Fernando Alonso wird in der Formel-1-Saison 2026 bereits 45 Jahre alt sein. Seit 2001 ist er in der Königsklasse dabei. Vom Rücktritt fühlt er sich auch nach einem Vierteljahrhundert noch weit entfernt. Das Alter ist für ihn nicht der entscheidende Faktor, wenn es um das Karriereende eines F1-Fahrers geht. In seinem Fall könnten allerdings die Pläne von Aston Martin über die Zukunft der sportlichen Laufbahn entscheiden.
"Besser als je zuvor, denke ich", sieht sich Fernando Alonso nach 418 Formel-1-Starts weiter auf dem anhaltenden Höhepunkt seines Könnens. Nach seinem Wechsel zu Aston Martin konnte er 2023 mit acht Podien noch einmal halbwegs an die glorreichen Zeiten anknüpfen. Seitdem geht es beim britischen Team sportlich bergab.
"Ich denke, unser Auto war von der Performance her letztes und dieses Jahr wohl nicht da, wo wir es in der Tabelle sehen. Wir hatten im Hintergrund ein paar Probleme und Schwächen, die von außen betrachtet wohl nicht so offensichtlich waren", sagt er mit Blick auf Platz fünf in der Konstrukteurswertung 2024 und dem derzeitigen siebten Platz.
Dass es nicht noch schlechter aussieht, liegt seiner Einschätzung nach daran, dass er noch besser geworden ist: "Für mich persönlich wären einige dieser Performances letztes und dieses Jahr vor 20 Jahren noch nicht möglich gewesen. Das ist meine Meinung. Deshalb bin ich entspannt und glücklich. Ich genieße es und bin für nächstes Jahr voller Selbstvertrauen."
Fernando Alonso überzeugt: Alter macht Formel-1-Fahrer nicht schlechter
Ende 2018 strich er bei McLaren nach fünf erfolglosen Jahren frustriert die Segel, um sich vorübergehend anderen sportlichen Herausforderungen zu widmen. 2021 kehrte er zurück. Dass er fünf Jahre später immer noch dabei ist, führt er auf einen entscheidenden Faktor zurück. "Die Sache ist, dass du mit dem Alter beginnen kannst, die Motivation zu verlieren. Den Hunger, jeden Tag zu trainieren, in die Fabrik zu gehen, ins Auto zu steigen und dein Bestes abzurufen", erklärt der 44-Jährige.
Teamintern lässt er auch dieser Tage bei Aston Martin an seiner Formel-1-Tauglichkeit keinen Zweifel aufkommen. In Baku bezwang er Teamkollege Lance Stroll zuletzt zum 29. Mal in Folge im Qualifying-Duell: "Bei mir ist das im Moment noch nicht eingetreten. Aber das ist das Problem. Ich denke nicht, dass ein Fahrer im Alter langsamer wird, außer er hat Probleme mit den Reflexen oder der Sehkraft. Etwas, wo du nicht mehr bei 100 Prozent bist, aber auch das sehe ich bei mir noch nicht."
So lange die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, glaubt er, sich immer weiter verbessern zu können. "Ich denke, dass Fahrer mit dem Alter besser werden, weil du erfahrener bist und mehr Situationen kennst, die du in der Vergangenheit erlebt hast. Du kannst besser mit ihnen umgehen, oder aus Fehlern lernen. Du kennst unterschiedliche Fahrstile, ich bin so viele unterschiedliche Reifen gefahren", so der 32-fache Grand-Prix-Sieger.
Aston Martin entscheidet über Fernando Alonsos F1-Zukunft
Bei Aston Martin will er 2026 die Früchte von Star-Designer Adrian Newey ernten, der zu dieser Saison von Red Bull abgeworben wurde. Ob im Karrierewinter noch einmal der große Coup in Form von Rennsiegen oder gar dem dritten WM-Titel gelingt, macht für ihn mittlerweile aber keinen Unterschied mehr. "Ich muss keine Rennen mehr fahren, um irgendwem etwas zu beweisen. Ich bin zufrieden mit meiner Karriere und schätze mich glücklich, seit so vielen Jahren hier zu sein", sagt er.
Im kommenden Jahr werden deshalb nicht allein die Ergebnisse über seine Formel-1-Zukunft entscheiden. "Wenn ich ein Auto habe, mit dem ich Spaß haben und Resultate holen kann, werde ich trotzdem immer mit Lawrence [Stroll] und dem Team besprechen, was ihre Bedürfnisse sind. Das Team kommt zuerst, dann komme ich", stellt er klar. "Im Moment geht es darum, dem Team zu helfen und einfach Spaß zu haben."
F1-Reglement 2026 als Game Changer? Alonso ohne Illusionen
Wie immer kann das Reglement 2026 für die Teams der 'Game Changer' sein. Doch um sich Illusionen hinzugeben, ist Alonso schon zu lange im Geschäft. "Es ist in der Formel 1 immer dasselbe. Du musst dein Produkt für nächstes Jahr verkaufen und erzählen, dass magische Dinge passieren werden", so der Champion der Jahre 2005 und 2006. "Ich weiß noch, als die Traktionskontrolle verboten wurde. Da hieß es, dass es die Fahrer belohnen wird, die eine gute 'Throttle Control' haben. Aber wenn jemand dann einen angeblasenen Diffuser hast, der 100 Downforce-Punkte mehr bringt, als alle anderen haben, fährt Red Bull in jedem Rennen einen Doppelsieg sein."
Der Weg an die Spitze führt folglich nur über ein dominantes Auto: "Du kannst egal wie clever sein, beim Fahren oder wo auch immer, aber wenn ein Auto eine halbe Sekunde pro Runde schneller ist, gibt es nichts, was du tun kannst, um dieses Defizit zu kompensieren. Ich freue mich natürlich, herauszufinden, was die Regeln dem Fahrer nächstes Jahr bieten werden. Hoffentlich mehr, als dieses Jahr. Aber ich denke, vieles wird noch automatisiert sein, was das Energie-Management angeht, und die FIAwird vieles diktieren, dass du als Fahrer nicht viel beeinflussen kannst."


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