Robert Kubica wird in der WEC-Saison 2027 nicht mehr für das Ferrari-Team AF Corse an den Start gehen. Der frühere Formel-1-Fahrer gab seinen Abschied am Sonntagabend nach dem letzten Rennen des Jahres in Monza via Instagram bekannt. Ob Kubica nächstes Jahr in die Langstrecken-Weltmeisterschaft zurückkehren wird, ließ er offen. Die meisten Cockpits in der Hypercar-Topklasse sind bereits vergeben.
"Letztes Rennen beendet, letzte Saison", begann der Pole sein kurzes Social-Media-Video nach dem Abschiedsrennen im gelben #83 Ferrari 499P. "Ich bin es eigentlich nicht gewohnt, etwas zusammenzufassen und ich möchte das Jahr auch nicht zusammenfassen. Ich wollte euch aber wissen lassen, dass dies mein letztes Rennen in Gelb war. Ja, so ist das halt. Schauen wir mal, was die Zukunft bereithält."
Robert Kubica nach Ferrari-Ende: Zukunft in der WEC?
Sollte Kubica 2027 nicht mit einem anderen Team zurückkehren, verliert die WEC einen weiteren großen Star. Der 41-Jährige fuhr sich letztes Jahr noch einmal in die Herzen aller Motorsport-Fans, als er mit Phil Hanson und Yifei Ye sensationell die 24 Stunden von Le Mans gewann. Beide letztgenannte sind Ferrari-Werksfahrer und haben vor Kurzem ihre Verträge verlängert, während Kubica in den vergangenen drei Jahren direkt bei AF Corse angestellt war.
In dieser Saison konnten Kubica und Co. sowie generell Ferrari nicht an ihre vergangenen Erfolge anknüpfen. Der #83 AF-Corse-Ferrari verpasste mit Platz sechs in Monza die letzte Chance, in diesem Jahr zumindest einmal aufs Podium zu fahren. Kubica blickt mit dem italienischen Rennstall auf zwei Siege (Austin 2024, Le Mans 2025) sowie insgesamt drei Podestplätze zurück. Das Trio schloss die Saison auf dem 14. Gesamtplatz ab.
Motorsport-Magazin.com traf Kubica kurz vor Abschied
Dass Kubica den Ferrari-Abschied am späten Sonntagabend bekanntgab, kam für uns überraschend. Gegen 19 Uhr kündigte er gegenüber Motorsport-Magazin.com noch an, dass er sich erst am Montag äußern wolle. Ursprünglich sei der Plan gewesen, schon vor Monza reinen Tisch zu machen.
Kubica sagte uns im Fahrerlager: "Ehrlich gesagt dachte ich, dass wir vor diesem Wochenende etwas bekannt geben würden. Das ist nicht passiert. Deshalb werde ich wahrscheinlich morgen etwas dazu sagen. Ich wollte das Rennen noch zu Ende fahren und dann zumindest irgendetwas bekannt geben. Dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt." Gut eine Stunde später wandte er sich dann via Instagram an seine zahlreichen Fans.

Kubica-Klartext zur schwierigen WEC-Saison 2026
Was er sich in dem Video sparte - die schwierige Saison zusammenzufassen - tat er zumindest im Gespräch mit uns. "Ich muss sagen, dass es aus Performance-Sicht ein schwierigeres Jahr war", so Kubica. "Aber wir haben es uns selbst noch schwerer gemacht, als es aufgrund unserer Performance ohnehin schon war. Gerade wenn dir Performance fehlt und du nicht so schnell bist wie im Vorjahr, musst du sicherstellen, dass alle anderen Dinge funktionieren. Andernfalls sieht man noch schlechter aus, als es das Potenzial des Autos eigentlich rechtfertigen würde."
Der frühere F1-Rennsieger weiter: "Ich glaube, wir haben in diesem Jahr mindestens drei Podestplätze verloren. Natürlich können wir nicht sagen, dass sie zu 100 Prozent garantiert gewesen wären. Aber wir hatten definitiv die Performance, um dreimal auf dem Podium zu stehen. Einmal haben wir es aus einem bestimmten Grund nicht geschafft, beim zweiten Mal aus einem anderen Grund. So ist es eben."
Rad ab! Kubica hadert mit verpasster Podest-Chance in Monza
Zum Abschluss in Monza wurde es nicht besser: Der #83 Ferrari sowie der #50 Polesetter-Ferrari mussten früh im Rennen ungeplante Boxenstopps einlegen, weil sie den Mindestreifendruck unterschritten hatten und von der Rennleitung an die Box gezwungen wurden. Obendrein setzte es für den Verstoß 20-Sekunden-Zeitstrafen.
Während einer späteren Safety-Car-Phase verlor Kubica obendrein ein Rad und musste ein weiteres Mal stoppen. Die #83 bog in den 6 Stunden irrwitzige 10 Male in die Boxengasse ab...
Zum Rad-Ab-Vorfall sagte Kubica: "Anfangs habe ich nichts bemerkt, weil wir mit 80 km/h unterwegs waren. Als die Virtual-Safety-Car-Phase beendet war und wir wieder beschleunigen konnten, um zum Safety Car aufzuschließen, kam ich zur Ascari-Schikane. Zunächst lenkte ich nach links und spürte etwas Seltsames. Ich wollte gerade über Funk melden, dass etwas nicht stimmt. Zuerst dachte ich an das Vorderachsdifferenzial oder die Antriebswelle. Aber während ich den Funk öffnete, wurde mir klar, dass das Rad weg war."
Und weiter: "Ich glaube, wir haben heute die Chance verloren, zumindest auf dem Podium zu stehen, vielleicht sogar noch mehr zu erreichen. Es ist schade, weil das Jahr kompliziert war. Aber so ist es eben. Rennsport ist ein komplizierter und komplexer Sport, bei dem alles perfekt zusammenpassen muss. Das haben wir in diesem Jahr meistens nicht geschafft, um ehrlich zu sein. Und Monza war leider ein weiteres Rennen, das nicht zu unseren Gunsten gelaufen ist."
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