Williams ist in der Formel-1-Saison 2026 bereits seit Monaten im Niemandsland unterwegs. Am unteren Ende des Mittelfelds sind Punkte meist nur ein ferner Gedanke. In dieser Tonart verlief auch der Große Preis der Niederlande, auch wenn Alex Albon nach einem guten ersten Stint, in welchem er in erster Linie durch Probleme der Konkurrenz nach vorne gespült wurde, sich Punktechancen ausrechnete.

Letztendlich trafen sich die Williams-Fahrer aber doch wieder in ihrem Niemandsland auf P14 und P15. Nur verfolgt vom doppelt bestraften Franco Colapinto lieferten sie sich ein unbedeutendes internes Teamduell. Zu allem Überfluss kam es in diesem zur Kollision, als Carlos Sainz sich in Kurve 1 gegen Alex Albon verteidigte und seinem Teamkollegen nach einem wilden Verbremser in die Seite fuhr.

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"Ich hatte richtig ausgelaugte harte Reifen und hatte das ganze Rennen viele Probleme mit dem Auto und mit der Pace. Als ich innen bremste, überraschte mich eine massive Bodenwelle, die größer wird, je weiter innen man ist", erklärte Sainz die Situation. "Ich traf sie mit der Planke, hatte die Vorderreifen in der Luft und als ich in die Bremse trat, blockierte ich und traf Alex."

Über die Schuldfrage gab es keine zwei Meinungen, auch bei Sainz selbst nicht, der sich artig für sein Missgeschick entschuldigte: "Es tut mir leid, denn das ist das Letzte, was ich will." Die Stewards sprachen dem Spanier beinahe im Rekordtempo nach dem Eröffnen der Untersuchung eine 10-Sekunden-Strafe aus.

Für Sainz ist es die zweite Strafe innerhalb von zwei Rennen. Denn bereits beim Ungarn-GP hatte er eine Kollision verursacht. Diese war aber wesentlich kontroverser und in Bezug auf das Rennergebnis folgenreicher gewesen. Denn dort war der zu überrundende Williams-Pilot dem Führenden Oscar Piastri ins Auto gefahren.

Alex Albon ärgert sich nicht über Sainz, sondern über die Williams-Strategie

Die Strafe in Zandvoort blieb wirkungslos, da Sainz sowieso auf der letzten Position aller Finisher die Ziellinie überfuhr. Alex Albon zählte übrigens nicht mehr zu diesen. Er hatte einen kaputten Unterboden aus dem Unfall davongetragen und an der Box abgestellt. Der Thailänder hakte den Zwischenfall schnell ab. Sein Frust galt nach dem Rennen weniger seinem Teamkollegen, als vielmehr seiner Strategie.

"Ich denke, wir waren im Rennen in einer guten Position", ist er überzeugt. "Wir waren für den Großteil des Rennens vor Fernando Alonso, auch wenn wir nicht die Pace hatten. Aber ich denke, dass wir zu früh gestoppt haben", erklärte Albon. Tatsächlich wurde er schon in Runde 25 an die Box geholt, nachdem er den stehenden Restart auf harten Reifen in Angriff genommen hatte.

Innerhalb weniger Runden nach seinem Stopp fand sich Albon in einer größeren Kampfgruppe wieder, die sich ausgerechnet hinter seinem Teamkollegen Sainz gebildet hatte. Er glaubt, dass er durch diese Entscheidung eine realistische Chance auf ein gutes Resultat in Zandvoort verloren habe. "Unsere Pace war nicht fantastisch, aber weil wir mit den harten Reifen gestartet sind, hätten wir einen Overcut gegen die anderen landen können", so Albon. "Ich glaube ehrlich, dass wir eine Chance hatten, heute Punkte zu holen."

Vor diesem Wochenende hatten sowohl Sainz als auch Albon ihren Vertrag bei Williams verlängert. Hier könnt ihr nachlesen, wie Sainz diese Unterschrift angesichts der aktuellen Flaute begründete: