Desaströs beschreibt wohl am besten Lewis Hamiltons Auftakt in den Belgien-Grand-Prix. Nach dem Aus im ersten Segment des Sprint-Qualifyings (SQ1) stand den Journalisten wieder einmal ein schmallippiger Ferrari-Pilot vor dem Mikrofon. Auf die Frage, was auf seiner schnellen Runde passiert sei, erklärte Hamilton knapp: "Ich habe mich gedreht." Das war das Ende seiner Sprint-Quali-Geschichte, aber nicht der Anfang.

Bereits im Training hatte er sich über das schwierige Fahrverhalten des SF-25 beklagt. Im Sprint-Qualifying wurde es nicht besser. In seinem ersten Versuch passierte Hamilton ein Ausrutscher in Stavelot, der ihn Zeit kostete und ihn in die Drop-Zone zurückwarf. Als er sich auf seinem letzten Run befand, war die Zeit längst abgelaufen – damit blieb Hamilton nur noch diese Runde, um sich in die Top-15 zu bringen. Erster Sektor: Gelb. Zweiter Sektor: Grün. Im alles entscheidenden dritten Sektor passierte es dann: Beim Anbremsen auf die Bus-Stop-Schikane blockierte nach 10, 15 Metern die Hinterachse, der SF-25 ging quer und drehte sich von der Strecke.

Damit war Hamiltons Aus besiegelt. "Es wurde viel Arbeit investiert, und jetzt auf P18 zu stehen, ist nicht wirklich toll. Verständlicherweise bin ich frustriert. Das Auto hat sich heute einfach nicht gut angefühlt", stellte der 40-Jährige klar. Auf die Frage, ob sich der Ferrari durch die neue Hinterradaufhängung anders angefühlt habe, reagierte Hamilton lediglich mit einem Kopfschütteln. Dabei sollte mit den Upates, die Ferrari an diesem Wochenende in Spa-Francorchamps im Gepäck hatte, alles besser werden. Die Scuderia hatte gehofft, dass die Optimierungen dazu beitragen würden, den SF-25 in einem deutlich besseren Setup-Fenster zu fahren und tiefer auf die Strecke zu bringen – ohne dabei den Unterboden zu sehr abzunutzen.

Technik-Details: Ferrari
In Belgien blickten alle auf Ferraris neue Hinterradaufhängung, Foto: Motorsport-Magazin.com

Ferrari: Neue Hinterradaufhängung ein Flop?

Wie auf der Zeichnung von Formel-1-Legende Giorgio Piola gut zu erkennen ist, haben die Ferrari-Ingenieure die vordere Strebe des oberen Querlenkers deutlich weiter unten angebracht. Durch die neue Fahrwerkskinematik sollte das Auto beim Herausbeschleunigen an der Hinterachse weniger in die Knie gehen (Anti-Squat), doch im Sprint-Qualifying scheint Hamilton die Kinematik einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben.

Bereits im Vorfeld war Hamilton klar, dass es an einem Sprint-Wochenende nicht einfach werden würde, das ideale Setup zu finden. Trotzdem gab sich der 40-Jährige positiv. "Ich bin sicher, dass wir etwas lernen können und herausfinden werden, wie wir es feinjustieren können, um mehr Leistung herauszuholen", sagte Hamilton. Fred Vasseur will nach dem Sprint-Qualifying das Update-Paket nicht als Flop abschreiben. "Niemand konnte lange Stints fahren, daher werden wir den Sprint nutzen, um uns ein besseres Bild zu machen. Es liegt noch ein langer Weg vor uns", betonte der Ferrari-Teamchef.

Nicht nur Ferrari hat an diesem Wochenende Updates im Gepäck. Denn Spa-Francorchamps zwingt viele Formel-1-Teams zu neuen Heckflügeln. Mehr dazu in dieser News: