Lando Norris hat am Sonntag in Zandvoort ein dramatisches Formel-1-Rennen gewonnen. Der McLaren-Fahrer setzte sich für seinen 13. Sieg in der F1 gegen WM-Leader Kimi Antonelli durch. Für Norris ist es nach Ungarn der zweite Erfolg in Serie sowie in der laufenden Saison 2026. George Russell rettete sich vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf Platz drei. Bei Ferrari und Mercedes sorgte Teamorder zu Unmut zwischen den Fahrern. Im Verfolgerfeld überraschten Nico Hülkenberg und Fernando Alonso mit sensationellen Punktefahrten. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Zandvoort gibt es im Live-Ticker
Das zwölfte Saisonrennen begann mit einem Schreckmoment durch Max Verstappen. Der Red-Bull-Fahrer verlor in der Startrunde auf feuchter Fahrbahn in der letzten Kurve die Kontrolle und crashte hart. Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen und nach einer etwa 30-minütigen Unterbrechung neugestartet. Beim Restart verlor Lando Norris die Führung an Kimi Antonelli. Die beiden sollten den Sieg daraufhin in einem von Reifenstrategie und Teamorder-Diskussionen geprägten Rennen unter sich ausmachen.
Die zweite Boxenstopp-Phase ab Runde 40 brachte die Entscheidung. McLaren ließ Norris sieben Runden länger draußen als Antonelli. Auf frischeren Reifen überholte der Brite den Mercedes-Fahrer in Runde 54 und holte sich Platz eins zurück. Kurz darauf gab eine VSC-Phase durch den Ausfall von Esteban Ocon den Teams nochmal die Möglichkeit für einen strategischen Schachzug. Antonelli, Hamilton, Leclerc und Piastri bekamen für die Schlussphase noch einmal weiche Reifen.
Norris fuhr davon unbeeinträchtigt zum Sieg und gewann nach 72 Runden den vorerst letzten Niederlande GP der Formel 1 souverän mit über elf Sekunden auf Kimi Antonelli. Dahinter wurde George Russell von einem späten VSC vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc gerettet und holte den letzten Platz auf dem Podium. Oscar Piastri und Liam Lawson landeten hinter dem Ferrari-Duo. Im Mittelfeld zeigten Nico Hülkenberg und Fernando Alonso eine Galavorstellung und holten die Plätze acht und neun. Der letzte WM-Punkt ging an Pierre Gasly.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Zandvoort
- Lando Norris holt mit McLaren zweiten Saisonsieg
- Steilkurven-Crash von Max Verstappen in der Startrunde
- Leclerc reizt Hamilton mit Teamorder-Verweigerung
- Russell muss Antonelli auf Mercedes-Anweisung ziehen lassen
- Nico Hülkenberg dreht Horror-Wochenende mit Punkteresultat
- Aston Martin dank Alonso-Magic zum zweiten Mal in den Punkten
Formel 1, WM-Stand 2026: Kimi Antonelli baut Führung auf direkte Verfolger aus
Der WM-Stand: Nach 12 von 23 Rennen führt Kimi Antonelli die Weltmeisterschaft weiterhin an. Der Youngster hält bei 242 Punkten, dahinter geht es im Verfolgerfeld eng zu. George Russell und Lewis Hamilton liegen punktgleich an zweiter Stelle, 59 Zähler hinter Antonelli. Nach seinen Siegen in Budapest und Zandvoort ist Norris' Punktekonto auf 159 angewachsen - er liegt jetzt vor Charles Leclerc.
Formel 1 Gesamtwertung 2026: Punkte Fahrer und Teams
In der Konstrukteursweltmeisterschaft konnte Mercedes den Vorsprung gegenüber Ferrari erneut weiter ausbauen. Die Silberpfeile stehen mit 425 Punkten an der Spitze, die Scuderia hat 338 auf dem Konto. Weltmeister McLaren liegt mit 263 Punkten deutlich zurück, hat aber zugleich ein komfortables Polster auf Red Bull. Im Mittelfeld geht es zwischen Racing Bulls und Alpine um P5 weiter eng zu. Dahinter hat Hülkenberg für Audi mit dem vierten Punkteresultat in Folge den Gap auf Williams vergrößert. Die Ingolstädter liegen auf P8 jetzt fünf zähler vor ihren Verfolgern.
