Die Formel 1, die zahlreichen Tifosi und die gesamte Nation Italiens stellen sich nur eine Frage: Wann gewinnt Ferrari endlich wieder einen Grand Prix? In der diesjährigen Saison gelang es der Scuderia kein einziges Mal, auf dem Siegerpodest zu stehen. Eine Pole-Position, eine Sprint-Pole plus -Sieg und fünf Podien konnten Lewis Hamilton und Charles Leclerc 2025 bereits erzielen, aber ein erster Platz glitt ihnen bisher immer durch die Finger.

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Das wird voraussichtlich auch so bleiben, wie Leclerc vor dem F1-Wochenende in Singapur prognostiziert: "Es ist unwahrscheinlich [, dass wir dieses Jahr noch einen Sieg einfahren, Anm. d. Red.]. Im Vergleich zu unserem Hauptkontrahenten Mercedes sind wir stärker, wenn es warm ist. Leider ist McLaren das auch und ich bezweifle, dass wir gegen sie jemals die Überhand haben werden."

Aber in der unberechenbaren Welt der Formel 1 sollte man niemals nie sagen, weiß Leclerc. Die größte Chance sieht er in Las Vegas, wo er 2023 die Pole-Position holte. 2024 dominierte dort aber Mercedes jede Session des Nachtrennens. "Auf dieser Strecke passieren ungewöhnliche Dinge, Reifenverschleiß kann ein wichtiges Thema sein, also vielleicht bietet sich dort eine Möglichkeit. Wenn, dann eine sehr kleine", schätzte Leclerc. Einen Ferrari-Sieg hält er sogar für unwahrscheinlicher, als dass Max Verstappen 2025 Weltmeister wird.

Charles Leclerc: Ferraris Siegeschancen geringer als 20 Prozent

In der FIA-Pressekonferenz vor dem Singapur GP wurde Leclerc natürlich auch zu den Titelchancen seines langjährigen Rivalen befragt, der aktuell 69 Punkte Rückstand auf WM-Leader Oscar Piastri hat. "Ich schätze 20 Prozent. Der Rückstand ist einfach zu groß. Die Upgrades, die Red Bull in Monza brachte, funktionieren zwar, aber ich glaube nicht, dass es am Ende reicht, um McLaren zu schlagen", gab Leclerc sein Urteil ab. Zu den Sieg-Chancen von Ferrari meinte er: "Weniger als die Prozentzahl, die ich für Max' Weltmeisterschancen gesagt habe."

Enttäuschung darüber macht sich nicht nur bei den Ferrari-Fans breit, sondern auch bei Leclerc selbst: "Als Team sind wir darauf aus, wieder an die Spitze zu kommen, nicht um den zweiten oder vierten Platz zu kämpfen. Das ist nicht, was wir wollen. Damit ist weder das Team noch ich glücklich. Wir müssen uns verbessern und das ist jedem klar."

Nach einer überschaubaren Ausbeute von nur sechs Punkten in Baku muss Ferrari in Singapur wieder in die Spur finden, um Mercedes den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung abzuluchsen. Das könnte sich laut Leclerc ausgehen: "Ich erwarte keine Wunder. Wenn es warm bleibt, sollten wir zumindest besser dastehen als Mercedes. Ich hoffe, dass es in den nächsten Rennen so warm wird wie möglich. Das verschafft uns mehr Vorteile als jede Streckencharakteristik."

Ähnlich wie Charles Leclerc sieht sich Max Verstappen selbst auch nicht im WM-Kampf. Darum fuhr er am rennfreien Wochenende auf dem Nürburgring - und gewann. Seine weiteren GT3-Pläne erfahrt ihr hier: