Portrait:

Als Sohn eines britischen Vaters und einer thailändischen Mutter wuchs Alex Albon zwar in England auf, startet aber unter der Flagge Thailands. Albon machte früh in seiner Kart-Karriere 2006 schon mit Siegen in der britischen Szene auf sich aufmerksam. Nationale Erfolge folgten, 2010 und 2011 gesellten sich internationale Siege hinzu. Mit einer Aufnahme ins Red-Bull-Förderprogramm ging ein Aufstieg in den Formelsport einher. Im Formel Renault 2.0 Eurocup und in der Formel Renault 2.0 Alps enttäuschte er jedoch, mit einem 38. und einem 16. Gesamtrang.

Red Bull lockt Albon vom Formel-E-Platz in die Formel 1

Für Albon bedeutete das einen Wechsel vom Red-Bull- in den Lotus-Nachwuchskader. Mit einem Podium und einer Pole blieb aber auch das Jahr 2013 bescheiden. Erst im dritten Jahr gelang ihm im Eurocup mit Konstanz, aber ohne Siege, ein kleiner Durchbruch. Nach dem dritten Gesamtrang stieg er so 2015 in die europäische Formel 3 auf, wo er mit fünf Podien und einen siebten Gesamtrang passabel abschnitt.

Die F3-Saison deutete Albons Potential an - welches ihm 2016 immerhin zu einem Top-GP3-Cockpit bei ART verhalf. Albon ergriff die womöglich einzige Chance und setzte sie in vier Siegen und einem Vizemeistertitel um. Zwar nun ohne Unterstützung eines Förderkaders, aber mit Ergebnissen, erkämpfte er sich so für 2017 bei ART ein Formel-2-Cockpit. Eine mittelmäßige Saison folgte, nach einem zehnten Gesamtrang schaffte er es immerhin für 2018 für ein zweites Jahr zu bleiben, diesmal mit DAMS. Die Saison sollte der Durchbruch sein: Vier Siege und ein Kampf um die Meisterschaft, am letzten Wochenende musste er sich mit Gesamtrang drei zufriedengeben.

Ohne einer F1-Chance am Horizont dockte Albon Ende 2018 beim Formel-E-Team von Nissan an. Erst im letzten Moment kam plötzlich der Anruf von Red Bull: Der Junior-Kader der Österreicher war ausgedünnt, und plötzlich ein F1-Cockpit bei Toro Rosso frei. Albon zögerte nicht lange, ließ den Formel-E-Deal fallen und kehrte zurück zu seinen einstigen Nachwuchs-Förderern.

Albon zerbricht an Herausforderung Red Bull und Verstappen

Albons Formel-1-Karriere startete mit Punkten in fünf der zwölf Rennen vor der Sommerpause, mit seinem F1-erfahrenen Teamkollegen Daniil Kvyat lieferte er sich ein enges Duell. In der Sommerpause kam plötzlich die nächste große Chance: Red Bull degradierte den im Hauptteam schwächelnden Pierre Gasly, und Albon bekam das zweite Red-Bull-Cockpit neben Max Verstappen.

Auch wenn Kvyat bei Toro Rosso die besseren Ergebnisse gezeigt hatte, so war die Teamführung von Albons Potenzial überzeugt. Albon beendete die Saison zwar ohne Podium, aber schaffte es nur in Brasilien nicht unter die Top-sechs, nachdem er auf Podiumskurs liegend von Lewis Hamilton abgeschossen wurde.

Das sicherte ihm den Platz für 2020, doch nachdem er im Kampf um Platz zwei beim Saisonauftakt erneut mit Hamilton kollidierte, folgte ein langer Durchhänger. Oftmals wurde Albon nicht nur von Verstappen, sondern auch von Mittelfeld-Teams in schwächerem Material ausqualifiziert. Red Bull ortete eine Vertrauenskrise und gab ihm viel Zeit, aber nur zwei Podien standen nach 17 Rennen zu Buche. Zu wenig, um das Cockpit zu halten.

Albon findet neues F1-Land bei Williams

2021 stand Albon in der Formel 1 an der Seitenlinie. Als Test- und Entwicklungsfahrer streute ihm Red Bull allerdings Rosen, und äußerte früh den Willen, ihm beim Finden eines neuen Formel-1-Platzes behilflich zu sein. Nebenbei startete Albon in der DTM, und holte bei diesem Teilzeit-Job einen Sieg.

Die Suche nach einem F1-Platz war aber erfolgreich: Nach schwierigen Verhandlungen schaffte es Albon, sich für 2022 ein Williams-Cockpit zu sichern, obwohl Williams Motorkunde von Red Bulls Hauptkontrahent Mercedes war. Mit dem Vertrag einher ging also die Anforderung, die Red-Bull-Beziehung zu trennen. Jetzt hat Albon eine weitere Chance.