Timo Glock holte bei der DTM am Nürburgring im Sonntagsrennen sein drittes Top-10-Resultat in der laufenden Saison. Im direkten Vergleich zu Teamkollege Ben Dörr fehlte das gesamte Wochenende über jedoch einmal mehr der Anschluss. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und fünfmalige DTM-Sieger sah darin Anlass genug zu einer deutlichen Ansage an alle Fans, die es immer noch nicht verstehen wollen. Den alten Timo Glock gibt es immer noch!
"Na ja, der ist ja nicht weg! Es ist immer das Schöne zu sehen, dass die Leute immer denken, der kann nicht mehr Auto fahren - also, ich bin ja nicht zu dumm zum Autofahren!", poltert Timo Glock am ProSieben-Mikrofon. Mit den Startplätzen 18 und 19 hatte er gegenüber Ben Dörr, der in den Zeittrainings die Positionen fünf und zwei erreichte, auf dem Papier klar das Nachsehen.
"Ich kann es nur so sagen: Wir sind limitiert, mein Ingenieur weiß es, mein Dateningenieur weiß es, mein Nummer-eins-Mechaniker weiß es - 'end of story', mehr können wir nicht machen. Es gibt ein A- und ein B-Auto, Ende, aus", stellt Glock umissverständlich klar, dass sein McLaren 720S GT3 Evo wie schon im Vorjahr nach wie vor nicht optimal aussortiert ist. "Die Probleme, die wir auf der einen Seite in der Box haben, die sind einfach im Qualifying so extrem, dass uns die Hände gebunden sind und ich kann nichts machen."
Timo Glock entfesselt im DTM-Sonntagsrennen am Nürburgring den alten Glock
In beiden Qualifyings auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout des Nürburgrings fehlte Timo Glock rund eine halbe Sekunde auf Ben Dörr. "Aus irgendwelchen Gründen hatte ich heute 60 Prozent mehr Traktionskontrolle im Qualifying. Im ersten Sektor habe ich fünf Zehntel verloren und es sind einfach viele Kleinigkeiten, wo wir nicht wissen, wo die herkommen und wieso die immer wieder auftreten. Das ist schade und tut weh", sagt der 44-Jährige.
Am Samstag war es für Glock auch im Rennen nicht gut gelaufen. Nach einer frühen Kollision mit Lamborghini-Fahrer Marco Mapelli kassierte er drei Penalty-Laps und stellte daraufhin ab. Im zweiten Lauf hingegen wusste er sich im hart umkämpften Mittelfeld durchzusetzen und erreichte von Startposition 19 den achten Platz. "Das ist das, wofür ich hier bin, um um geiles Racing zu zeigen", freut er sich über das ereignisreiche Rennen. "Das ein oder andere Manöver hat mir mal seit langem wieder ein Lachen ins Gesicht gezaubert."
Kampfgeist hält Moral von Timo Glocks Crew aufrecht
Vor allem für die Moral auf seiner Seite der Garage ist es wichtig, den Kampfgeist trotz der anhaltenden Rückschläge nicht aufzugeben. "Ich habe meine Ingenieure immer gefragt, "habt ihr den Move gesehen?", dass meine Mechaniker wieder was zum Lachen haben, weil die gerade natürlich auch durch die Hölle gehen", so Glock. Trotz allem hätte er sich am Sonntag noch mehr erhofft, zumal er nach seinem frühen Ausfall im ersten Lauf zu den Fahrern zählte, die auf einen zusätzlichen frischen Reifensatz zurückgreifen konnten.
Die Traktion am Kurveausgang war trotz guter Gummis ein Handicap. "Ich habe einen frischen Reifen drauf im Vergleich zum Nicki Thiim und komme aus den Ecken einfach nicht traus, weil ich teilweise Wheelspin an einem Rad habe. Das aktiviert die Traktionskontrolle und das ist ein wiederkehrender Prozess der uns einfach immer wieder langsam macht."


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