Thomas Preining (Manthey-Porsche) hat ein weiteres Ausrufezeichen im Kampf um die DTM-Meisterschaft 2026 gesetzt. Der Porsche-Werksfahrer fuhr beim offiziellen Test auf dem Sachsenring die mit Abstand schnellste Rundenzeit. Dass mit Manthey-Porsche im Titelkampf zu rechnen ist, stellte das Team am Sonntag unter Beweis: Ricardo Feller im zweiten Porsche 911 GT3 R erzielte die zweitbeste Zeit.

Preining, der den zweiten Platz in der Gesamtwertung hinter Spitzenreiter Maro Engel mit einem Punkt Rückstand belegt, knackte als Einziger die 1:18er-Marke. Mit seinem Grello-Porsche benötigte er 1:17.827 Minuten für die schnellste Runde auf dem Sachsenring, wo die DTM in knapp drei Wochen vom 11. bis 13. September 2026 ihr vorletztes Event der Saison bestreitet. Teamkollege Feller fehlten 0,258 Sekunden auf dem Motorradkurs.

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Thomas Preining: "Der Sachsenring liegt uns"

"Wir haben unser Testprogramm durchgezogen und Long Runs sowie Qualifying-Simulationen absolviert", sagte Preining. "Die Bestzeit ist bei einem Test eigentlich nicht so wichtig. Es ist aber nie verkehrt, schnell zu fahren, denn dann lernt man im Auto und auf der Strecke am meisten. Der Sachsenring liegt uns und wir gehen top-vorbereitet in die kommenden Rennen."

Die meisten Fahrer fuhren ihre schnellsten Zeiten am Vormittag bei durchweg trockenen Bedingungen (12-17 Grad) - und dürften ihre Karten noch nicht auf den Tisch gelegt haben. Ein Hinweis: Preinings Bestzeit lag ziemlich genau eine Sekunde hinter dem GT3-Qualifying-Rekord, den Jordan Pepper (1:16.826) in der vergangenen Saison mit seinem GRT-Lamborghini aufgestellt hatte. Der Rundenrekord im Rennen liegt bei 1:19.072 Minuten (Ricardo Feller, 2023). Und mit den neuen Pirelli-Slickreifen werden die Zeiten tendenziell schneller.

Preining und der Sachsenring, das ist eine spezielle Angelegenheit. 2025 hatte er in beiden Rennen beste Chancen auf den Sieg, leistete sich in Führung liegend jedoch Fahrfehler, von denen ausgerechnet Manthey-Teamkollege Ayhancan Güven profitierte. Der Türke gewann auch dank der zwei Sachsenring-Siege schlussendlich die Meisterschaft.

DTM-Test Sachsenring 2026: Kombiniertes Ergebnis

Pos. Fahrer Team Rückstand
1 Thomas Preining Manthey-Porsche 1:17.827
2 Ricardo Feller Manthey-Porsche +0.258
3 Ben Dörr Dörr-McLaren +0.466
4 Maro Engel Winward-Mercedes +0.563
5 Nicki Thiim Comtoyou-Aston-Martin +0.664
6 Jules Gounon Winward-Mercedes +0.678
7 Marco Wittmann Schubert-BMW +0.803
8 Lucas Auer Landgraf-Mercedes +0.814
9 Mirko Bortolotti GRT-Lamborghini +0.917
10 Bastian Buus Land-Porsche +0.923
11 Kelvin van der Linde Schubert-BMW +0.984
12 Matteo Cairoli Emil-Frey-Ferrari +1.092
13 Tom Kalender Landgraf-Mercedes +1.103
14 Luca Engstler/Marco Mapelli Abt-Lamborghini +1.134
15 Thierry Vermeulen Emil-Frey-Ferrari +1.206
16 Arjun Maini HRT-Ford +1.565
17 Maximilian Paul GRT-Lamborghini +1.608
18 Nicolas Baert Comtoyou-Aston-Martin +1.814

Maro Engel von der Formel 1 zum DTM-Test

Die Porsche-Stärke am Sachsenring ist natürlich auch Mercedes-AMG und Titelrivale Maro Engel nicht entgangen. "Letztes Jahr waren sie dort sehr, sehr stark", sagte Engel am Samstag bei der Formel 1 in Zandvoort, wo ihn Motorsport-Magazin.com zum Interview traf. "Aber wir tun gut daran, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren. Ich habe mit dem Mercedes-AMG GT3 ein sehr starkes Auto und ein wahnsinnig starkes Team hinter mir. Darauf liegt unser Fokus: das Maximum aus unserem Paket zu holen. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir da wirklich noch viel holen können in den letzten vier Rennen."

Nachdem der Mercedes-Star dem amtierenden Weltmeister Lando Norris den Award für die Pole Position überreicht hatte, ging es für Engel direkt weiter zum Sachsenring-Test. Hier belegte er als schnellster AMG-Vertreter den vierten Platz mit seinem Winward-Mercedes, hinter den beiden Manthey-Porsche und McLaren-Pilot Ben Dörr. Mit dem Rennstallbesitzer-Sohn könnte am Rennwochenende wieder zu rechnen sein: 2025 holte Dörr seinen ersten Podestplatz in der DTM, wurde im Anschluss wegen einer illegalen Reifennutzung aber disqualifiziert.

Maro Engel bei der Formel 1 in Zandvoort mit Lando Norris
Maro Engel mit Zandvoort-Polesetter Lando Norris, Foto: IMAGO/HochZwei

Glock und Wiebelhaus verpassen Test - Paul nach Verletzung zurück

McLaren-Teamkollege Timo Glock verpasste den SaRi-Test am Sonntag wegen seines Sky-TV-Jobs bei der F1 in Zandvoort. Auch HRT-Ford-Pilot Finn Wiebelhaus (Renndebüt bei der IMSA Michelin Pilot Challenge in Virginia) fehlte, womit nur 19 der 21 DTM-Piloten ihre Testrunden abspulten. Abt Sportsline war mit nur einem Lamborghini Temerario GT3 im Einsatz, am Steuer wechselten sich Luca Engstler und Marco Mapelli ab.

Erfreulich: Maximilian Paul kehrte nach seiner am Norisring erlittenen Verletzung (Schien- und Wadenbeinbruch sowie Lendenwirbelbruch) erstmals zurück in den GRT-Lamborghini. Der Dresdner belegte den 17. Platz vor Schlusslicht Nicolas Baert und spulte 98 Runden (70 am Vormittag, 28 nachmittags) ab.

Im kombinierten Test-Ergebnis auf den Plätzen fünf bis acht: Titelaspirant Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin), Jules Gounon (Winward-Mercedes), Nürburgring-Sieger Marco Wittmann (Schubert-BMW) und Lucas Auer (Landgraf-Mercedes). Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) und Bastian Buus (Land-Porsche) komplettierten die Top-10. Damit landeten je drei Mercedes-AMG GT3 und alle drei Porsche 911 GT3 R auf den vorderen zehn Plätzen in der Zeitenliste.

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