Oscar Piastri hat den Formel-1-GP in den Niederlanden jederzeit im Griff und feiert einen Start-Ziel-Sieg. Das wahre Drama spielt sich aber dahinter ab. Lando Norris erleidet kurz vor Schluss einen Defekt und scheidet auf Rang 2 liegend aus, wodurch Piastri im Titelkampf davonzieht. Ferrari erlebt auch ein totales Desaster, nachdem beide Fahrer infolge von Unfällen ausfallen.
Das Ergebnis: Oscar Piastri geriet beim Formel-1-Rennen in Zandvoort nie wirklich in Gefahr. Zunächst konnte er nach dem Start davonfahren und hatte Norris auch im Griff, als dieser seine direkte Verfolgung aufnahm. Zwei Safety-Car-Phasen trugen ihren Teil dazu bei, dass er auch strategisch nie in Bedrängnis geriet.
Lando Norris sah lange wie der sicher geglaubte Zweitplatzierte aus, ehe er wenige Runden vor Schluss Rauch im Cockpit vermeldete und kurze Zeit später seinen McLaren am Streckenrand abstellen musste. Max Verstappen erbte somit P2, nachdem er zwischenzeitlich schon nach dem Start diesen innegehabt hatte, später aber chancenlos gegen das McLaren-Duo war.
Isack Hadjar war ein großer Profiteur des Norris-Ausfalls. Er rückte nach einem makellosen Rennen auf P3 nach vorne und sicherte sich damit sein erstes Formel-1-Podium. George Russell rettete nach einem Schaden aus einer Berührung mit Charles Leclerc seinen Mercedes auf P4 über die Linie, gefolgt von Alex Albon und Oliver Bearman. Lance Stroll und Fernando Alonso sorgten für ein unverhofft starkes Aston-Martin-Ergebnis auf P7 und P8. Yuki Tsunoda und Esteban Ocon holten die letzten Punkte.
Beide Ferraris schieden nach Unfällen aus: Lewis Hamilton versenkte sein Auto schon früh im Rennen selbstverschuldet in der Wand, während Charles Leclerc von Kimi Antonelli später abgeschossen wurde. Der Mercedes-Pilot fiel durch die darauffolgende Strafe weit zurück. Nico Hülkenberg beendete den Niederlande-GP auf der 14. Position.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Zandvoort
- Oscar Piastri gewinnt in Zandvoort und baut WM-Vorsprung aus
- Lando Norris scheidet mit Defekt aus
- Lewis Hamilton crasht nach Fehler
- Kimi Antonelli schießt Charles Leclerc ab und wird bestraft
- Isack Hadjar fährt erstmals aufs Formel-1-Podium
- Verstappen erstmals seit Kanada auf dem Podest
- Albon und Bearman sammeln dicke Punkte für den Mittelfeld-Kampf
- Satte Punkteausbeute für Aston Martin auf P7 und P8
Formel 1 WM Stand 2025: Defekt wirft Norris weit zurück
Die WM-Tabelle: Der dramatische Ausfall von Norris stellt eine vollkommen neue Situation im WM-Kampf her. Denn nun führt Piastri mit 34 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen die Wertung an und hat damit mehr als einen Rennsieg Guthaben. Eine interessante Randnotiz: Alex Albon zog durch seinen fünften Platz mit Kimi Antonelli gleich, der auf P7 liegt.
Formel 1 WM-Wertung 2025: Fahrer & Konstrukteure
Formel-1-Start in Zandvoort: Verstappen überholt Norris, ist dann aber chancenlos
Red Bull überraschte am Start mit der Reifenwahl und schickte seine beiden Fahrer auf den Soft-Reifen ins Rennen. Verstappen nutzte diese am Start perfekt und ging in Kurve 1 an Lando Norris vorbei, ehe er in Kurve 4 beinahe die Kontrolle über seinen Red Bull verlor, dabei aber sogar den zweiten Platz verteidigen konnte.
Langfristig brachte das Soft-Gamble allerdings wenig, denn nach neun Runden ging Norris außen an Verstappen vorbei, der inzwischen schon Probleme mit den Reifen bekam. Piastri hatte bis dahin die Führung schon auf über vier Sekunden ausgebaut. Norris konnte zwar anschließend zwischenzeitlich klar schneller fahren, kam aber trotzdem nicht näher als auf drei Sekunden an seinen Teamkollegen heran.
Verstappen musste unterdessen abreißen lassen. Da Leclerc, der am Start Russell kassiert hatte, gleichzeitig aber nicht an Hadjar vorbeikam, geriet der Red-Bull-Pilot nicht unter Druck. Während dem ersten Stint kamen leichte Regenfälle auf, die allerdings zu keinem Zeitpunkt stark genug wurden, um Intermediate-Reifen zu einer Option werden zu lassen.
Diese führten allerdings dazu, dass an der Spitze niemand einen frühen Boxenstopp riskieren wollte. Nur im hinteren Feld wechselten Fahrer auf Hard-Reifen und pokerten damit richtigerweise gegen einen stärker werdenden Regen. Lance Stroll war in Runde 8 der erste Fahrer, der zu diesem Zweck an die Box kam. Dieser aggressive Undercut sollte sich für ihn bald bezahlt machen.
