Oscar Piastri holt sich die einzige Trainingsbestzeit in Spa-Francorchamps. Weil der Belgien GP im Sprint-Format abgehalten wird, fand am Freitag das erste und einzige Training auf der Ardennenachterbahn statt. WM-Leader Piastri deklassierte die Konkurrenz vor allem im kurvenreichen Mittelsektor. Für die schnellste Runde um die mit 7,004 Kilometer längste Strecke der Formel 1 benötigte der McLaren-Pilot 1:42,022 Minuten.
Das Ergebnis: Während zu Beginn des Trainings noch Medium und Hard eingesetzt wurden, trainierten die Piloten am Ende überwiegend auf Soft für das Sprint Qualifying. Die meisten Fahrer verbesserten sich dabei auf ihrem zweiten Versuch. So auch Spitzenreiter Oscar Piastri, der im zweiten Umlauf noch einmal eine Zehntelsekunde fand.
Die wäre für die Bestzeit aber gar nicht nötig gewesen: Mit satten vier Zehntelsekunden Rückstand sortierte sich Max Verstappen auf Rang zwei ein. Der Weltmeister fuhr mit deutlich weniger Abtrieb und konnte deshalb Bestzeiten im ersten Sektor setzen, verlor aber extrem viel im Mittelsektor. Lando Norris, der auf seinem ersten Versuch in Stavelot zu weit rauskam und dort viel Zeit verlor, konnte sich im zweiten Versuch mit einer halben Sekunde Rückstand auf seinen Teamkollegen immerhin noch auf Rang drei schieben.
Dahinter sortierte sich George Russell im Mercedes ein. Beide Mercedes-Piloten verzichteten noch auf die Soft-Reifen und fuhren ihre Bestzeiten auf Medium. Mit knapp sechs Zehntelsekunden fiel Russells Rückstand auf die Spitze in Anbetracht des Reifen-Nachteils moderat aus. Charles Leclerc landete auf Soft mit neun Zehntel Rückstand auf Platz fünf vor Kimi Antonelli im zweiten Medium-Benz.
Lewis Hamilton, Lance Stroll, Fernando Alonso und Isack Hadjar komplettierten die Top-10. Das Sauber-Duo Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg beendete das Training auf den Rängen 13 und 14. Yuki Tsunoda landete im zweiten Red Bull nur auf Rang 18.
Die Zwischenfälle: Die 20 besten Autofahrer der Welt nutzten die einzigen Trainingsminuten des Wochenendes, um die Limits auszuloten. Franco Colapinto und Kimi Antonelli erkundeten die Auslaufzone samt Kiesbett am Ausgang von La Source, Alexander Albon wirbelte in Le Combes etwas Kies auf die Strecke, Oliver Bearman in Stavelot. Alle Piloten konnten ohne Probleme weiterfahren.
Die Technik: Viele Teams fahren in Spa mit größeren Update-Paketen. Mit Spannung wurde die neue Ferrari-Hinterachse erwartet, die der Scuderia geringere Bodenfreiheit erlauben soll. Die Ingenieure hatten den Sweetspot beim Setup mit den neuen Teilen sichtlich nicht gefunden, beide Ferrari setzten extrem stark auf. Nicht nur optisch wurden die Probleme sichtbar: Lewis Hamilton musste das Auto einmal sogar am Ausgang von Eau Rouge abfangen.
Bitter lief das Training für Carlos Sainz. Auf seiner Outlap entdeckten die Williams-Ingenieure ein Problem am Benzinsystem. Der Spanier musste in langsamer Fahrt zurück an die Box fahren und verpasste durch die Reparatur 30 Minuten der einstündigen Session.
Das Wetter: Nach starkem Nebel am Morgen zeigte sich das Ardennenwetter zum Training der Formel 1 versöhnlich. Bei 21 Grad Umgebungstemperatur erhitzte sich das 7,004 Kilometer lange Asphaltband unter bewölktem Himmel auf knapp 40 Grad Celsius. Für das Sprint Qualifying heute werden ähnliche Bedingungen erwartet, am Samstag sind erste Regenschauer vorhergesagt, für das Rennen am Sonntag ist Regen fast garantiert.
Am Donnerstag wurde zwar in Spa noch nicht gefahren, dafür umso mehr gesprochen. Max Verstappen nahm zum Rauswurf von Red-Bull-Teamchef Christian Horner Stellung, Lewis Hamilton verriet seinen Rettungsplan für Ferrari. Christian hat den Medientag für euch im Video zusammengefasst:



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