Für Ferrari verkam das Formel-1-Rennen in Zandvoort zu einer ausgewachsenen Katastrophe. Recht viel milder lässt sich das nicht beschreiben, was die Scuderia am Sonntagnachmittag erlebte. Beide Fahrer verunfallten und sahen die Zielflagge nicht. Charles Leclerc kann sich dabei wenig vorwerfen lassen, er wurde von Kimi Antonelli abgeschossen. Ganz anders sieht die Welt hingegen bei Lewis Hamilton aus.
Der Rekord-Weltmeister der Formel 1 war vollumfänglich selbst für seinen Ausfall verantwortlich. In Runde 23 verlor er in der überhöhten Hugenholtz-Bocht die Kontrolle über seinen SF-25 und schlug in die Wand ein. Zu allem Überfluss kam der Unfall auch noch strategisch zum suboptimalsten Zeitpunkt für Leclerc, der gerade erst an der Box gewesen war. Der Monegasse geriet in der Folge in zwei verschiedene Zweikämpfe mit den Mercedes-Fahrern. Einer davon endete mit einem umstrittenen Überholmanöver, für das ihm Ärger droht. Der andere mit einem Abschuss durch Kimi Antonelli und damit einem Ausfall.
Hamilton erklärt Zandvoort-Unfall: Hat mich komplett überrascht
"Was da passiert ist, hat mich komplett überrascht. Ich verlor das Heck in der Steillage und das war es dann", kommentierte der Brite seinen Ausfall. Bei dem Unfall kamen einige Eigenheiten von Kurve 4 und äußere Umstände zusammen. Einerseits, dass die Fahrer eine extrem weite Linie fahren und dabei üblicherweise zwei Reifen auf dem Werbebanner haben, das außen auf dem Asphalt angebracht ist.
In dieser Rennphase gab es leichte Regenschauer rund um die gesamte Strecke, was diese Werbeflächen sehr rutschig werden lässt. Das war wohl mit eine Ursache für den Quersteher von Hamilton. Durch die Linienwahl bliebt in der Kurve zudem nicht sehr viel Spielraum in der Auslaufzone, um einen derartigen Rutscher zu korrigieren. So ging Hamilton schlicht und ergreifend der Platz aus, als er einmal kurz die Kontrolle über den Ferrari verloren hatte.
Trotz Unfall: Ferrari-Teamchef lobt Lewis Hamilton
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur betonte diese schwierigen Umstände und stellte sich angesichts dieser hinter seinen Fahrer. "Das war ein spezieller Fall. Die Strecke war etwas feucht und er fuhr eine etwas weitere Linie als in der Runde zuvor", so der Franzose.
Er betonte aber, dass bis zu seinem rennbeendenden Unfall Hamilton in den Niederlanden einen guten Auftritt hingelegt habe. "Die Reaktion von Lewis [auf die schlechten Wochenende vor der Sommerpause] war gut. Seine Pace war von Beginn des Wochenendes an und er holte zu diesem Zeitpunkt zu Russell auf", hob Vasseur hervor.
Hamilton sah das ähnlich. "Abgesehen [von dem Unfall] war es ein sehr solides Wochenende. Wir haben viele Fortschritte gemacht, insgesamt in der Herangehensweise und allem. Das wir nun mit leeren Händen dastehen, ist definitiv schmerzhaft", ärgerte sich ein sichtlich bedrückter Hamilton über seinen Fehler. Körperlich blieb Hamilton unverletzt und auch mental sei er in Ordnung, wie der ehemalige Mercedes-Fahrer betonte.
Er tröstete sich mit der zuvor angesprochenen guten Performance. Genauso wie mit seiner allgemeinen Karriere-Ausbeute: "Ich fahre nun schon so lange und ich weiß nicht, wie oft ich so etwas getan habe [selbstverschuldet verunfall; d. Red]. Man kann diese Art von Vorfällen wahrscheinlich an einer Hand abzählen."
Morgen wird er den Vorfall schon abgehakt haben, erwartet Hamilton, und seinen Fokus auf das Formel-1-Rennen nächste Woche in Monza richten. Immerhin steht sein erster Ferrari-Auftritt im königlichen Autodrom an. Und dieser wird angesichts seiner bislang eher bescheidenen ersten Formel-1-Saison in Maranello mit viel Druck durch die Tifosi verbunden sein. Allerdings erreichte ihn bereits in Zandvoort eine Hiobsbotschaft für Monza: Aufgrund eines Vergehens vor dem Rennen wird Hamilton dort in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt. Die Details könnt ihr hier nachlesen:



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