Die Spitze der Formel 1 ist für Max Verstappen und Red Bull in Zandvoort nach wie vor weit weg. Das Qualifying endet mit 0,455 Sekunden Rückstand auf dem siebten Platz erneut weitab von jeglicher Pole-Chance. Jetzt droht ein einsames Rennen, und das Spektakulärste an Verstappens lahmem Wochenende ist noch eine Funk-Spitze gegen George Russell.
Verstappen war zu Beginn von Q3 nämlich direkt vor Russell aus der Red-Bull-Box geschickt worden. Wohl hatten die Mercedes-Mechaniker, die nur eine Box weiter vorn beheimatet sind, die Red-Bull-Mechaniker mit ihrem schnellen Rausfahren etwas überrascht. Russell musste in der Boxengasse kurz rausnehmen, als Verstappen vor ihm auftauchte.
"Ja, da wird George wohl gleich am Funk wegen dem Rausfahren herumheulen, aber da war nichts gefährlich", deponierte Verstappen prompt eine Funk-Spitze in Richtung Russell. Einem Fahrer, mit dem er in den letzten Jahren mehrmals auf und abseits der Strecke aneinandergeriet und ihn auch schon einmal bezichtigt hatte, ihm aktiv in einer Stewards-Anhörung eine Strafe anhängen zu wollen.
Aber Russell schien die Angelegenheit in Zandvoort völlig egal, wie auch die Rennleitung den Zwischenfall nicht einmal an die Stewards zur Untersuchung weiterleitete. Mehr als ein Kuriosum am Rande des Qualifyings sprang nicht dabei raus. So nah waren Russell und Verstappen sich in Zandvoort weder davor noch danach nicht. Während der Mercedes um die Pole kämpfte, sortierte sich Verstappen eine halbe Sekunde dahinter ein.
Red Bull baut ganzes Zandvoort-Setup um und erreicht nichts
"Es sind das ganze Wochenende die gleichen Balance-Probleme, die großen Änderungen haben leider nichts mit dem Auto angestellt", resigniert Verstappen. Das Sprint-Qualifying hatte er einen Tag davor auf einem genauso anonymen sechsten Platz mit 0,527 Sekunden Rückstand beendet. Dass er im Qualifying nur sieben Hundertstel näher an die Pole herankam unterstrich: Es geht hier nichts für Red Bull.
Zandvoorts lange und langgezogene Kurven scheinen Gift für das Auto, das sich zuletzt eher auf der Bremse hervortat. Etwas, das bei den kombinierten flüssigen Richtungswechseln hier nicht als Stärke ausgespielt werden kann: "Es hängt auch etwas vom Asphalt ab, aber sicher vom Layout, und das hier ist nicht unser bestes Layout."
"Es ist nicht frustrierend, so sieht es quasi das ganze Jahr aus", fügt sich Verstappen diesem Schicksal. Dieser Zustand kann noch lange andauern, fürchtet er. Je mehr man ihn versteht, desto mehr scheint es nach grundlegenden technischen Anpassungen zu verlangen. Wird es dann überhaupt dieses Jahr noch besser? "Ich hoffe, aber wir brauchen auch Änderungen für nächstes Jahr."
Red Bull besser im Renntrimm: Team hofft auf Rolle im Podiumskampf
Mit Setup-Änderungen an einem Wochenende ist jedenfalls nichts davon zu beheben. Nachdem die großen Umbauten nach dem Sprint zu keinem Fortschritt im Qualifying führten, bleibt nur die Hoffnung, dass das Auto im Renntrimm einfach weniger Probleme macht: "Ich hoffe so. Sonst sind wir komplett allein. Ich hoffe, wir können die Lücke im Rennen etwas schließen."
Im Sprint hatte sich Verstappen immerhin hinter dem McLaren von Oscar Piastri halten können. "Ich glaube, hier sind sieben oder acht Autos im Kampf ums Podium", ist Teamchef Laurent Mekies bezüglich der Rennpace daher optimistisch. Aber auch wenn Verstappen hinter Piastri etwas schneller zu können schien - in Zandvoort ist Überholen fast unmöglich, und deshalb steckte er den ganzen Sprint dort fest.
Nachdem Verstappen und Liam Lawson auf P7 und P8 im Rennen jetzt ganz am Ende der Spitzengruppe losfahren, sind die Hoffnungen bei Verstappen gering: "Wir müssen realistisch sein, was geht. Uns fehlt Pace. Wir müssen einfach unser eigenes Rennen managen, schauen was passiert, und vielleicht können wir etwas mehr Performance rausholen."



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