Carlos Sainz hätte in Zandvoort der Williams sein können, der auf Platz fünf dicke Punkte einfuhr. Doch diese Ehre wurde Alex Albon zuteil. Sainz geht nach einem Crash mit Liam Lawson leer aus, und danach zum Angriff auf die FIA-Stewards über. Ein klärendes Gespräch wird hinausgeschoben, auch Lawson bekommt Sainz' Wut zu spüren.
Sainz hatte beim Restart nach dem ersten Safety Car in Runde 27 außen in der ersten Kurve angegriffen. Das ist in Zandvoort ein legitimes Manöver. Zeigte im Rennen auch etwa Lando Norris gegen Max Verstappen. "Es sind flüssige 180 Grad, sehr breit, Grip innen und außen", sagt Sainz. Und zählt seine Manöver dort auf: "Ich bin mit so einem Move wie heute gegen Lewis, gegen Checo, gegen Oscar, gegen Charles, gegen so viele Fahrer dort gefahren."
Lawson ließ sich am Scheitelpunkt nach außen tragen. Sainz gab nicht nach, es kam zum Kontakt, beide fielen mit Schäden aus den Punkten. Die Stewards urteilten wenige Runden später auf 10 Sekunden Strafe plus zwei Strafpunkte. Für Sainz. Die Logik folgt den Renn-Richtlinien der Formel 1. Wer außen attackiert, dem steht nur Platz zu, wenn seine Vorderachse am Scheitelpunkt vor der Vorderachse des Verteidigers ist. Bei Sainz klar nicht der Fall.
Sainz attackiert Liam Lawson, der schießt zurück: Dann komm doch
Aber auch Sainz' Meinung ist durchaus schlüssig. Lawson hatte viel Platz innen und ließ sich bewusst nach außen tragen und es drauf ankommen. "Mit Liam ist es schwierig, er scheint ein bisschen Kontakt und einen Ausfall oder Reifenschaden vorzuziehen", kritisiert Sainz. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Lawson sich unbeliebt macht. Zu seinen lautesten Kritikern der letzten Monate gehörten unter anderem Fernando Alonso und Sergio Perez.

Lawsons Verständnis dafür ist nicht vorhanden. Er verweist auf die Racing-Richtlinien: "Er hat mich überholt, er wurde bestraft. Er kann sagen, was er will. Ich wünschte nur, er käme einfach, um es mir zu sagen anstatt allen anderen. Wenn es meine Schuld wäre, dann hätte ich eine Strafe bekommen."
Carlos Sainz in Rage: Nach Zandvoort Sorgen um die Stewards
Sainz regt aber nicht nur Lawson auf. Bei jeder Antwort driftet er ab und in Richtung Stewards. Die von der FIA bestimmten unabhängigen Schiedsrichter bekommen eine ordentliche Abreibung. Dass sie aufgrund zahlreicher anderer Untersuchungen Sainz' Bitte um ein klärendes Gespräch auf den späten Abend verschoben, hob dessen Stimmung sichtlich nicht.
"Ein kompletter Witz", empört sich Sainz über die Strafe. "Ich brauche eine Erklärung, ihre Sichtweise, denn das ist inakzeptabel. Das ist nicht das Niveau von Stewards, das die Formel 1 braucht, wenn sie da eine 10-Sekunden-Strafe für mich sehen. Das ist eine ernste Angelegenheit für mich als Fahrer, als Direktor der [Fahrer-Gewerkschaft] GPDA, und etwas, dass ich sicher aufbringen will."
"Wenn der Typ innen entscheidet, die Lenkung aufzumachen und eine Berührung zu riskieren oder zu kreieren, dann ist das eine Sache, aber wenn dann der Typ auf der Außenbahn dafür bestraft wird? Das ist meine größte Sorge", so Sainz. "Für mich, aber für alle anderen Fahrer, und für den Motorsport generell." Sainz bekam die gleiche Strafe wie Kimi Antonelli für das Umdrehen von Charles Leclerc:



diese Formel 1 Nachricht