Mit Platz zwei hätte George Russell in Silverstone sicher nicht mehr gerechnet. Das gesamte Formel-1-Wochenende fehlte im Vergleich zu Teamkollege Kimi Antonelli die Pace. Auch im Rennen lief es so. Doch durch einen DNF seitens Antonelli und ein spätes Safety-Car ergatterte Russell kurioserweise Position zwei.
In der Weltmeisterschaft macht er damit wieder einen Sprung in Richtung Spitze. Doch zufrieden geben will sich Russell damit nicht. "Platz 2 hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Obwohl ich für das Podium dankbar bin, bin ich weniger zufrieden als in Kanada. Ich muss besser werden", sagt Russell.
Russell unzufrieden: Für die Weltmeisterschaft muss ich besser werden
Immerhin: George Russell hat mit 25 Punkten den Rückstand auf Antonelli auf einen Bruchteil der früheren 68 Punkte nach dem Monaco GP verkürzt. "Das nehme ich hin. Aber so wird es nicht weitergehen", sagt Russell. Wenn ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will, muss meine Leistung besser werden."
Das Problem: Russell scheint noch immer keine Lösung für seine Performance-Probleme gefunden zu haben. "Ich fühle mich gut, aber die Zeiten sind langsam", so Russell. Der will sein Punktedefizit nun auch nicht mehr mit Ausfällen oder Pech begründen. Denn Ausfälle hat Antonelli durch Ausfälle in Großbritannien und Spanien genug auf seiner Seite.
"Angesichts meiner und seiner Leistungen in diesen neun Rennen ist der Vorsprung von 25 Punkten korrekt. Er hat in diesem Jahr die bessere Leistung gezeigt und verdient es, vorne zu liegen", sagt Russell.
Reifen-Platzer raubt Russell fast die Chance auf Heim-Podium
Das war auch in Silverstone so. Schon im Sprint war Kimi Antonelli außer Reichweite. Im Qualifying berichtete Russell von einem Leistungsproblem, das ihn 3 Zehntel gekostet haben soll. Im Rennen setzte sich der Rückstand zu Antonelli jedenfalls nahtlos fort. Schon nach 20 Runden fehlten knapp neun Sekunden auf den Charles Leclerc jagenden Italiener. Das zwischenzeitliche Österreich-Hoch scheint wieder vorbei.
"Die Dinge, die ich selbst beeinflussen konnte, waren nicht gut genug, die Dinge, die außerhalb meiner Kontrolle lagen, waren auch nicht gut genug - das führte zu einer schlechten Pace", sagt Russell.
So wurde Russell in den weiter hinten stattfindenden Kampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton ums Podium verwickelt. Allerdings noch mit realistischen Aussichten auf Position drei. "Ich hatte das Gefühl, ich könnte Max überholen, und mit der Geschwindigkeit auf der Geraden hätte ich auch Lewis hinter mir halten können. Dann kam der Reifenschaden. Ich konnte mein Pech kaum fassen", berichtet Russell.
Denn in Runde 33 funkte die Mercedes-Box Russell einen schleichenden Plattfuß. Ein paar Runden später musste der Brite an die Box und verabschiedete sich so eigentlich aus dem Kampf ums Podest.
Russell rätselt: Woran liegt die schwache Pace?
Eigentlich lag Russell damit abgeschlagen auf Position fünf. Weder gegen Verstappen noch Hamilton bestand eine realistische Chance. Doch dann kämpfte Kimi Antonelli mit Problemen am Auto und Max Verstappen flog ab. Dazu boxte Ferrari Lewis Hamilton unter Safety-Car, ohne dass das Rennen wieder freigegeben wurde. Russell blieb draußen und gewann auch noch P2.
Doch das Hauptproblem namens Pace, das bekam Russell am gesamten Wochenende nicht wirklich in den Griff. "Ich habe immer noch Schwierigkeiten, das Auto zu verstehen", resümiert Russell. "Obwohl ich für das Podium dankbar bin, bin ich weniger zufrieden als in Kanada, als ich in Führung liegend ausgefallen bin."
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