Fernando Alonso vollbrachte am Formel-1-Sonntag in Zandvoort ein regelrechtes Wunder. Erstmals in der Saison 2026 schaffte es Aston Martin aus eigener Kraft in die Punkte. Den Weg zu Platz neun ebnete eine fahrerische Meisterleistung. Als einziger Fahrer im Feld absolvierte er das Rennen mit nur einem Boxenstopp. Der Haken dabei: Er und sein Team hatten diese Strategie so niemals geplant. Der Altmeister fühlt sich dadurch aber nur umso mehr bestätigt.

"Ich bin ein sehr guter Fahrer", spart Alonso nicht mit Eigenlob, als er gefragt wird, wie er es nach den massiven Driveability-Problemen des Honda-Motors beim zwölften Saisonrennen entgegen aller Vorhersagen in die Punkte schaffte. Von Startplatz 18 sah es nicht danach aus, als würde für Aston Martin an diesem Sonntag irgendetwas großartig anders laufen. Nach dem Qualifying hatte sogar der sonst maulfaule Lance Stroll die Power Unit der Japaner öffentlich kritisiert

Aston Martin macht aus der Not eine Tugend

Andererseits hatte Alonso bereits im Sprint am Samstag als einziger Fahrer im Feld wirklich Fortschritte gemacht. Nach einem Start aus der Boxengasse war er bis auf P18 vorgefahren. Im Grand Prix ließ der 45-Jährige schon auf der chaotischen Startrunde mit dem heftigen Unfall von Max Verstappen nichts anbrennen. Nach Runde eins rangierte er bereits auf Rang 15. Beim Restart in der fünften Runde gewann er eine weitere Position, doch die wahre Magic sollte erst noch kommen.

Auf dem Soft-Reifen hielt Fernando Alonso bis Runde 34 aus und leistete dann von P9 seinen einzigen Boxenstopp ab. Die restliche Renndistanz bis zur Zielflagge nach 72 Runden absolvierte er danach auf dem harten Reifen. "Das war nicht der Plan. Wir hatten mit zwei Boxenstopps geplant, die konventionelle Herangehensweise. Aber manchmal müssen wir etwas von der Norm abweichen", erklärt Alonso. Im verlängerten ersten Stint konnte er das Potenzial des in Ungarn runderneuerten Aston Martin AMR26 in freier Fahrt voll ausnutzen.

"Wenn wir im Verkehr feststecken, können wir unser Potenzial nicht nutzen. In den Kurven sind wir schneller als die Fahrer vor uns, aber auf den Geraden hängen wir dahinter fest. Sobald wir mal freie Bahn haben, versuchen wir das zu nutzen, selbst wenn es nicht die optimale Strategie ist - und das haben wir heute gemacht", so der zweimalige Weltmeister, der nach dem Pitstop als Zwölfter zunächst wieder außerhalb der Punkteränge lag. Durch die Boxenstopps der Konkurrenz rutschte er wieder auf die neunte Position vor und hielt diese bis ins Ziel.

Fernando Alonso sieht Trend bestätigt - Honda weiter gefordert

Für Aston Martin und Fernando Alonso war es das zweite Punkteresultat nach Monaco. Beim zehnten Platz im Fürstentum hatte das Team allerdings von diversen Strafen profitiert. In Zandvoort war es eine lupenreine sportliche Leistung - fast. "Da war nur der Ausfall von Max. Ich denke, das war absolut verdient", freut sich Alonso gegenüber Motorsport-Magazin.com über diesen Meilenstein. Nach dem ersten Wochenende mit dem neuen Auto in Budapest nutzte man die Sommerpause.

"Wir haben hier beim Chassis wieder einen Schritt gemacht, mit vier oder fünf neuen Teilen. Das Budapest-Package haben wir in der Pause verstanden mit all den Daten, die wir nach dem Rennen hatten", so Alonso. "Was das Chassis angeht, können wir jetzt schon das Maximum herausholen. Beim Motor ist es etwas schwieriger. [...] Was die Fahrbarkeit angeht, war es ein schwieriges Wochenende. Wir hatten von Kurve zu Kurve wieder Probleme mit den Downshifts und der Motorbremse."

Auf dem Highspeed-Kurs von Monza erwartet er in zwei Wochen einen schweren Stand. Im weiteren Saisonverlauf könnte es aber noch mehr Lichtblicke geben. "Das wird von Rennstrecke zu Rennstrecke davon abhängen, wie viele Geraden es gibt. In Monza erwarte ich nicht, dass wir konkurrenzfähig sind, aber auf ein paar anderen Kursen könnten wir vielleicht die Chance auf Punkte haben", lautet eine Prognose. Auch von Honda erwartet er bis zum Ende der Saison noch Fortschritte: "Wir müssen Honda auch etwas Zeit geben, das Problem zu lösen. Ich bin entspannt und vertraue allen, sowohl in Silverstone als auch in Sakura."