Das Ferrari-Desaster beim Formel-1-GP in Zandvoort war spätestens in Runde 53 besiegelt. Nachdem Lewis Hamilton sich bereits 30 Runden zuvor mit einem Unfall aus dem Rennen eliminiert hatte, musste dann nämlich auch Charles Leclerc aus seinem beschädigten Auto steigen. Der Grund: Kimi Antonelli hatte ihn im Zweikampf abgeräumt.
Dass der Mercedes-Fahrer die Schuld an der Kollision trug, daran bestand für niemanden ein Zweifel. Auch Antonelli selbst sprach davon, dass er umgehend von einer Strafe ausging, und entschuldigte sich direkt nach dem Rennen bei Ferrari. In den Augen von Leclerc ist die Sachlage klar: Antonelli hatte zu viel gewollt. Beide mussten schließlich den Preis dafür bezahlen.
Charles Leclerc: Man muss in Zandvoort sehr aggressiv sein
"Es ist ein Fehler von Kimi", stellt der Monegasse klar, wollte den 19-Jährigen aber nicht zu sehr in die Mangel nehmen. "Man muss auf einer Strecke wie hier sehr aggressiv sein, um zu Überholen und ich denke er hat versucht, aggressiv zu sein", zeigte Leclerc Verständnis. "Es war ein bisschen zu viel und er berührte schließlich meinen linken Hinterreifen. Das war das Ende meines Rennens", beschrieb der Ferrari-Fahrer den Vorfall aus seiner Perspektive.
Leclerc wollte nicht den Erfahrungsmangel des Formel-1-Aufsteigers von Mercedes als Erklärung für den Zwischenfall vorschieben. "Ich würde es nicht als Rookie-Fehler bezeichnen. Ich denke es ist ein Fehler, der im ersten Jahr genauso passieren kann wie im fünften Jahr", so der achtfache Grand-Prix-Sieger.

Ferrari-Teamchef Fred Vasseur stimmte der Analyse von Leclerc zu. "Das kann passieren. Er [Antonelli, d. Red] hat ein Risiko genommen und dabei einen Fehler begangen", blies er ins selbe Horn wie sein Fahrer. Der Mannschaftsleiter der Scuderia rechnete es Andrea Kimi Antonelli hoch an, dass er sich direkt nach dem Rennen entschuldigt hatte.
Den Grundtenor im Ferrari-Lager fasste Vasseur gut zusammen: "Das kann passieren. Er hat ein Risiko genommen und dabei einen Fehler begangen." Der Mannschaftsleiter rechnete es Antonelli hoch an, dass sich der Italiener kurz nach dem Rennen entschuldigt hatte.
Rätsel über Leclerc-Strategie: War dieser Boxenstopp nötig?
Am Funk hatte Leclerc etwas Unmut darüber geäußert, dass ihn das Team überhaupt in die Situation mit Antonelli gebracht hatte. Denn obwohl seine Reifen noch gut gewesen waren, wie Leclerc behauptete, hatte Ferrari auf den vorherigen Boxenstopp des Mercedes-Fahrers reagiert und ihn ebenfalls reingewinkt.
Nach dem Rennen zeigte sich Leclerc verständnisvoll für diesen Entschluss: "Meinen Reifen ging es nicht so schlecht, aber die Outlap von Kimi war wahrscheinlich sehr stark, weshalb das Team dachte, dass er womöglich wieder an uns vorbeikommen könnte." Er hakte das Thema flott ab: "Am Ende war ich frustriert darüber, was passiert ist, aber die Strategie ist heute nicht das große Thema."
Vasseur nannte einen anderen Grund, warum man Leclerc noch zu einem Boxenstopp beordert hatte. "Das war ehrlicherweise der einzige Weg, den wir zu diesem Zeitpunkt hatten, um gegen Hadjar zu kämpfen", erklärte er, und fügte hinzu: "Es ist immer einfach, nach dem Rennen eine andere Ansicht zur Strategie zu haben."
Über Ansichten zur Strategie kann man bekanntlich geteilter Meinung sein, über die Bewertung von Fahrern erst recht. Aber Zweiteres tun wir trotzdem gerne. Sagt uns eure Meinung und stimmt ab: Welche Noten haben sich die 20 Formel-1-Fahrer an dem Rennwochenende in Zandvoort verdient?



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