Der erste Anlauf für einen Start beim Formel-1-Rennen in Malaysia wurde zu einer handfesten Blamage für den Sport und für die FIA. Zahlreiche Autos rollten nach Kurve 9 nur noch dahin, manche mussten sogar stehenbleiben, um den Boliden komplett herunterzufahren und neu zu starten. Nicht davon betroffen war Fernando Alonso, der sich im Qualifying für den Bahrain-GP Startplatz 12 gesichert hatte.

Der Spanier war zunächst natürlich im Glauben, durch die Probleme der anderen Piloten einige Plätze abstauben zu können. Die rote Flagge machte das allerdings zunichte, denn da das Rennen noch nicht offiziell gestartet war, konnten alle auf ihre ursprünglichen Positionen zurückkehren. Das sorgte bei ihm schon im Auto für Unmut. "Wieso haben sie die rote Flagge rausgeholt? Wir können Rennen fahren", funkte er.

Formel 1 im Schleichmodus! Dieser Software-Bug legte die F1 lahm (10:13 Min.)

Deshalb findet Fernando Alonso das Vorgehen in Malaysia unfair

Nach der Zieldurchfahrt gab Alonso zu, dass die rote Flagge durchaus eine Berechtigung hatte, aber dennoch blieb bei ihm etwas Unverständnis über die Handhabung zurück: "Es gibt natürlich Sicherheitsbedenken, wenn fünf Autos in der Mitte der Strecke stehen. Dann müssen wir das Rennen stoppen und schauen, was los ist. Aber ich denke, sie wären dann aus dem Rennen."

Der zweifache Formel-1-Weltmeister findet, dass es zu "100 Prozent" unfair sei, dass alle den späteren Start in Angriff nehmen durften. "Sie standen an der Mauer, einige mussten für zwei Meter von den Marshalls angeschoben werden", behauptete er. In Wahrheit griffen bei keinem einzigen der gestrandeten Boliden die Marshalls ein und alle konnten selbständig weiterfahren, sobald sie ihre Autos nochmal neu gestartet hatten. Konkret betraf das die beiden Haas-Piloten, beide Cadillacs und Lewis Hamilton.

"Sie hätten das Auto abstellen sollen, so wie wir es in 50 Prozent aller Rennen müssen. Das ist das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe", ist Alonso überzeugt, der in der bisherigen F1-Saison aufgrund von technischen Problemen nur bei 10 von 16 Rennen die Zielflagge sah. Teamkollege Lance Stroll schaffte es nur bei fünf Grands Prix in die Wertung. "Wir hatten in diesem Jahr eine 50-prozentige Ausfallquote", rechnete Alonso gegenüber Motorsport-Magazin.com grob vor. "Für uns haben sie noch nie das Rennen gestoppt."

"Es sind noch acht Rennen zu fahren. Mit dieser Quote werden wir bei vier Rennen ausfallen. Also werden wir mit Sicherheit vier rote Flaggen sehen", giftete der aktuell WM-Siebzehnte. Zu den Software-Problemen der FIA äußerte er sich gar nicht, da er zu dem Zeitpunkt nach dem Rennen noch keine Informationen über die Details besaß. Nur so viel: "Das muss erklärt werden. Wir von unserer Seite haben unseren Job gut erledigt und das Auto am Laufen gehalten."

Aston Martin fährt nach bestem Qualifying auch bestes Rennen der Formel-1-Saison

Das galt nicht nur für die Formationsrunde, sondern auch für den restlichen Grand Prix. Nach dem besten Qualifying des Teams in der bisherigen Formel-1-Saison erreichten erst zum vierten Mal in diesem Jahr beide Aston Martins das Ziel. Fernando Alonso belohnte sich und sein Team mit Platz 8 sogar mit vier Punkten (bisher hatten er und das Team nur drei Zähler auf dem Konto) und Lance Stroll fuhr auf P12 immerhin sein bestes Saison-Resultat ein.

Grand PrixAlonsoStroll
AustralienDNFNC
ChinaDNFDNF
Japan18.DNF
Miami15.17.
KanadaDNF15.
Monaco10.DNF
Barcelona-CatalunyaDNFDNF
Österreich18.DNF
Großbritannien18.19.
Belgien19.DNF
Ungarn14.13.
Niederlande9.DNF
ItalienDNFDNF
Spanien17.DNF
AserbaidschanDNFDNF
Bahrain8.12.

Am Montag nach dem Rennen gab es eine Eilmeldung aus Japan, die auch Aston Martin betrifft. Honda gab nämlich bekannt, dass sich HRC-Chef Koji Watanabe mit Jahresende von seinem Job zurückziehen wird. Watanabe war derjenige, der den Werksdeal zwischen Honda und dem Formel-1-Team aus Silverstone eingefädelt hatte. Auch sein Nachfolger wurde schon benannt. Hier gibt es alle Details: