Fahrerverträge in der Formel 1 sind eine Wissenschaft für sich. Bei offiziellen Bekanntgaben wird gern das Wörtchen "mehrjährig" verwendet, ohne detailliert auf die genaue Laufzeit einzugehen. So verhielt es sich auch bei Audi, wo zwar theoretisch klar war, dass man mit beiden Piloten weitermachen möchte, Gerüchte über die Zukunft dennoch kursierten.

Nachdem nach Silverstone in den sozialen Medien Gerüchte Fahrt aufgenommen hatte, wonach Hülkenberg sein Audi-Cockpit 2027 für Carlos Sainz räumen müsse, stellte er in Spa gegenüber Motorsport-Magazin.com klar, dass er auch 2027 in Rot-Silber an den Start gehen wird. In der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag in Baku folgte nun das offizielle Statement von Teamchef Mattia Binotto.

"Bei uns gibt es keine Diskussion darüber, wie der Plan für die nächste Saison aussieht. Unsere Fahrer standen unter Vertrag, daher wussten wir, dass es keine Änderung geben würde", teilte Binotto mit. "Wir haben also nie wirklich offiziell verkündet, was nächstes Jahr passieren wird, weil schlichtweg keine Notwendigkeit bestand." Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto wechselten bereits 2025 zum damaligen Sauber-Team, um das Projekt bis zum offiziellen Audi-Werkseinstieg 2026 aufzubauen.

Audi brachte in Baku monumentale 14 Updates. Die Ergebnisse zeugten jedoch noch nicht von Fortschritten. Mehr dazu in diesem Artikel:

Keine Ausstiegsklausel gezogen: F1-Teamchef voll des Lobes

Die genaue Vertragslaufzeit blieb damals unter Verschluss – und auch jetzt ist unklar, Bortoleto und Hülkenberg über 2027 hinaus bei Audi unter Vertrag stehen. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com ist Hülkenbergs ursprünglicher Kontrakt auf drei Jahre ausgelegt. Ein vorzeitiges Aus wäre somit nur im Fall schlechter Leistungen möglich gewesen.

Dies ist jedoch keineswegs der Fall, wie Mattia Binotto betont: "Ich bin sehr zufrieden mit unseren Fahrern und ihrem Speed. Sehr zufrieden, ja, ich denke, das trifft es auf den Punkt." In den ersten 14 Grand Prix der Saison 2026 sammelte das Audi-Duo zusammen 17 Punkte. Von Silverstone bis Zandvoort punktete das Werksteam an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden. Damit lassen die Ingolstädter in der Konstrukteurswertung aktuell Williams, Aston Martin und Cadillac hinter sich.

Obwohl Hülkenberg bis zum Grand Prix von Ungarn warten musste, um seine ersten Zähler für Audi einzufahren, zeigt sich Binotto begeistert vom Routinier: "Nico liefert konstant ab. Besonders am Rennsonntag zeigt er Beständigkeit, ist extrem solide, macht kaum Fehler, schöpft das Potenzial des Autos immer voll aus und holt Punkte, wann immer sich die Gelegenheit bietet."

F1-Comeback der V8-Sauger? Was Audi & FIA für 2030 planen (14:17 Min.)

F1-Zukunft: Bortoleto lernt schnell, Audi-Nachwuchs lauert

Bortoleto überzeugte bereits beim Saisonauftakt in Australien, als er mit Startplatz zehn im Qualifying und Rang neun im Rennen direkt zwei Top-10-Ergebnisse verbuchte. Dennoch befinde sich der junge Brasilianer laut Binotto weiterhin in der Lernphase. "Ich kann sehen, wie sein Selbstvertrauen von Rennen zu Rennen wächst. Man sieht, dass er immer schneller wird. Keine großen Fehler - vielleicht ein paar kleinere, aber auch das gehört zu seinem Entwicklungsprozess."

Auch Audi-Nachwuchspilot Freddie Slater wirft bereits seinen Schatten voraus. Beim F3-Saisonfinale lieferte sich der Brite einen spannenden Titelkampf mit Ugo Ugochukwu. Obwohl er sich knapp geschlagen geben musste, überzeugte Slater in seiner Rookie-Saison auf ganzer Linie und steigt 2027 zu Invicta Racing in die Formel 2 auf. "Er hat großes Potenzial und macht seine Sache gut", meinte Binotto und schließt ein F1-Cockpit in der Zukunft nicht aus. "Das wird davon abhängen, wie stark er sich weiterentwickelt. Aber wenn man einen Fahrer in seiner Academy hat, sehen die Pläne naturgemäß vor, dass er früher oder später im F1-Cockpit sitzt."

Während bei Audi alles harmonisch verläuft, stehen zwischen Esteban Ocon und Haas die Zeichen auf Abschied. Alle Infos gibt's hier: