Honda ist eine der wenigen Motorsport-Marken, die sowohl im Automobilsport als auch im Motorrad-Bereich eine lange Historie aufweisen kann. Zuletzt ging es für die erfolgreichste Marke in der MotoGP-Geschichte im Zweiradbereich nach einigen Dürrejahren zwar wieder leicht bergauf, in der Formel 1 zeichnet sich dieser Trend noch nicht ab. Dort sind die Motoren der Japaner nach dem Neueinstieg als Werkspartner von Aston Martin aktuell nach wie vor hoffnungslos unterlegen.
Nach diesem miserablen Start wurde schon im September der Chef der Motorentwicklung gewechselt. An die Stelle von Tetsushi Kakuda trat mit 1. Oktober Yoichiro Fukao. Wenige Tage, nachdem dieser Wechsel durch ist, gibt es nun eine weitere viel tiefgreifendere Änderung für die gesamte Motorsportabteilung, Wie heute angekündigt wurde, geht Honda-Racing-Corporation-CEO Koji Watanabe Ende des Jahres in den Ruhestand.
Geplanter Abschied: HRC-Chef Koji Watanabe geht in Rente
Ein direkter Zusammenhang mit der sportlichen Situation bei Honda besteht nicht. In einer Pressemitteilung heißt es, dass der Führungswechsel eine geplante periodische Rotation ist, die durchgeführt wird, um die Management-Strukturen zu stärken. Watanabe hatte seit 2022 als Präsident und CEO von HRC gearbeitet, nachdem er sich zuvor seit 1987 bei dem japanischen Konzern nach oben gearbeitet hatte. Vor seinem Aufstieg zum Leiter der Motorsport-Abteilung war er etwa als Motorsport-Kommunikationschef von Honda tätig gewesen.
"Es ist mir eine Ehre, als Präsident von HRC mit solchen wunderbaren Kollegen zu arbeiten", wurde Watanabe bei seiner Abschiedsverkündung zitiert. Unter der Federführung von Watanabe wurde so etwa der offizielle Wiedereinstieg in die Formel 1 für diese Saison beschlossen, nachdem die Japaner ja nach 2021 offiziell der Königsklasse den Rücken gekehrt hatten und nur mit einem Rumpfteam noch den Einsatz der Red-Bull-Motoren in Sakura begleitet hatten. Auch der Beginn der Partnerschaft mit Aston Martin fällt damit unter seine Leitung.
Entsprechend schreibt sich Watanabe auch eine Stärkung der Motorsport-Aktivitäten im Automobilbereich auf die Fahnen. "HRC war zuvor ein Unternehmen für den Motorradrennsport und ich habe den Automobilsport darin integriert", blickt er zurück. In derselben Zeit wurde die Honda-Motorsportabteilung in den USA (ehemals HPD), welche den IndyCar-Einsatz von Honda und das IMSA-Programm mit Acura führt, stärker in die HRC-Strukturen integriert, sowie ein britischer HRC-Ableger gegründet.
Neuer Honda-Racing-CEO kommt aus dem Motorradbereich
Der Nachfolger von Watanabe heißt Keiichi Yasuda und kommt vorwiegend aus der Zweirad-Sparte der Japaner. Yasuda war zuletzt als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Direktor im Amt gewesen. Yasuda begann seine Honda-Karriere im Jahr 1990 im Personalwesen der Marke, wo er anschließend sowohl in Japan als auch bei diversen Ablegern etwa in den USA, in Indien oder in Thailand verschiedene Funktionen ausführte.
Ab 2015 war er zunächst bei Hondas Motorradableger in Malaysia als Präsident und CEO tätig, ab 2018 schließlich in einer vergleichbaren Position in Indonesien. Nach 2023 wurde er als Operating Officer und als Leiter des Personalwesens ins Hauptquartier in Japan zurückgeholt, wo er erst in diesem Jahr in seine derzeitige Position befördert wurde.
Er steht nicht für einen radikalen Umbruch, sondern will vor allem die von Watanabe eingeschlagene Richtung beizubehalten. "Ich sehe es als meine Aufgabe an, das von Watanabe geschaffene solide Fundament konsequent fortzuführen, es weiterzuentwickeln und alle Kräfte auf das Ziel, Rennen zu gewinnen, einzustellen und HRC noch stärker zu machen", so Yasuda.

"Auf der Grundlage meiner Führungserfahrung als Präsident von lokalen Tochtergesellschaften im Ausland und meines Hintergrunds im Personalwesen werde ich mich darauf konzentrieren, in Menschen zu investieren und unsere Organisation zu stärken und zu siegen", versprach er.
Offiziell übernimmt Yasuda die Amtsgeschäfte ab dem 1. Januar 2027. In Japan ein eher unübliches Datum für wichtige personelle Neubesetzungen dieser Art, dort beginnt ein Geschäftsjahr traditionell eigentlich am 1. April. Honda begründet das damit, dass sich der 1. Januar aufgrund der Winterpause besser eignet, als eine Umbesetzung während der laufenden Motorsport-Saison.



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