Der Oktober hat begonnen, die Formel 1 fährt gerade in Malaysia den Bahrain-GP und weiß immer noch nicht, ob die Saison in zwei Monaten mit 23 Rennen inklusive des Finales in Katar und Abu Dhabi oder mit 22 Rennen und einem Finale in Imola endet. Oder doch? CEO Stefano Domenicali hält in seiner jüngsten Wortmeldung mehr als deutlich an den Nahost-Rennen fest.
Wegen des Irankrieges hatten zu Saisonbeginn zuerst einmal Bahrain und Saudi-Arabien aus dem Kalender genommen werden müssen. Saudi-Arabien ist definitiv abgesagt. Bahrain wird an diesem Wochenende in Malaysia mit dem etwas kuriosen "Bahrain-GP in Malaysia" nachgeholt. Die verbleibenden Rennen in der Golfregion, Katar und Abu Dhabi, will die Formel 1 nur ungern verlieren.
Diese Rennen zahlen gutes Geld, um einen Grand Prix - und im Falle von Abu Dhabi das Saisonfinale - zu bekommen. So war es von Beginn an Ziel der Formel 1, weitere Absagen so weit wie möglich hinauszuzögern. Im Sommer bestätigte Stefano Domenicali einen Notfall-Plan mit einem kurzfristigen Zusatz-Rennen in Imola, wollte aber vor Herbst keine Entscheidung verkünden.
Stefano Domenicali glaubt fest daran: Katar und Abu Dhabi finden statt
Aktuell wollen alle Beteiligten nichts von Absagen wissen. "Wir haben den Kalender bestätigt, die letzten zwei Grands Prix sollen in Katar und Abu Dhabi stattfinden", so Domenicali in einem Interview mit Sky Italia. "Das ist die Richtung, die wir aktuell gewählt haben, basierend auf den vorliegenden Informationen - und natürlich abhängig von den nötigen Zusicherungen, die absolut essenziell sind."
"Dieser Strategie planen wir bis zum Jahresende zu folgen", so Domenicali. Aktuell erscheint die Lage zumindest im Hinblick auf Katar und Abu Dhabi in der Region den Verantwortlichen stabil genug. Team-Vertreter stehen hinter der Entscheidung. "Es gibt gute Gründe, daran zu glauben", meint Mercedes-Teamchef Toto Wolff gegenüber Sky. "Es gibt keine Reisewarnungen für die Region."
"Die Flugzeuge fliegen, die Versicherungen decken es, die örtlichen Vermarkter sind enthusiastisch", streicht Wolff hervor. "Für uns sieht es so aus, als ob es stattfinden wird." Logistisch ist es für die Formel 1 gar nicht so schwierig, die Entscheidung hinauszuzögern. Ein Imola-Ersatzrennen würde viele Ressourcen nutzen, welche für die regulären Europa-Rennen verwendet und nach Madrid eingemottet wurden.
Die Übersee-Rennen im Herbst werden logistisch anders abgearbeitet. Daher ist es auch kein so großes Problem, dass die Entscheidung jetzt bis tief in den Herbst verlegt wurde. Aktuell würde wohl nur eine erneute Eskalation des Krieges eine Absage erzwingen - nicht aber der Status quo.



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