Fernando Alonso spielt in dieser Saison öffentlich mit dem Gedanken eines Formel-1-Rücktritts. Vor seinem voraussichtlich 438. Rennstart in Monza wird sich der bald 45-Jährige nach eigenen Angaben entscheiden, ob es mit der Königsklasse endgültig vorbei ist. Damit stellt sich die Frage: Wer wird ihn bei Aston Martin ersetzen?
Ein Cockpit beim Team von Lawrence Stroll zählt derzeit nicht zu den begehrtesten. Die Mannschaft aus Silverstone ist von der laufenden Saison wortwörtlich gebeutelt. Lance Stroll beendete nur ein Drittel der neun Saison-Rennen, Alonso war im Lego-Rennen der Silverstone-Fahrerparade konkurrenzfähiger als in jedem Grand Prix 2026. Beide Fahrer klammern sich verzweifelt an die Hoffnung, dass das große Update-Paket in Ungarn die Erlösung bringen wird.
Im Nachwuchskader dauert die Suche nach Ersatz nicht lange: Reservefahrer und amtierender Formel-2-Vizechampion Jak Crawford könnte zum Handkuss kommen, sollte Alonso mit Ende des Jahres gehen. Doch ob man in den ohnehin schwierigen Aston-Martin-Boliden einen Rookie setzen möchte, ist fraglich. Auch Langzeit-Reserve Felipe Drugovic und Stoffel Vandoorne wirken nicht wie realistische Optionen. Möglich ist ebenso, dass sich Lawrence Stroll im Fahrerlager nach einem Ersatz umsieht. Ein Name liegt dabei nahe: Gabriel Bortoleto.


Aston Martin statt Audi? Danner bewertet Wechsel
Der junge Brasilianer ist Alonsos Schützling, seit 2022 wird er vom Management des Spaniers betreut. Schon davor kannten sie sich, weil Bortoleto in der FRECA (Formula Regional European Championship by Alpine) für Alonsos Team fuhr. Mit seiner Unterstützung schaffte Bortoleto das seltene Kunststück, einen Formel-3- und Formel-2-Titels hintereinander zu gewinnen. Könnte der Lehrling in seines Meisters Fußstapfen treten?
Formel-1-Experte Christian Danner ist nicht von dieser Theorie überzeugt, schließlich gibt es da ein ganz großes Hindernis. "Der ist bei Audi unter Vertrag. Basta", meint er unverblümt im AvD Motorsport-Magazin. "Jetzt kann man sagen: 'Verträge in der Formel 1, die sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen, die sind schnell vergessen.' Trotz alledem ist der Gabriel Bortoleto eine anerkannte Größe bei Audi."
Bortoleto fährt seit 2025 für Audi, damals noch Sauber, und war schnell auf Augenhöhe mit seinem erfahrenen Teamkollegen Nico Hülkenberg. In der laufenden Saison ist er der bisher einzige Punkte-Fahrer des Teams. In Silverstone fuhr er mit Platz acht das beste Ergebnis für den F1-Neueinsteiger ein.
Dieses Talent würde Audi nicht einfach so ziehen lassen, ist sich Danner sicher: "Die wissen ganz genau, wie wahnsinnig gut der Bursche ist, wie sehr er sich auch einbringen kann in der Weiterentwicklung. Das ist nicht so, dass die sagen: 'Das ist egal, wenn wir den los sind, dann nehmen wir halt einen anderen.' Daher gibt es, glaube ich, absolut keine Chance, dass er den Rennstall verlässt."
Tritt Alonso wirklich zurück? Danner: Nicht als geprügelter Hund gehen!
Die Kernfrage bleibt: Wird Alonso tatsächlich mit Ende des Jahres in Formel-1-Rente gehen? "Wenn es eine Chance gibt, dass er weitermachen kann, dann macht er weiter", so die Einschätzung des Experten. Dennoch sei der Routinier ein Realist. Wenn jemand anders vom Team bevorzugt wird, dann würde er sehr wohl Platz machen, so Danner. Aber selbst das würde Alonso nicht vom Cockpit fernhalten: "Dann macht er sicher weiter, nicht als Formel-1-Fahrer, sondern als etwas anderes. Der hört definitiv nicht auf, Autorennen zu fahren."
Mit Alonso würde der Formel 1 ein echter Charakterfahrer abhandenkommen. Den Experten würde es freuen, den Spanier noch länger zu behalten. Außerdem weiß Danner aus eigener Erfahrung, dass man den Sport nicht an einem Tiefpunkt verlassen sollte. "Als geprügelter Hund die Formel 1 zu verlassen, ist blöd. Wenn man so ein bisschen Erfolg hat, alles super läuft, dann kann man in Frieden abschließen", so der F1-Pilot von 1985 bis 1989. "Dann gönne ich ihm das sehr, wenn man mal sieht, was der in seinem Leben geleistet hat."
Was Alonso für einen potenziellen Ruhestand geplant hätte, hat er bereits in Silverstone verraten. Was Max Verstappen und McLaren damit zu tun haben, erfahrt ihr hier:



diese Formel 1 Nachricht