Mit einer Runde Rückstand auf Sieger Kimi Antonelli überquerten Alex Albon und Carlos Sainz in Austin die Ziellinie. Damit markierte Austin für Williams einen neuen Tiefpunkt in der Formel 1-Saison 2026. Bereits im Qualifying galt das Team als klarer Kandidat für ein Ausscheiden in Q1, was sich letztlich mit knapp drei Sekunden Rückstand auf Polesetter Kimi Antonelli auch bewahrheitete.
Im Rennen fand sich Williams im Niemandsland wieder und konnte nicht einmal ansatzweise mit dem Mittelfeld mithalten. Die von Teamchef James Vowles immer wieder angeführte, veraltete Infrastruktur als Hauptausrede hat so langsam ausgedient. "Wenn James Vowles jammert und sagt: Ja, ich würde gerne mehr Geld ausgeben und die Technik, die Analyse-Tools und die Computational Fluid Dynamics Software verbessern. Die ist schon 16 Jahre alt und so weiter – das klingt schon ein bisschen abgedroschen", meint F1-Experte Christian Danner im AvD Motorsport-Magazin.
Im MSM-Fahrerranking erhielten Alex Albon und Carlos Sainz die Noten 4 und 3. Das gesamte Ranking gibt's hier zum Nachlesen:
Auch wenn er James Vowles nicht abspricht, dass bei Williams nicht alles auf dem neuesten Stand ist, müsse man über den Tellerrand hinausblicken. "Am Ende des Tages sind es die Ingenieure, die da ein Konzept zusammenbauen. Auch wenn es unangenehm ist, muss man da mal genauer hinschauen: Wer ist der Chefdesigner? Wer ist der Aerodynamik-Chef, und was haben die da zusammengebaut?" Immerhin setzte Williams mit einem großen Update-Paket in Baku alles auf eine Karte.

Update-Paket & Personalverstärkung bislang wirkungslos
In Aserbaidschan holte Sainz dann tatsächlich einen Punkt – etwas, das dem Team in den acht Rennen zuvor kein einziges Mal gelungen war. Letztlich erwies sich das Update jedoch als weniger wirkungsvoll als erhofft. "Da gerade mal so ganz knapp vor dem Cadillac rumzueiern, das ist natürlich schon wirklich, wirklich schlimm", bilanzierte Danner. Dabei hat sich Williams zuletzt massiv verstärkt.
Erst im April stieß Dan Milner als Chefingenieur im Bereich der Fahrzeugtechnologie zum Team; zuvor bekleidete er bei Mercedes die Rolle des Chefingenieurs in Forschung und Entwicklung. Es folgte weitere hochrangige Verstärkung: Im August übernahm Piers Thynne die neu geschaffene Position des Chief Optimisation and Planning Officer. Thynne war zuvor Chief Operating Officer bei McLaren und spielte eine zentrale Rolle beim operativen und strukturellen Wandel des Teams aus Woking.
Von Mercedes kamen Claire Simpson (Leiterin der Aerodynamikentwicklung) und Fred Judd (Leiter Performance-Optimierung) und von Alpine Steve Booth. Er arbeitete bereits während der Renault-Erfolge 2005 und 2006 an den Weltmeisterautos mit. Dass es für ein kleineres Team durchaus möglich ist, im Mittelfeld mitzukämpfen und das eine oder andere Mal zu überraschen, beweist Haas. Mit 30 WM-Zählern liegt der Rennstall auf Rang sieben der Konstrukteurswertung – noch vor dem Audi-Werksteam.
F1-Experte: Alonso-Kritik nicht fair
"Daher kommt meine Meinung, dass bei Williams wohl die falschen Leute am Konstruieren sind. Denn was einem Bearman und Ocon gelingt, muss auch einem Sainz und Albon gelingen", sagt Danner. Dabei hatte Fernando Alonso nach dem USA-GP Williams-Pilot Albon und den Fahrern im hinteren Feld die Klasse abgesprochen. Aussagen, die für Danner ganz klar in die Kategorie "Frust" fallen. Denn für Alonso ging das Rennen in Austin bereits in der ersten Runde im wahrsten Sinne zu Bruch.
Er wurde von Albon gerammt, dabei brach ein großer Teil seines linken Unterbodens ab – ein Schaden, der den Spanier das gesamte Rennen begleitete. "Da herrschte doppelter Frust. Auf der einen Seite die Williams-Kutscher, die ein Auto haben, was einfach nicht vorwärts gehen will und auf der anderen Seite ein Alonso, der mit Albon in einen Zweikampf gerät und dann - mit der Gleichgültigkeit eines Fahrers, dem ohnehin alles wurscht ist - in eine Kollision schliddert", ordnet Danner ein. "Das sind die Emotionen, die hochkommen. Aber Albon oder Sainz oder das hintere Feld als schlechte Fahrer zu bezeichnen, ist nicht fair."
Diese Woche geht es in Mexiko weiter. Wann finden die Trainings statt? Wann läuft das Qualifying? Wann startet der Große Preis von Mexiko? Hier findet ihr den kompletten Zeitplan zum Wochenende.



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