamilton auch noch gegen Ende der Saison.



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