In Baku sorgte McLaren am letzten Wochenende mit äußerlich sehr umfangreichen und spektakulären Updates noch einmal für Aufsehen. Ein letztes Mal für dieses Jahr, davon ist auszugehen. Ein trotzdem schwaches Baku-Wochenende zeigt damit dem diesjährigen Formel-1-Auto einmal noch die technischen Grenzen auf.
Tatsächlich mögen die Updates bei näherer Betrachtung unter der Lupe nicht so groß sein, wie es von außen wirkte. "Sie waren recht auffällig, weil sie die Form von Seitenkasten und Unterboden betrafen, aber selbst wenn sie auffälliger als die von Ungarn waren, so bringen sie weniger Performance", meint Teamchef Andrea Stella.
Primär helfen die Baku-Anpassungen nämlich den größeren Umbauten am Unterboden von Ungarn. Nicht alles davon war sichtbar, weil entweder unterhalb oder verschachtelt im rückwärtigen Bereich des Überganges vom Unterboden-Hauptkörper zum Diffusor versteckt. Wie viel dort unterhalb geändert wurde, bleibt offen.
Baku-Update nächster Schritt in die Ungarn-Richtung
Allerdings ist klar, dass der Ungarn-Unterboden eine große Modifikation des vorangegangenen Designs darstellte, von den Floor Boards und vorderen Elementen bis zum Übergang in den Diffusor. Von außen jedenfalls ersichtlich war das neue Design der komplexen Leitelemente vor dem Hinterreifen. Seit Ungarn formen die einen verlängerten Kanal mit drei Einschnitten. Davor war das Design deutlich simpler gewesen und hatte erst weiter hinten überhaupt begonnen. Auch der offene Bereich dahinter beim Übergang zum Diffusor war in Ungarn neu strukturiert worden.

Das nun in Baku folgende Update ist ein Weiterdenken in diesem Bereich im Zusammenspiel mit dem neuen Seitenkasten. Dessen nun vertikaler Einlass ermöglicht eine grundsätzlich neue Form des Luftkanals zwischen der Ausbuchtung des Seitenkastens und des Unterbodens, wie auf den Illustrationen von F1-Technik-Journalist Giorgio Piola gut zu erkennen.


Dahinter wird der ganze Seitenkasten angehoben und geht nicht mehr fließend in den Unterboden über. Das erzeugt nun einen Kanal zwischen Seitenkasten und Unterboden bis zum bereits angesprochenen Bereich vor dem Hinterrad und dem Übergang zu Aufhängung und Diffusor. Die dort am Freitag installierten Messinstrumente (siehe letztes Bild) unterstreichen, dass McLarens Fokus dem veränderten Luftfluss von dort in den Diffusor-Bereich galt.
Letztes großes McLaren-Paket behebt bekannte 2026er-Schwächen nicht
Das alles unterstreicht Stellas Aussagen - sieht umfangreich aus, scheint praktisch aber bloß eine Verfeinerung eines größeren konzeptuellen Umschwungs, den man in Ungarn begonnen hatte. Damit ist es auch nicht weiter überraschend, dass der McLaren in Baku selbst mit dem Update relativ zu Mercedes und Red Bull nicht gut aussah.
Dem Auto fehlt aus der bekannten Kombination eines ineffizienteren Chassis und einer nicht optimal gewählten Getriebeübersetzungen Topspeed. Außerdem schwächelt es in langsamen Kurven. "Das hat sich mit diesem Upgrade nicht fundamental geändert, es liefert einfach ein bisschen mehr Abtrieb unter allen Bedingungen", hält Stella fest.
McLaren verliert Teile mit Baku-Crash - aber keine Krise
"Hoffentlich zahlt es sich in den nächsten Rennen mehr aus", meint Stella. In Malaysia kommen wieder schnelle und mittelschnelle Kurven, die dem MCL40 bislang besonders liegen. Mit diesen Schwächen wird man nun wohl bis zum Ende der Saison leben müssen: "Wir werden noch ein paar neue Teile für den MCL40 sehen, aber alle unsere Ressourcen sind nun auf das nächstjährige Auto konzentriert. Was noch kommt, sind nur Teile, die bereits vor ein paar Wochen abgesegnet wurden."
Leider wird man ein paar neue Teile wohl nach Baku schon wieder wegwerfen müssen - weil sie beim Crash von Lando Norris mit den Alpines beschädigt wurden. "Zum Glück kommen ein paar neue Teile, damit sollten wir in den kommenden Rennen okay sein", hofft Stella. Wirkliche Probleme drohen nur, wenn in Sepang noch mehr kaputtgehen sollte.



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