McLaren schlägt nach der Doppel-Disqualifikation von Las Vegas in Katar zurück. Die Bestzeit beim ersten und einzigen Formel-1-Training auf dem 5,419 Kilometer langen Lusail International Circuit ging an Oscar Piastri. Mit 1:20,924 Minuten ließ er Teamkollege Lando Norris knapp hinter sich. Titelrivale Max Verstappen kam mit mehreren technischen Problemen nur auf Rang sechs.

Nachdem die McLaren-Piloten auf den harten Reifen zu Beginn der Session zu kämpfen hatten und Norris von seinem Ingenieur wissen wollte, wo er 1,6 Sekunden finden solle, zeigten die Papaya-Renner bei der Zeitenjagd auf den weichen Reifen eine überlegene Vorstellung.

Das Ergebnis: 0,058 Sekunden trennten die beiden McLaren-Piloten. Im ersten Versuch auf den Soft-Reifen war Oscar Piastri noch deutlich langsamer als Lando Norris, im zweiten Versuch schlug der Australier zurück. Norris allerdings machte auf seinem finalen Versuch einen gröberen Fehler in der Zielkurve.

Überraschend stark zeigte sich Fernando Alonso auf Rang drei. Dem Aston-Martin-Piloten fehlten aber schon knapp vier Zehntelsekunden. Ebenfalls überraschend gut unterwegs: Carlos Sainz auf Rang vier. Dabei antizipierte Williams aufgrund der Streckencharakteristik ein schwieriges Wochenende. Auf Rang fünf landete Isack Hadjar noch vor Max Verstappen. Dem Weltmeister fehlten fast sechs Zehntelsekunden auf die Spitze.

Dahinter sortierte sich Alexander Albon im zweiten Williams vor Charles Leclerc im Ferrari ein. Lance Stroll und Kimi Antonelli komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg wurde Elfter vor Lewis Hamilton. George Russell, der auf den harten Reifen noch Bestzeit fuhr, landete wegen Verkehr auf seiner schnellen Runde nur auf Platz 14.

Die Technik: Max Verstappen berichtete nach einer Viertelstunde Probleme aus dem Cockpit. "Die Lenkung fühlt sich plötzlich komisch an, ich weiß nicht, was es ist", funkte er nach einem kleinen Ausrutscher neben die Strecke.

Während die Lenkung dem Weltmeister bald keine Probleme mehr zu bereiten schien, beschwerte er sich einmal mehr über harsche Gangwechsel und anschließend über mangelnde Dämpfung an seinem RB21. Am Ende des langen Stints auf den harten Reifen bekamen auch die Honda-Ingenieure Kritik: Verstappen bemängelte fehlende Elektro-Power beim Herausbeschleunigen aus Kurve 6.

Verstappen war nicht der einzige Pilot, der sich über die Lenkung beschwerte. "Ich fühle mit dieser Servolenkung überhaupt nichts", klagte Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Bei ihm lösten sich die Probleme nicht in Luft auf. "Ich kann nichts fühlen, ich weiß noch nicht einmal, wie die Balance ist", funkte er später.

Die Zwischenfälle: Die Piloten mussten die einzige Trainingssession nutzen, um das Limit zu finden. Das sah man an zahlreichen kleineren Ausrutschern. Meist sorgte plötzliches Übersteuern für Probleme. Zu Drehern kam es nicht, alle Fahrer konnten ihre Boliden in den weitläufigen Auslaufzonen noch einfangen.

F1 Las Vegas: McLaren erklärt DSQ - Norris: War kein Schock (09:53 Min.)

Für eine kuriose Szene sorgte Richard Wood. Der Renningenieur von Yuki Tsunoda warnte seinen Piloten vor Valtteri Bottas, der offenbar hinter ihm auf eine schnelle Runde gehen wollte. "Ich wusste nicht, dass Bottas fährt", antwortete Tsunoda aus dem Cockpit. Bottas ist in diesem Jahr Ersatzfahrer bei Mercedes und verfolgte das Training in der Garage der Silberpfeile.

Das Wetter: Wie meist in der Wüste fanden die Fahrer perfekte Trainingsbedingungen vor. Bei 25 Grad Celsius Umgebungstemperatur wurden auf dem Asphalt nach Sonnenuntergang 31 Grad gemessen. Für das Sprint Qualifying heute werden ähnliche Bedingungen erwartet.