Da waren es nur noch sieben Punkte! Die Spitze der MotoGP-Weltmeisterschaft rückt vor dem Großen Preis von Japan wieder eng zusammen, nachdem Marc Marquez am Samstag im Sprint auf die knappe Qualifying-Niederlage gegen den WM-Führenden Jorge Martin reagieren konnte. Der Ducati-Pilot legte den Grundstein für Sprintsieg Nummer sechs in der laufenden Saison abermals gleich beim Start, hätte Martin diesmal aber wohl auch im Verlauf des Rennens noch abfangen können.
Marc Marquez schlägt Jorge Martin erneut beim MotoGP-Start - und kontrolliert dann
"Nach Instinkt zu fahren ist einfach meine Stärke. Es stimmt, dass die anderen am Sonntag dazugelernt haben und es dann etwas anderes ist, aber beim ersten Start habe ich das nötige Extra", jubelte Marquez in seiner Medienrunde darüber, zum wiederholten Male in den letzten Wochen einen auf der Pole Position stehenden Aprilia-Werkspiloten schon in Kurve eins ausgestochen zu haben. Wie schon in Aragon, Misano oder zuletzt in Spielberg führte er den Sprint damit schon in Runde eins an und kontrollierte das Geschehen in der Folge. Einen Gegenangriff des 'Martinators' ließ er - anders als vor zwei Wochen - nicht mehr zu.

"Mein Gefühl heute war gut. Ich habe mich schon heute Morgen sehr ordentlich gefühlt, aber im Sprint war ich dann nochmal schneller und komfortabler unterwegs, nachdem wir ein paar Modifikationen vorgenommen hatten. Also ja, ich bin glücklich", strahlte der neunmalige Weltmeister von Ducati. In ernsthafter Gefahr durch WM-Rivale Martin sah er sich zu keinem Zeitpunkt: "Ich habe das Rennen kontrolliert. Ich habe in Runde acht oder neun nochmal etwas gepusht, weil er immer noch 0,8 Sekunden hinter mir war und ich in den letzten Runden etwas mehr entspannen wollte. Aber das habe ich gut hinbekommen."
Tatsächlich fuhr Marquez im neunten Umlauf in 1:43.471 Minuten nochmal die schnellste Rennrunde, während Martin zu diesem Zeitpunkt nur eine Rundenzeit von 1:43.840 Minuten gelang und er in der letzten Runde dann völlig einging - so sehr, dass ihm Enea Bastianini und Diogo Moreira in den letzten vier Kurven plötzlich noch dicht am Hinterrad hingen. Letzterer wurde am Ende sogar noch vor Martin gewertet, weil sowohl er als auch Bastianini in der letzten Runde die Tracklimits verletzt hatten. Besorgniserregend mit Blick auf die doppelte Renndistanz am Sonntag.

Sorge bei Aprilia: Halten die Reifen am Sonntag im Japan-GP durch?
"Ich bin sehr zufrieden, denn uns ist von gestern auf heute eine fantastische Verbesserung gelungen. Ich bin im Qualifying den Rundenrekord gefahren und hatte im Sprint dann zunächst eine sehr ähnliche Pace wie Marc", zog Martin zunächst ein erfreuliches Fazit, "aber nach fünf oder sechs Runden habe ich dann Probleme mit dem Hinterreifen bekommen. Es fing auf der linken Flanke an. Ich habe versucht, das zu managen, aber in den letzten vier Runden konnte ich auch auf der Geraden gar nichts mehr machen. Bis zum sechsten Gang hat der Reifen einfach nur durchgedreht. Das ist ärgerlich und ich bin froh, überhaupt ins Ziel gekommen zu sein. Denn unter diesen Umständen zu fahren, war wirklich hart. Es gab während des gesamten Wochenendes nicht ein Anzeichen, dass dieses Problem auftreten könnte."
Im Aprilia-Lager scheint deshalb nun etwas Angst vor dem Grand Prix umzugehen. Denn Marco Bezzecchi setzte im Gegensatz zu Martin bereits im Sprint auf die härtere Medium-Variante, wurde aber nur Sechster und war damit nicht wirklich schnell. "Das ist sicher besorgniserregend. Wir werden im Warm Up etwas ausprobieren müssen", gestand der 'Martinator' deshalb. Es könnte für den WM-Leader der MotoGP im Japan-GP also primär um Schadensbegrenzung gehen, denn Marquez scheint keinerlei Sorge vor den 24 Runden im Mobility Resort zu haben: "Mein Reifenabrieb war gut. Ich habe es noch nicht genau geprüft, aber ich konnte am Ende noch 43er-Zeiten auf diesem Reifen fahren. Der Abrieb war also nicht sehr groß."
Was meint ihr: Gewinnt Marquez am Sonntag erneut oder gelingt Martin eine Wunderheilung? Sagt es uns in den Kommentaren! Wann und wo ihr den Großen Preis von Japan live im TV, Stream oder Ticker verfolgen könnt, verraten wir euch derweil in diesem Artikel:



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