Lewis Hamilton crasht sich selbst und Leclerc-Strategie
In Runde 22 und 23 überschlugen sich die Ereignisse und zwar zu Ungunsten von Ferrari. Zunächst war Leclerc der erste Fahrer aus den Punktepositionen, der an die Box abbog, um einen Undercut gegen Hadjar zu unternehmen. Die Strategie zerschlug sich allerdings nur Sekunden später, als Lewis Hamilton in der Hugenholtz-Bocht ausrutschte und in die Wand einschlug.
Ein Safety Car war die Folge, das alle noch nicht gestoppten Piloten für einen günstigen Boxenstopp nutzen konnten. Darunter natürlich auch die beiden McLaren, die auf Hards umsteckten und Verstappen, der auf Medium wechselte. Leclerc war natürlich der Leittragende, da er dadurch hinter Russell auf P6 zurückgefallen war.
Direkt am Restart nach der Safety-Car-Phase gab es dahinter im Kampf um P7 eine Berührung zwischen Sainz und Lawson, als der Williams eine Attacke unternommen hatte. Beide fuhren sich dabei Schäden am Reifen bzw. Frontflügel ein, und fielen ans Ende des Feldes zurück. Sainz kassierte zusätzlich auch noch eine Strafe, die bei ihm auf wenig Verständnis stieß. Ocon, Albon, Antonelli und Stroll rückten auf.
Die Folge war wiederum eine kurze VSC-Phase. Nachdem anschließend das Rennen wieder freigegeben wurde, unternahm Leclerc ein gewagtes Überholmanöver gegen Russell, bei dem er in der Schikane nach der zweiten DRS-Gerade leicht neben die Strecke geriet und es auch einen Kontakt zwischen den beiden zu verzeichnen gab. Die Stewards verschoben eine Untersuchung auf nach das Rennen.
Antonelli konnte sich in den darauffolgenden Runden dank besserer Reifen und guter Bremsmanöver bis auf P7 vorarbeiten und war damit hinter Russell. Mercedes tauschte anschließend die Positionen, da Russell von der Berührung mit Leclerc einen Schaden davongetragen hatte und langsamer war.
An der Spitze hatte das Safety Car Norris seiner strategischen Möglichkeiten beraubt, da McLaren nach dem Stopp auf den Hard-Reifen durchfahren wollte. Dem Briten wurde von seinem Renningenieur Will Joseph mitgeteilt, dass er es im direkten Kampf auf der Strecke richten müsse. Verstappen konnte wiederum nicht mit dem Führungsduo mithalten, auch dahinter pendelten sich die Abstände zwischen Hadjar, Leclerc und Antonelli auf etwa zwei bis drei Sekunden ein.
Ferrari-Desaster perfekt: Antonelli schießt Leclerc ab
Strategisch hätte es in den letzten zwanzig Runden in dieser Gruppe interessant werden können. In Runde 51 stoppte Antonelli zum zweiten Mal und zwang damit Leclerc einen Umlauf später an die Box. Als der Monegasse aus der Boxengasse kam, wurde es dramatisch. In der überhöhten Hugenholtz-Kurve versuchte Antonelli den Ferrari zu attackieren, rutschte raus und traf ihn am Hinterrad. Leclerc krachte in die Wand und schied aus. Ein weiteres Safety Car war die Folge. Antonelli bekam eine 10-Sekunden-Strafe. Kurz später kassierte er fünf weitere Sekunden für zu schnelles Fahren an der Box.
Erneut nutzten alle Fahrer an der Spitze das Safety Car für einen Reifenwechsel. Die McLarens gingen auf Hard, ihre Verfolger auf Softs. Alpine zockte mit Gasly und ließ ihn draußen. Dadurch kam er auf alten Reifen auf P8 nach vorne, gefolgt von Alonso mit deutlich frischeren Pneus und Bortoleto, dessen Reifen genauso wie jene von Gasly 31 Runden auf dem Buckel hatten.
Norris-Drama ebnet Hadjar Weg aufs Formel-1-Podest
Die Fahrer mit alten Reifen waren schließlich chancenlos und wurden durchgereicht. Dafür stürmte Bearman bis auf P7 nach vorne, gefolgt von Stroll und Alonso. An der Spitze schien das Rennen unaufgeregt zu Ende zu gehen. Doch in Runde 64 kam plötzlich ein Funkspruch von Lando Norris, dass er Rauch im Cockpit bemerkt habe. Die Rauchschwaden wurden später auch für die TV-Kameras sichtbar. Kurze Zeit später rollte er mit seinem McLaren am Streckenrand aus und war damit aus dem Rennen.
Ein drittes Safety Car war die Folge. Verstappen und Hadjar waren die großen Profiteure des Norris-Ausfalls im Renngeschehen und übernahmen P2 und P3. Nach dem letzten Restart änderte sich daran nichts mehr. Piastri feierte damit den Sieg in Zandvoort vor Verstappen, während Hadjar das erste Podium seiner jungen Formel-1-Karriere einfuhr.



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