Das Formel-1-Sensationspodium von Nico Hülkenberg in Silverstone ist mittlerweile fast drei Wochen her. Wäre also die perfekte Zeit, um nochmal ein starkes Resultat nachzulegen. Für dieses sorgt im Sprint-Qualifying von Spa aber Sauber-Teamkollege Gabriel Bortoleto und nicht 'Hülk'. Für den Deutschen ist nach Österreich und Großbritannien zum dritten Mal in Serie bereits im ersten Qualifying-Abschnitt Endstation.
Schon von Anfang an lief es nicht rund für den WM-Neunten. Die erste schnelle Runde schien zwar ohne große Fehler auszukommen, war aber alles andere als schnell. Eine halbe Sekunde reihte er sich hinter Isack Hadjar ein, der bis dahin als einziger eine Zeit gefahren hatte. "Das Sprint-Qualifying ist kurz. Man nutzt nur einen Reifensatz, also ist die erste Runde jene, auf die es ankommt und die war einfach nicht gut genug", hielt der Emmericher nach seinem frühen Aus fest.
2. Chance verpasst: Nico Hülkenberg bleibt im Verkehr hängen
Dass Zeitverbesserungen aber trotzdem grundsätzlich möglich waren, bewies die Konkurrenz. Pierre Gasly und Alex Albon schoben sich auf ihrem zweiten Versuch noch vor Hülkenberg. Bei ihm wurde diese zweite Chance aber schon im Keim erstickt, denn vor seiner schnellen Runde lief Hülk vor der letzten Schikane auf Verkehr auf.
Zunächst verlangsamte er, um genug Abstand zu Liam Lawson vor ihm zu kreieren. Als der Racing-Bull-Fahrer aber weiterhin in langsamer Fahrt bummelte, schien Hülkenbergs Geduld erschöpft zu sein und er versucht in der Bus-Stop-Schikane an dem Neuseeländer vorbeizugehen. Der roch den Braten und deckte fachmännisch ab, wodurch Hülk zurückstecken musste.
"In meiner zweiten Runde stolperte ich vor dem Beginn in etwas Verkehr und dann folgte ich Liam dicht rund um die Runde", so seine Analyse. In der verwirbelten Luft hinter dem Racing Bull war keine Verbesserung mehr möglich. Vom dadurch ermöglichten Sieg in der Topspeed-Wertung auf der Kemmel-Gerade kann man sich auch nichts kaufen. "Wir konnten die Reifen nicht vorbereiten und sie haben sich für die zweite Runde nicht gut angefühlt. So war es einfach nicht gut genug", erklärte Hülkenberg weiter.
Etwa vier Hundertstel hielten Hülkenberg von der SQ2-Teilnahme ab. Bortoleto hingegen zeigte am Freitagnachmittag, was im Sauber steckt. Im ersten Sprint-Qualifying-Segment hatte er seinem Formel-1-Teamkollegen und damit auch der Ausfall-Zone ab P16 vier Zehntel mitgegeben. In SQ2 schob sich Bortoleto auf die fünfte Position, was er am Funk frenetisch bejubelte.
Erst im dritten Abschnitt gab es nichts mehr zu jubeln. "In SQ3 habe ich nicht alles zusammenbekommen. Aber trotzdem, überhaupt dorthin zu kommen und das Auto in die Top-10 zu bekommen, ist immer positiv im Qualifying. Deshalb bin ich glücklich, wie es gelaufen ist", zeigte sich der Formel-2-Champion zufrieden. P10 ist die Bilanz für den Brasilianer, der damit in Schlagdistanz zu den Punktepositionen in das Sprintrennen geht.



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