Das letzte Rennen in Zandvoort sollte zum gebührenden Abschied für die Formel-1-Teams werden. Haas beendete das Rennen stattdessen mit einem Doppelausfall seiner Piloten. Ein Motorproblem führte zum frühen Rennende für Oliver Bearmann und zum Ausfall von Esteban Ocon in Runde 54. Während es für Ocon der erste Ausfall aufgrund eines Zuverlässigkeitsproblems der Power Unit war, musste Bearman bereits seinen vierten Ausfall einstecken und zeigte sich nicht sonderlich begeistert.

"Wir hatten einen guten ersten Start und eine gute erste Runde, aber nach der Roten Flagge hat sich der Motor einfach abgedreht. Ich hatte das Gefühl, dass sich das Auto von einem Moment auf den anderen einfach abgeschaltet hat", schildert der junge Brite, für den nach der Rennunterbrechung alles schieflief.

Restart-Ärger und Motoren-Kollaps ruinieren Haas das Rennen in Zandvoort

Auch Ocon hatte durch die Rote Flagge im Rennen Grund zur Frustration - sein Ärger war jedoch sportlicher Natur. Er hatte Alex Albon im Williams kurz vor der Rennunterbrechung, ausgelöst durch den Crash von Max Verstappen, noch unter grüner Flagge überholt. Da das Reglement für den Restart nach Abbrüchen vorsieht, dass "die Reihung von jenem Punkt hergenommen wird, an dem es zuletzt möglich war, die Position aller Autos festzustellen", und Rennleiter Rui Marques dafür die Reihenfolge am Ende der ersten Runde heranzog, wurde Ocon wieder hinter Albon zurückversetzt.

"Hätte ich ihn 20 Meter früher überholt, wäre ich vor ihm gestartet", meint Ocon, der damit recht behalten sollte, aber ohnehin keine Chance auf eine Aufholjagd hatte, weil sein Motor später im Rennen den Geist aufgab.

"Meine Hinterräder haben blockiert wie bei Go-Karts und dann ging gar nichts mehr. Nach der dritten Kurve hatte ich keinen Vortrieb mehr, das hatte definitiv etwas mit der Antriebseinheit zu tun", so der Franzose.

Sowohl bei Bearman als auch bei Ocon zeigte sich dasselbe Bild. Während Ocon in der Tarzan-Kurve ruckartig an Power verlor und seinen Boliden an der Seite abstellen musste, endete Bearmans Rennen schon in der Einführungsrunde zum Restart am Ausgang von Kurve 10 ebenso abrupt, wodurch er fast die Kontrolle über seinen Boliden verlor und ins Kiesbett abrutschte. Die genaue Ursache der Probleme konnte Haas kurz nach dem Rennen jedoch noch nicht feststellen.

"Es ist sehr schade, aber es war auch ohne diesen Ausfall ein schreckliches Wochenende, sowohl wegen der Zuverlässigkeit als auch wegen unserer Performance", meint ein sichtlich frustrierter Bearman, für den es seit Monaco nichts mehr zu holen gab. "Das Team hat Estebans Auto ein bisschen besser hinbekommen, aber so haben wir uns den Einstieg nach der Sommerpause nicht vorgestellt."

Auch ohne Ausfälle keine Chance auf Punkte

Schon im Qualifying hatte der Haas-Pilot Probleme, die Leistung aus seinem Boliden herauszuholen, was in einem 20. Startplatz resultierte. Ocon schaffte es aus eigener Kraft zumindest ins Q2, bestätigte damit Bearmans Vermutung, kam aber nicht über Startplatz 15 hinaus. Punkte waren damit für beide Piloten außer Reichweite.

"Unsere zwei Ausfälle machen eigentlich keinen großen Unterschied. Wir waren ohnehin nicht nah genug dran, um Punkte zu holen", ärgert sich Ocon über die fehlende Performance. "Selbst wenn wir kämpfen, sind wir immer noch weit davon entfernt."

Auch Teamchef Ayao Komatsu bestätigte das Problem. "Ich glaube, was wir aus dem Auto vor den Ausfällen herausgeholt haben, ist das, was wir im Moment an Leistung haben", erklärt er. In Anbetracht dessen, dass Ocon zu diesem Zeitpunkt mit über 19 Sekunden Rückstand auf die Punkteränge auf Platz vierzehn fuhr, ist diese Aussage nicht gerade ermutigend für die Haas-Piloten.

Haas hofft auf Upgrade im "Temple of Speed"

Das nächste Rennwochenende in Monza soll jedoch zumindest eine kleine Wende bringen, denn die Leistung soll durch ein Upgrade verbessert werden - hoffen die Piloten zumindest. "Wir müssen schneller werden und ich hoffe wirklich, dass uns das Update in Monza dabei helfen kann", so Bearman.

Ocon hat schon etwas genauere Vorstellungen, wie ihnen das Update helfen soll. "Wir liegen ziemlich weit zurück, das Update ist also mehr als nötig. Unser Ziel sollte es daher sein, das Auto in die richtige Richtung zu lenken, um hoffentlich näher an die Top 10 heranzukommen und sie herausfordern zu können", so der Franzose.

Ob Monza aber wirklich der beste Zeitpunkt für ein solches Performance-Update ist, sei dahingestellt. Die Charakteristik des Temple of Speeds mit seinen vielen Geraden und wenigen Kurven zum Energie-Aufladen stimmt Bearman jedoch wenig optimistisch. "Die Strecke ist stark leistungsbegrenzt, wodurch wir Fahrer etwas weniger Kontrolle haben. Aber ich hoffe zumindest, dass wir ein bisschen mehr Performance mitbringen können", meint der Haas-Pilot.

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