In solchen Momenten geht alles ganz schnell. Charles Leclerc kommt gerade auf frischen Soft-Reifen aus der Box. Kimi Antonelli ist nach einem Undercut in der Runde zuvor ganz nah dran. Der Italiener sticht in der Steilkurve innen hinein, wird nach außen getragen - und trifft Leclercs SF-25. Vorbei ist das Formel-1-Rennen damit für beide. Leclerc muss seinen Ferrari direkt abstellen. Antonelli fällt durch seine in der Folge erhaltene zehn Sekunden Strafe auf Platz 16 zurück und entschuldigt sich im Nachgang bei Leclerc.
Kimi Antonelli: Das war einfach etwas zu viel
Bis dahin schlug sich Antonelli im Rennen gut. Von Startplatz elf arbeitete er sich auf Platz sechs nach vorne, und versuchte Charles Leclerc vor ihm zu undercutten. Entsprechend reagierte Ferrari und holte Leclerc eine Runde später an die Box.
Für sein Manöver gegen Leclerc bekam Antonelli eine 10-Sekunden-Strafe verhängt. Doch auf dem Circuit Zandvoot ist überholen so gut wie unmöglich, selbst mit Geschwindigkeitsüberschuss. Für Antonelli hieß es daher alles oder nichts. "Es ist so schwierig zu überholen, und je mehr Runden man im Dreck fährt, desto mehr schadet es dem Reifen und dem Tempo."
"Wir haben uns wieder an die Spitze gearbeitet, und ja, ich wusste, das war wahrscheinlich meine beste Chance für ein Manöver, weil ich sehr nah an ihm dran war. Er hatte einen kälteren Reifen, und ich habe einfach versucht, vorbeizukommen, aber es war ein bisschen zu viel", erzählt Antonelli. Er entschuldigte sich nach dem Rennen prompt bei Leclerc. Der Monegasse zeigte Verständnis.
Doch nicht nur Leclerc, sondern auch Antonelli trug einen Schaden davon. Der rechte Unterboden des W16 war lädiert. Denn nach dem Crash platzte Antonellis vorderer rechter Reifen. So humpelte der Mercedes auf der Strecke aufliegend zurück in die Box.
"Die ganze rechte Seite lag die ganze Runde auf dem Asphalt. Ich hatte auch starke Vibrationen. Das Lenkrad stand nicht gerade, also gab es definitiv viel Schaden, aber wir haben trotzdem versucht, so gut wie möglich durchzuhalten", sagt Antonelli.
Kimi Antonelli zu schnell in der Boxengasse
Doch damit nicht genug der Strafen. Antonelli wurde später im Rennen noch einmal schuldig gesprochen. Denn vor der Kollision bog der Italiener zu schnell in die Box ein. Statt mit den erlaubten 80 Km/h mit 80,3 Km/h. Das hatte weitere fünf Sekunden Strafe zur Folge. Insgesamt 15. Damit fiel Antonelli nach Rennende auf Position 16 zurück.
"Ich weiß nicht genau, wann ich es gemacht habe, aber ich glaube, es war beim ersten Boxenstopp. Ich muss also sichergehen, dass das nicht wieder passiert. Ich glaube aber, es wäre sowieso unmöglich gewesen, auf Platz sechs oder sieben ins Ziel zu kommen", sagt Antonelli, der sowieso schon mit seiner Zehn-Sekunden-Strafe vorbelastet werden.



diese Formel 1 Nachricht