Das Formel-1-Qualifying in Zandvoort war für Aston Martin einmal mehr eine frustrierende Session. Nachdem das große Upgrade in Budapest erstmals das Q2 ermöglichte, war in den Niederlanden sowohl für Fernando Alonso als auch für Lance Stroll der Samstag schon nach Runde eins gelaufen. Das Auto macht sich dank der Weiterentwicklung langsam, doch die Power Unit treibt die Fahrer weiter zur Verzweiflung. Beide sind sich einig: Honda muss dringend nachlegen.
"Es ist nicht gut, gar nicht gut. Es ist eine Lotterie, denn wir haben am Kurveneingang keine konstante Motorbremse und plötzlich sehr viele verweigerte Downshifts. Das sind also einige Probleme", klagt Stroll nach Platz 19 im Qualifying für das zwölfte Rennen im Kalender. Für den 27-Jährigen ist es die beste Startposition der Saison nach P18 in Miami. Diese Platzierung erreichte heute Fernando Alonso, der vor der Sommerpause in Ungarn mit Platz 16 noch seine bisherige Saisonbestleistung verbucht hatte. Für den Einzug ins Q2 fehlte dem Spanier diesmal eine Zehntelsekunde.
"Unsere Pace scheint im Rennen immer etwas konkurrenzfähiger zu sein und unsere größte Limitation sind immer noch die Fahrbarkeit und die Leistung", so Stroll weiter. Im Sprint hatten er und Alonso am Mittag die Plätze 17 und 18 belegt. Fernando Alonso war nach einem SLM-Defekt am Heckflügel im Sprint-Qualifying aus der Box gestartet, Lance Stroll war von P18 in das Rennen über 24 Runden gegangen. Beide hielten bis zur Zielflagge den Anschluss an Williams-Fahrer Alex Albon.
Aston Martin macht Fortschritte, Honda nicht
"Ich denke, was das Chassis angeht, sind wir jetzt ziemlich gut dabei. Wir haben in Budapest einen großen Schritt gemacht", betont Stroll, dass das Auto mit dem Ungarn-Upgrade eine deutliche Verbesserung erreicht hat. Der Unterschied müsse jetzt von Honda machen. "Wir müssen einfach große Schritte machen, der jetzt war nur klein. Wir brauchen viel mehr, besonders im Qualifying", sagt Stroll mit Verweis auf die von Honda für Zandvoort gebrachte Entwicklungsstufe.
"Die Rundenzeit muss von einer Verbesserung der Fahrbarkeit kommen. Hier an der Rennstrecke können wir leider nicht viel ausrichten. Wir sind auf ein paar große Änderungen in der Fabrik, bei der Software, angewiesen - und das muss aus Japan kommen", fordert auch Alonso mehr vom Motorenlieferant. Ein paar Zehntel sollten mit Optimierungen des bestehenden Pakets drin sein, verifizieren lässt sich das aber erst in zwei Wochen: "Das passiert nicht von einem Tag auf den nächsten, vielleicht finden wir in Monza einen weiteren Schritt."
Mit den Weiterentwicklungen am AMR26 ist Alonso allerdings wie Stroll nach wie vor zufrieden. "Uns haben sonst viereinhalb Sekunden auf die Spitze gefehlt, wir haben uns innerhalb von zwei Rennen also um drei Sekunden verbessert", sagt der 45-Jährige, der heute 2,487 Sekunden über der Pole-Zeit von Lando Norris lag. "Das ist großartig, alles funktioniert wie erwartet."
Im Rennen bewertet er den Aston Martin im Vergleich mit der direkten Konkurrenz aus dem hinteren Mittelfeld mittlerweile sogar als das überlegene Fahrzeug. "Wenn bei den anderen die Reifen eingehen, können wir uns auf guten Grip durch unser Chassis verlassen. Wir sind nicht so sehr auf die Reifen angewiesen, also können wir einen besseren Job machen", erklärt Alonso. Im Zweikampf hindern ihn hingegen die Honda-Defizite: "Wir können auf den Geraden nicht überholen, also sind wir in einer schwierigen Lage."


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