Das Wetter: Am dritten Tag des Rennwochenendes erwischte der Regen die Formel 1 in Zandvoort dann doch. In der halben Stunde vor dem Start ging ein Schauer über der Rennstrecke nieder, der Asphalt war zum Start noch in Teilen feucht. Die Außentemperatur lag bei 18 Grad Celsius, die Strecke bei 31 Grad Celsius. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 62 Prozent war die Regenwahrscheinlichkeit mit 20 Prozent für den restlichen Verlauf des Rennens aber überschaubar.
Rennabbruch bei der Formel 1 in Zandvoort: Indy-Crash von Max Verstappen in der Steilkurve
Die Startphase: Die Rennleitung gab den Fahrern aufgrund der feuchten Stellen eine zusätzliche Besichtungsrunde vor dem Start. Der Asphalt war aber schon soweit wieder abgetrocknet, dass alle auf Slicks starteten. McLaren und Mercedes setzten aus den ersten beiden Startreihen auf Medium (C3), dahinter fuhren in den Top-10 geschlossen den Soft-Reifen (C4) von Pirelli. Im Mittelfeld hatten nur Gasly, Colapinto und Ocon den Medium-Reifen drauf. Cadillac entschied für beide Fahrer auf Hard, wobei Perez als Einziger aus der Box startete. Alle anderen fuhren Soft.
Pole-Sitter Lando Norris behauptete die Führung am Start souverän, dahinter verlor George Russell die zweite Position im Beschleunigungsduell an Kimi Antonelli. Max Verstappen versuchte sich von P7 gestartet links an Lewis Hamilton vorbeizudrücken und wurde dabei auf die Wiese gedrängt. Von Startplatz sechs machte Charles Leclerc zwei Positionen gut und sortierte sich als Vierter vor Oscar Piastri und Hamilton ein. Dahinter folgten die beiden Red Bull von Max Verstappen und Liam Lawson. Für den Lokalmatador sollte das Rennen jedoch noch vor dem Ende der Startrunde eine dramatische Wende nehmen.
Max Verstappen fuhr in der letzten Kurve (Turn 14) eine extrem enge Linie und verlor das Auto auf den feuchten Stellen in der Steilkurve. Der viermalige Weltmeister lenkte gegen, doch der Red Bull schlug nach einem Gegenpendler hart in die äußere Streckenbegrenzung ein und wurde wie bei einem Typischen Oval-Crash quer zurück über die Strecke geschleudert. Liam Lawson und Pierre Gasly konnten gerade noch ausweichen, dahinter brach noch mehr Chaos aus.
Gabriel Bortoleto drehte sich im Audi auf Platz zehn ebenfalls und konnte seinen Boliden nach einem 360er sensationell wieder auf Kurs bringen. Eng wurde es dabei mit Nico Hülkenberg, der in der Rauchwolke des sich drehenden Teamkollegen keine Sicht hatte und im letzten Moment nach links auswich. Die Rennleitung reagierte sofort mit der roten Flaggen, Max Verstappen meldete im Funk sogleich, dass er nach dem harten Einschlag okay sei.
Die Unterbrechung dauerte eine knappe halbe Stunde. Bis zum Restart um 15:33 Uhr hatten die Stewards mehrere Fälle zu klären. Gegen Arvid Lindblad, Esteban Ocon und Franco Colapinto liefen Untersuchungen. Ocon hatte nach der Unfallstelle am Ende der Start-und-Zielgeraden Alex Albon überholt. Er musste die gewonnene Position für den Restart wieder zurückgeben, erhielt aber keine Strafe, weil sich das Manöver nach der Gelb-Situation abspielte.
Kimi Antonelli zockt Lando Norris beim Restart ab
Der Restart: Die Startaufstellung für den Restart lautete für die Top-10: Norris, Antonelli, Russell, Leclerc, Piastri, Hamilton, Lawson, Lindblad, Gasly, Colapinto. In der zweiten Hälfte des Klassements folgten Tsunoda, Hülkenberg, Albon, Ocon, Alonso, Bearman, Bortoleto, Stroll, Sainz, Bottas und Perez. Die Teams nutzten die Pause außerdem für Reifenwechsel. Norris startete diesmal auf Soft, dahinter beide Mercedes auf Medium. Einzig Gasly, Colapinto und Bearman setzten ebenfalls auf Medium. Piastri und Albon fuhren als Einzige mit Hard, der Rest geschlossen auf Soft.
