Charles Leclercs Hoffnung für ein gutes Ergebnis im Formel-1-Sprint in Miami war sein im Rennen starker Ferrari. Seine größte Hilfe war jedoch Kimi Antonelli, der den vierten von bisher fünf Starts in diesem Jahr verpatzte. Der Mercedes-Pilot kam nicht gut vom Fleck, Leclerc ging von P4 mit Leichtigkeit an ihm vorbei. Doch Antonelli gab sich nicht so einfach geschlagen. Das Duell ließ den Ferrari-Piloten schließlich überkochen.
Leclerc wütet am Ferrari-Funk: Antonelli "so schlecht im Zweikampf!"
Antonelli hängte sich ins Heck des SF-26. Auf der langen Gerade vor Kurve elf roch er seine Chance und wollte Leclerc auf der Außenlinie ausbremsen. Leclerc machte die Tür aber zu und ließ ihn nicht vorbei. Antonelli verbremste sich auch noch, weil er mit zu viel Geschwindigkeit in die Kurve schoss. Eine normale Rennszene, eigentlich.
Doch Leclerc platzte im Cockpit der Kragen. "Kimi ist so schlecht im Zweikampf. Er bewegt sich in der Bremszone, es ist unglaublich. Wir werden gleich crashen", schimpfte er noch vor dem Ende der ersten Runde am Funk. Sein Renningenieur Bryan Bozzi gab ihm keine Antwort darauf. Die Stewards sahen sich den Fall auch nicht an.
Leclerc schüttelte seinen Verfolger nach wenigen Runden ab. Antonelli musste sich nach hinten orientieren und gegen seinen Teamkollegen George Russell verteidigen. Nach 19 Runden ging der Monegasse hinter den beiden McLarens als Dritter über die Ziellinie. In der Pressekonferenz kurz nach dem Zieleinlauf bereute er seine Aussagen.
Leclerc: Aussagen zu hart, aber nicht ohne Grund
"Ich war etwas hart, vielleicht wegen des ganzen Adrenalins im Auto", erklärte der Ferrari-Pilot seinen Wutausbruch. Es ist gang und gebe, dass Fomel-1-Fahrer sich in der Hitze des Gefechts im Ton vergreifen und Aussagen treffen, die sie abseits der Strecke nicht machen würden oder später zurückziehen.
Ganz ungestraft lässt er den jungen Italiener aber nicht davonkommen. "Es ist wahr, dass wir in der Vergangenheit unsere Momente mit Kimi hatten. Und ich hoffe, dass sich das in Zukunft etwas beruhigt", so Leclerc. Damit spielte er wohl unter anderem auf den Niederlande GP 2025 an. Bei einem Überholmanöver in der überhöhten Tarzanbocht räumte Antonelli den Ferrari ab und beendete Leclercs Rennen.
Beide waren sich damals einig, dass der Fehler rein beim Mercedes-Rookie lag. Leclerc zeigte sich sogar verständnisvoll. Auch heute will er sich eigentlich speziell nicht mit Antonelli in die Haare kriegen. "Er ist der einzige italienische Fahrer im Feld gegen Ferrari. Ich wünschte, es wäre jemand anders. Ich mag Kimi wirklich als Person", betonte der Monegasse.
"Aber manchmal ist es ein bisschen zu knapp für mein Wohlbefinden und es ist auch unnötig. In diesem speziellen Fall war ich sehr wütend im Auto, aber die Kommentare waren wahrscheinlich ein bisschen zu scharf", fügte der Ferrari-Pilot abschließend hinzu. Bei Sky Italia entschuldigte er sich später für seine Aussagen. Antonelli wurde nach dem Rennen nicht zu Leclercs Funkspruch befragt. Er musste sich mit einer Fünf-Sekunden-Strafe herumschlagen, die ihm den vierten Platz im Sprint kostete.



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