Im einzigen Training der Formel 1 in Zandvoort hatte Nico Hülkenberg am Freitag einen vielversprechenden siebten Platz belegt. Das Sprint-Qualifying wurde für den Audi-Fahrer am Nachmittag daraufhin zu einer Enttäuschung. Nach Platz 14 ist der Emmericher ratlos. Das Auto plötzlich nicht wiederzuerkennen, der Teamkollege meilenweit voraus. Gabriel Bortoleto knüpfte als Neunter nahtlos an die Leistungen vor der Sommerpause an.

"Ich hatte einfach nicht mehr denselben Grip, jede Runde, die ich gefahren bin, war ein Krampf und ich habe einfach nicht diesen Sweetspot gefunden wie am Mittag", erklärt Hülkenberg, für den im SQ2 Endstation war. Und nicht nur das: Auf Gabriel Bortoleto fehlten ihm acht Zehntelsekunden. Im ersten Teil des Sprint-Qualifyings hatte er noch Platz zwölf belegt, doch auch dort fehlte bereits eine halbe Sekunde auf den Brasilianer.

Audi für Nico Hülkenberg im Zandvoort-Qualifying plötzlich nicht wiederzuerkennen

"Ich bin selbst überrascht", so Hülkenberg, der im Training noch zwei Zehntel schneller als der Stallgefährte gewesen war. "Ich habe mich im Auto wirklich gut gefühlt und alles sah richtig gut aus. Und sobald ich im SQ1 auf die Strecke ging, war es ein völlig anderes Gefühl", erklärt der 39-Jährige weiter. "Ich weiß nicht, was da los ist. Das müssen wir uns also einmal anschauen."

Gegenüber dem Training waren zwar die Asphalttemperaturen teilweise um bis zu zehn Grad Celsius wärmer, doch für Hülkenberg kann das kein plausibler Grund sein. "Es war für alle gleich, Gabby und die anderen Autos sind da vorne und deutlich schneller", sucht der 260-fache Grand-Prix-Teilnehmer nicht nach Ausreden. "Es ist schwer zu verstehen, deshalb müssen wir es untersuchen."

Gabriel Bortoleto setzt Audi-Serie in den Niederlanden fort

Gabriel Bortoleto setzte derweil die Q3-Serie von Audi fort. Nachdem er in Spa-Francorchamps und Nico Hülkenberg in Ungarn jeweils den Sprung in die Top-10 geschafft hatten, gelang es dem 21-Jährigen auch beim Sprint-Qualifying in Zandvoort. Für ihn lief es mit dem Auto genau in die richtige Richtung. "Das FP1 lief schon gut, aber dann haben wir noch ein paar Feinabstimmungen vorgenommen, durch die es noch besser wurde", freut er sich.

Auf Platz neun musste er sich im Verfolgerfeld knapp Pierre Gasly im Alpine geschlagen geben. Wenn ihm im Sprint in Zandvoort der Sprung in die Top-8 gelingt, könnte er auch Audis seit Silverstone bestehende Punkteserie fortsetzen. Dafür sieht Bortoleto allerdings die eine oder andere Hürde. "Wir müssen erstmal den Start hinbekommen, der ist ja bekanntermaßen eine Challenge. Aber das Team hat in diesen Wochen einen guten Job gemacht und wir haben uns seit dem Saisonstart sehr gebessert", sagt er mit Blick auf die Achillesferse von Audi im Debütjahr in der F1.

Darüber hinaus macht ihn auch der Wetterbericht für das zwölfte Rennwochenende skeptisch. "Zuerst hieß es, es wird das ganze Wochenende durchregnen, dann nur das halbe - und jetzt hatten wir gar keine Session im Nassen", so Bortoleto. Sein Teamkollege fokussiert sich mit seiner Ausgangslage für den Sprint bereits auf den Grand Prix am Sonntag: "Nach dem Sprint ist es ein Reset, da ist wieder alles drin. Jeder lernt auch über Nacht dazu und danach vom Sprint. Das Wochenende ist also noch lange nicht gelaufen", gibt sich Hülkenberg kämpferisch.