Lewis Hamilton wird den Rennsonntag der Formel 1 in Zandvoort wohl sehr schnell vergessen wollen. Zwar zeigte er eine solide Pace, aber sein Unfall in Runde 23 zerstörte nicht nur seinen Ferrari, sondern auch seine Punktechancen. In Monza wird Hamilton aber mindestens noch einmal eine bittere Erinnerung an den Niederlande-GP erhalten.

Die Stewards erteilten dem Rekord-Weltmeister der Königsklasse nämlich nach dem F1-Rennen am Sonntag noch eine Strafe. In der Startaufstellung für den Italien-GP muss der Ferrari-Pilot fünf Plätze weiter nach hinten rücken. Der Grund hat an sich gar nichts mit dem Grand Prix zu tun, sondern vielmehr mit den Minuten davor.

Gelbe Flaggen missachtet: Lewis Hamilton bekommt Strafe

Auf den Eingewöhnungsrunden vor dem Rennstart war Hamilton nämlich ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. In der letzten Kurve hatte er unter doppelt geschwenkten gelben Flaggen nicht ausreichend verlangsamt, wie die Formel-1-Stewards feststellten. In Zandvoort befand sich diese Stelle auf der Strecke auf den sogenannten 'Reconnaissance-Runden' permanent unter Doppelt-Gelb.

Das hatte Renndirektor Rui Marques so mitgeteilt. Dadurch sollte Gefahrenpotenzial am Boxeneingang minimiert werden. Wie die Rennkommissare feststellten, verlangsamte Hamilton zwar, allerdings nicht ausreichend. Im Detail: Hamilton war in den betroffenen Abschnitt mit etwa 20 Km/h geringerer Geschwindigkeit eingefahren als noch im Freien Training und hatte den Einsatz des Gaspedals um 10 bis 20 Prozent reduziert, sowie 70 Meter früher gebremst.

Die Regeln verlangen aber nicht nur eine Reduktion der Geschwindigkeit, sondern im Falle von doppelt geschwenkten gelben Flaggen eine "signifikante Reduktion". Diese sei bei einer Differenz von 20 Km/h nach Ansicht der Stewards nicht gegeben. Dazu kommt noch, dass Artikel 44.1 des sportlichen Reglements ohnehin verlangt, dass ein Fahrer auf den Reconnaissance-Runden seine Fahrt durch die Boxengasse mit "stark reduzierter Geschwindigkeit" antreten müsse. Auch diesen Passus sahen sie im Falle von Hamilton als nicht erfüllt an.

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Dass Hamilton den Versuch unternommen hatte, seine Geschwindigkeit zu reduzieren, rechneten ihm die Stewards übrigens als mildernden Umstand an. Normalerweise sehen die Richtlinien in so einem Fall eine Rückversetzung von zehn Startplätzen an, so kam Hamilton mit der Hälfte davon. Zusätzlich kassierte er auch zwei Strafpunkte in der Sünderkartei der FIA.

Beim Missachten von doppelten gelben Flaggen verstehen die Stewards in der Formel 1 wenig Spaß - schließlich handelt es sich dabei um ein Sicherheitsthema, bei dem potenziell auch ungeschützte Personen wie Streckenposten in Gefahr geraten könnten. Im Vorjahr wurde etwa Lando Norris beim Katar-GP mit einer zehn-sekündigen Stopp-and-Go-Strafe belegt, da er Doppel-Gelb missachtet hatte. Durch diese Strafe verlor er den zweiten Platz und wurde letztendlich nur Zehnter. McLaren verlor dadurch wichtige Punkte im Kampf um die Konstrukteurs-WM.