Erst in dieser Saison gab Sergio Perez sein F1-Comeback beim Neueinsteiger Cadillac, nachdem er Ende 2024 bei Red Bull ersetzt wurde. Nun kursiert jedoch bereits das Gerücht, dass er nach nur einem Jahr bei den Amerikanern schon zu Williams wechseln könnte. Cadillac-CEO Dan Towriss will davon jedoch nichts wissen.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass Checo bei Cadillac bleibt. Wir lassen uns von den Williams-Gerüchten nicht ablenken", erklärte Towriss. "Wir haben Vertrauen in die Beziehung und er wird auch nächstes Jahr in einem Cadillac sitzen."

Perez-Wechselgerüchte lassen Cadillac kalt

Perez gilt mit seinen 36 Jahren als wertvoller Pilot, der in seinen 14 Formel-1-Saisonen bei fünf Teams sowohl Werks- als auch Kundenteams durchlaufen hat. Nicht zuletzt war dies einer der Hauptgründe, wieso er für Cadillac interessant und letztlich als Stammfahrer für die Debütsaison eingesetzt wurde, wie Neo-Teamchef Marcin Budkowski erst kürzlich bestätigte.

"Checo ist eine Bereicherung für das Team. Das gilt ehrlich gesagt für beide unsere Fahrer. Ich denke, es ist entscheidend, diese Erfahrung und Stabilität in einem so jungen Team zu haben", meint Budkowski. "Wenn ein Team erst lernt und ein Fahrer ebenfalls lernt, sind das zu viele Variablen, deshalb ist es wichtig, einen Fahrer wie Checo an Bord zu haben."

Dass das Team noch in den Kinderschuhen steckt, bewies die erste Saisonhälfte. In den ersten elf Rennen musste Cadillac gleich neun Ausfälle einstecken. Die häufigste Ausfallursache waren die Bremsen, die immer wieder in Brand gerieten. In Ungarn brachte das Team deshalb neue Bremskühlungen, doch auch diese konnten das Problem nicht beheben.

Perez' Kritik, dass die Weiterentwicklung bei Cadillac zu langsam verlaufen würde, wurde damit abermals bestätigt. Die Williams-Gerüchte, gepaart mit den ausbleibenden Verbesserungen und dem unzufriedenen Mexikaner müssten die Führungsriege inzwischen ein wenig nervös machen. Doch die Annahme täuscht! Die Kritik des Mexikaners an seinem Team ist sogar mehr als erwünscht.

"Er ist, soweit ich weiß, in dieser Saison nicht nur außergewöhnlich gut gefahren, sondern hat das Team auch im Hintergrund sehr, sehr stark gepusht", findet Budkowski Positives an der Kritik am Boliden. "Das ist es, was ich mir von einem Fahrer wie ihm, der jahrelang bei Red Bull war und mit den Besten gearbeitet hat, erwarte. Dieses Mindset brauchen wir."

Kein Platz für Nachwuchsfahrer: Cadillac setzt weiter auf Erfahrung

Deshalb plant Cadillac derzeit nicht mit einem jungen Fahrer im Stammcockpit. "Wir haben zwei erfahrene Piloten, mit denen wir sehr zufrieden sind und die das Team vorantreiben", so CEO Dan Towriss. "Natürlich denken wir darüber nach, ob das ein junger Fahrer auch könnte, aber derzeit sind keine Änderungen für die nächste Saison geplant."

Der naheliegendste Fahrer, der bereits in den Startlöchern steht, wäre Colton Herta. Der Amerikaner ist als Testpilot bei Cadillac engagiert und fährt derzeit seine erste Saison in der Formel 2. In der Gesamtwertung belegt der Hitech-Pilot den 16. Platz in einem Feld von 22 Fahrern. Zu Beginn der Saison setzte Towriss die Ziele für den Nachwuchspiloten hoch: Ergebnisse in den Top-10 sollten das Ziel sein. Fünfmal gelang ihm das bereits, die Punkteausbeute fiel dabei jedoch eher gering aus.

Auch wenn der Cadillac-Nachwuchs derzeit noch nicht bereit für einen kompletten Formel-1-Einstieg ist und das Team selbst weiterhin an der Konstanz des Autos arbeiten muss, weiß Towriss, dass sich "Dinge natürlich immer ändern können - es ist die Formel 1. Aber momentan liegt unser Fokus nicht darauf, einen jungen Fahrer ins Cockpit zu setzen", so der CEO.

Irgendeiner ist immer Letzter! Danner verteidigt Cadillac (04:05 Min.)