Nico Hülkenberg kommt am Formel-1-Wochenende in Zandvoort auf keinen grünen Zweig. Seit Freitag plagten den Deutschen technische Probleme an seinem Audi. Nach dem Ausfall im Sprint gab es für ihn einen neuen Motor. Doch obwohl er im Qualifying am Samstagnachmittag seinen Rückstand gegenüber dem Vortag drastisch reduzierte, sprang nahezu dasselbe Ergebnis heraus. Auf dem Dünenkurs büßt der Hulk doppelt und dreifach für den Technik-Ärger mit seinem Auto. Teamkollege Gabriel Bortoleto bezwang im Zeittraining derweil seinen persönlichen Endgegner an diesem Wochenende.

"Zandvoort ist absolut eine Rennstrecke, bei der es auf Rhythmus und Vertrauen ankommt. Und das war einfach nicht ideal", sagt Hülkenberg mit Blick auf den Verlauf seines Rennwochenendes. "Bis hierhin war es nicht das einfachste Wochenende. [...] Am Sprint habe ich praktisch nicht teilgenommen, und wir hatten von Anfang an diese Probleme. Das Qualifying war heute der erste richtige Run. Es lief auch etwas besser, aber es war immer noch eine Herausforderung."

Im FP1 hatte der 39-Jährige am Freitag mit Platz sieben stark losgelegt, doch schon im Sprint-Qualifying kurz darauf begannen die Probleme, die sich bis in den Samstag fortsetzten. Beim SQ2-Aus mit Platz 14 fehlten ihm gestern monumentale acht Zehntelsekunden auf Gabriel Bortoleto. Im Sprint folgte ein schlechter Start, bei dem er auf P17 zurückfiel. Nach sieben Runden musste er aufgeben.

In der Folge ermittelte das Team ein Problem an seinem Motor als Ursache. Für das Qualifying wurde die Power Unit an seinem Audi komplett getauscht, und Hülkenberg legte mit P11 im Q1 stark los. Nur fünf Hundertstel fehlten diesmal auf den Stallgefährten. Im Q2 war trotzdem wieder Schluss, diesmal auf P13. Der Rückstand auf Bortoleto betrug dabei nur knapp über anderthalb Zehntelsekunden - zu viel für das enge Kräfteverhältnis auf dem nur 4,259 Kilometer langen Circuit Zandvoort. "Es fehlen hier und da kleine Dinge, und das macht am Ende den ganzen Unterschied", verweist Hülkenberg auf die durch die Probleme verlorengegangene Track-Time.

Gabriel Bortoleto sticht Alpine-Rivale Pierre Gasly aus

Gabriel Bortoleto wiederholte mit Platz neun sein Resultat aus dem Sprint-Qualifying und war damit auch relativ klar der 'best of the rest' im Mittelfeld. Nur McLaren, Mercedes, Ferrari und Red Bull landeten vor ihm. Neun Zehntelsekunden verlor er auf die Pole Position von Lando Norris. Auf seinen ersten Verfolger Arvid Lindblad hatte er eine Zehntelsekunde Luft. "Ich denke, wir haben heute wieder alles herausgeholt", freut sich der 21-jährige Brasilianer, der im Q1 beinahe hätte Feierabend machen müssen.

Am Ausgang von Kurve eins hatte er auf seinem ersten Versuch einen massiven Quersteher und stand in der Schlussphase ohne verwertbare Rundenzeit unter Druck. "Ich hatte auf meiner ersten Runde im Q1 etwas mehr Grip erwartet in dieser Kurve und ich denke, es war in dem Moment so böig, dass es unberechenbar wurde", erklärt er. "Aber ich habe mich dann mental davon befreit und das Q2 und das Q3 zusammengebracht."

Noch wichtiger als die Startposition ist für ihn aber ein anderer Umstand: Alpine-Pilot Pierre Gasly konnte er um eine halbe Sekunde distanzieren. Der Franzose war im Sprint auf P8 vor ihm gestartet und erwies sich über die Distanz als unüberwindbares Hindernis. "Das ist sehr wichtig, denn ich denke, dass wir heute ihm gegenüber eine gute Pace hatten, aber das Überholen war nicht leicht", so Bortoleto. "Ich muss es am Start morgen also gut machen und versuchen, die Position zu halten oder da etwas zu gewinnen, und damit mein Rennen sichern."