Andrea Kimi Antonelli legte in Las Vegas einen Monster-Stint auf dem harten Reifen hin und erbte durch die Disqualifikation von Lando Norris den dritten Platz. Damit erreichte er zum zweiten Mal in Folge das Podium. Ein beeindruckendes Ergebnis für den Formel-1-Rookie, der vor der Sommerpause noch mit seiner Form zu kämpfen hatte.
Antonelli kämpft nach F1-Europa-Pleite mit Selbstzweifel
Die Europa-Saison wurde für Antonelli zur Durststrecke. Mercedes-Teamchef Toto Wolff führte dies zunächst auf den zusätzlichen Druck auf Strecken zurück, die Antonelli bereits aus der Formel 2 kannte. Doch erst kürzlich verriet der Rookie, dass es nicht die Strecken waren, die ihm Probleme bereiteten, sondern die neue Mercedes-Aufhängung. Das Resultat waren sieben Nullrunden in neun Rennen und ein Rookie, der in Selbstzweifeln versank.
"Ich hatte nach dem Wechsel auf die neue Aufhängung große Probleme und bin dadurch in diese Abwärtsspirale gerutscht. Ich habe oft an mir gezweifelt", verriet Antonelli, der zwischen Imola und Belgien nur einmal in die Punkte fuhr. Das Auto passte nicht zu seinem Fahrstil und er hatte Schwierigkeiten, sich auf die Neuerung einzustellen. "Es hat sich angefühlt, als würde es nur noch schlimmer werden und ich wurde immer frustrierter."
Im Gegensatz zu ihm hatte sein Teamkollege George Russell weniger Probleme, seinen Fahrstil an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dadurch wurden Antonellis Selbstzweifel weiter befeuert. "Obwohl wir Leistung verloren haben, hatte George gar keine Probleme", erzählte Antonelli in der FIA-Pressekonferenz in Katar. "Und natürlich zweifelt man da, wenn die Resultate ausbleiben. Ich habe mich oft gefragt, ob ich überhaupt gut genug bin."
Der Grand Prix von Belgien sei der dunkelste Moment seiner bisherigen Karriere gewesen. Antonelli gehörte im Sprint-Qualifying, Sprint und Qualifying zu den Schlusslichtern. In Erwartung eines Regenrennens entschied sich Mercedes Änderungen am W16 vorzunehmen, sodass Antonelli von der Box aus startete. Doch durch den verspäteten Rennstart war es weniger nass als erwartet. Mit einem Regen-Setup auf trockener Strecke und zwei Boxenstopps war für ihn nicht mehr als Platz 16 drin.
Hinzu kam, dass seine enttäuschenden Ergebnisse bei den Europa-Rennen in den Medien für Schlagzeilen sorgten und der Druck auf ihn dadurch noch größer wurde. Obwohl ihm klar war, dass er bei Mercedes im Rampenlicht stehen würde, wurde ihm das Ausmaß erst später so wirklich bewusst. "Jede Aktion und jeder kleine Fehler erscheinen dann sehr groß. Das war vor allem in meiner schwierigen Phase sehr hart für mich", erklärte er.
Alte Aufhängung bringt neuen Aufwind für Antonelli
Nach Antonellis Heim-Grand-Prix nahm sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff den Rookie zur Brust und brachte ihn in einem großen Meeting zurück auf Kurs. "Das Teammeeting hat mir sehr geholfen. Ich habe mich danach mental resettet und versucht mich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren", so Antonelli. Den Ergebnissen nach ist ihm das gelungen. Seit Monza landete der Rookie jedes Mal in den Punkten. In den letzten beiden Rennen stand er sogar auf dem Podium.
Zwei Rennen stehen in der Saison 2025 noch aus. Mit 137 WM-Punkten liegt Antonelli vor dem Katar GP auf Platz 7 der Fahrer-Weltmeisterschaft - nur 15 Punkte hinter seinem Mercedes-Vorgänger Lewis Hamilton. "Das Team arbeitet derzeit wirklich gut zusammen und ich freue mich einfach nur auf die letzten beiden Rennen und dann auf die nächste Saison", resümierte der Rookie.
Was F1-Experte Christian Danner zu Kimi Antonellis Leistungskurve zu sagen hat, das seht ihr in diesem Video:



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