Fans von Fernando Alonso sollten sich die Sommerpause rot im Kalender markieren. Denn zu dieser Zeit wird der Routinier entscheiden, ob er weiter in der Königsklasse verweilt oder endgültig in die F1-Rente geht. Doch was macht ein Vollblut-Racer wie Alonso nach fast 30 Jahren Formel 1? Im Vorfeld zum Großbritannien Grand Prix verrät er seine Pläne.
"Ich habe definitiv ein paar Sachen auf meiner Liste", meinte Alonso in Silverstone. "Die meisten dieser Herausforderungen haben mit Motorsport zu tun. Ich will die Rallye Dakar gewinnen, das habe ich schon oft gesagt." Alonso trat bereits 2020, während seiner ersten Formel-1-Auszeit, bei der mehrtägigen Wüstenjagd an, kam aber nur auf den 13. Platz in der Automobilgesamtwertung. Zwischen 2017 und 2020 versuchte er es auch in der WEC, holte dort in der Saison 2018/19 den Fahrertitel, gewann zweimal bei den 24 Stunden von Le Mans und probierte sich dreimal an den Indy 500, ohne große Erfolge.
Le Mans mit McLaren & Verstappen? "Dafür hat Zak kein Budget"
"Ich will vielleicht auch in anderen Serien gewinnen oder mich nochmal der Herausforderung der Langstrecke stellen. Besonders wenn Max [Verstappen, Anm. d. Red.] das auch eines Tages möchte", führte der Routinier fort. Dass Alonso mit Max Verstappen zusammen in Le Mans antreten möchte, ist schon seit einigen Jahren Thema. Doch gerade jetzt wird diesem Gerücht wieder Leben eingehaucht.
Seit dem Österreich GP wird im Fahrerlager gemunkelt, dass sich der vierfache Weltmeister mit McLaren über einen Wechsel unterhalten soll. Laut dem britischen Sky F1 soll es zwischen Verstappen und der Papaya-Truppe vor dem Rennwochenende in Spielberg zu einem Geheimtreffen gekommen sein. McLaren sei laut Medienberichten vor allem interessant für Verstappen, weil der Rennstall ein breitgefächertes Motorsport-Programm außerhalb der Königsklasse anbieten kann.
Verstappen träumt schon länger von einer Teilnahme bei den legendären 24h Le Mans, die Mannschaft aus Woking wird 2027 zum ersten Mal beim Frankreich-Klassiker dabei sein. Könnte ein Team zusammen mit Alonso Realität werden? Angesprochen auf die Gerüchte kann sich der Aston-Martin-Pilot einen Witz nicht verkneifen: "Ich weiß nicht, ob Zak [Brown] das Budget dafür hat." Dann wird er wieder ernst. "Es ist unwahrscheinlich, vor allem, wenn ich bei meinem Team bleibe. Sie treten mit der Valkyrie in Le Mans an. Also es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich zuerst mit der Valkyrie antrete."
Das Aston Martin Valkyrie Hypercar nahm 2025 zum ersten Mal am prestigereichsten Rennen der Welt teil und konnte beim Debüt überzeugen: Platz 12 und 14 wurden es für die James-Bond-Marke. Dieses Jahr verbesserten sie sich mit Rang 8 und 14 leicht.
Was könnte Alonso zum F1-Verbleib überreden?
Die Entscheidung über seine Zukunft wird Alonso nach dem Großen Preis von Ungarn treffen. "Wir werden den Sternenregen [Perseiden] anschauen, der ist üblicherweise am 14. oder 15. August. Da werden wir in den Himmel blicken und uns entscheiden", scherzte der Spanier auf wiederholte Nachfrage zum genauen Datum.
Die Gründe für einen potenziellen F1-Abgang sind klar: Der AMR26 ist eine einzige, teils gesundheitsgefährdende Baustelle. Der derzeit einzige Lichtblick ist Ungarn, denn dort soll das heiß ersehnte Update-Paket kommen. Aber selbst wenn die neuen Teile eine enorme Verbesserung bringen, würde das Alonso nicht zwingend zum Bleiben überreden: "Es gibt andere Faktoren, über die ich nachdenken muss. Vielleicht ist das Auto großartig, aber es besteht immer noch das Gefühl, dass der Sport in die falsche Richtung geht."
Neben seiner Unzufriedenheit mit den halbelektrischen Antrieben spielt mit Sicherheit auch sein drei Monate alter Sohn eine Rolle. Es braucht aber nicht einmal einen Performance-Aufschwung, damit Alonso die Rente nach hinten verschiebt, wie er selbst beteuert: "Vielleicht wird das Auto in Budapest nicht besser, aber wir haben ein anderes Upgrade oder ein komplett neues Konzept fürs nächste Jahr. Oder vielleicht gibt es verschiedene Gefühle im Team, die mich vom Weitermachen überzeugen." Ein gutes Ergebnis in Ungarn – und auch beim jetzigen Grand Prix in Silverstone – würde mit Sicherheit helfen. Schon das Rennen zu beenden, wäre ein guter Anfang. Bisher blickt Alonso in diesem Jahr auf vier Ausfälle in acht Rennen.
Max Verstappen ist ein gefragter Mann für die 24h Le Mans. Nicht nur Fernando Alonso würde gerne in einem Team mit ihm sein, auch Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel machte seinem Red-Bull-Nachfolger Hof.



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