Der Restart musste dann allerdings noch einmal verschoben werden. Oliver Bearman musste seinen Haas auf der Formationsrunde vor Kurve elf abstellen. Um den Streckenposten die Möglichkeit zur Bergung zu geben, gab es eine weitere Einführungsrunde. Mit der fünften Rennrunde erfolgte der Start dann regulär. Von Startplatz zwei beschleunigte Kimi Antonelli diesmal Lando Norris aus und ging in Kurve eins trotz harter Gegenwehr des Weltmeisters innen vorbei. Dahinter verlor Russell die dritte Position im Mittelsektor an Piastri. Die Top-10 komplettierten nach der Startrunde Leclerc, Hamilton, Lawson, Gasly, Hülkenberg und Colapinto.
Keine Überholmanöver, Ferrari-Fahrer jagen George Russell
Der frühe Rennverlauf: An der Spitze setzten sich Antonelli und Norris sogleich entschieden ab. Piastri lag nach zwei Runden unter Renntempo bereits knapp drei Sekunden zurück und führte ein Paket mit Russell, Leclerc und Hamilton an. Lawson folgte mit Respektabstand. Gegen Arvid Lindblad und Franco Colapinto wurden derweil eine Durchfahrtstrafen für ihr Gelbvergehen beim Verstappen-Crash ausgesprochen. Auf dem Wetterradar drohte in Runde acht bereits der nächste Regenschauer, der sich aber nicht materialisierte.
Wie schon im Sprint gab es auf der Strecke keine Überholmanöver zu sehen. Norris musste ab Runde 15 etwas hinter Antonelli abreißen lassen und meldete im Funk, dass seine Reifen hinüber sind. Dahinter hatte auch Russell gegenüber Piastri einen identischen Gap von knapp zwei Sekunden. Das Ferrari-Duo hingegen drückte unerlässlich hinter Russell, mit Leclerc und Hamilton in Abständen von einer halben Sekunde. Im Verfolgerfeld hatte Lawson als Siebter gegenüber Hamilton schon auf über fünf Sekunden abreißen lassen. Auch dahinter waren die Abstände enorm.
Ferrari setzt auf alternative Strategie
In Runde 17 bog Russell als erster Fahrer aus den Top-10 zum Boxenstopp ab. Der Mercedes-Fahrer griff auf Hard als Neunter hinter Hülkenberg wieder ins Geschehen ein. McLaren reagierte einen Umlauf später mit Oscar Piastri, der neue harte Reifen abholte. Ein langsamer Pitstop in 5,4 Sekunden kostete ihn jedoch die Track-Position gegenüber Russell. In Runde 19 kam Hülkenberg von P8 rein und tauschte Soft gegen Soft.
In Runde 21 kamen Antonelli, Norris und Leclerc an die Box. Die Top-3 lagen innerhalb von acht Sekunden, mit Norris knapp zweieinhalb Sekunden hinter Antonelli. Das Führungsduo wechselte auf Hard, Antonelli blieb dabei vor Norris. Leclerc entschied sich für Medium und fiel erwartungsgemäß hinter Russell und Piastri auf P6 zurück. Die Führung übernahm für den Moment Lewis Hamilton. In Runde 25 kam der Ferrari-Pilot rein und ging von Soft auf Hard.
Nico Hülkenberg räumt im Formel-1-Mittelfeld auf
Der weitere Rennverlauf: Boxenstopp-bereinigt lautete die Reihenfolge jetzt Antonelli, Norris, Russell, Piastri, Leclerc, Hamilton in den Top-6. Dahinter hatten Albon, Alonso und Sainz noch nicht gestoppt. Antonelli lag wie schon im ersten Stint rund anderthalb Sekunden vor Norris, dahinter klaffte eine Lücke von fünf Sekunden auf Russell. Der hatte diesmal mehr Luft zwischen sich und den Verfolgern.
Im Mittelfeld gab es derweil sehenswerte Duelle. Hinter Carlos Sainz hingen Pierre Gasly, Arvid Lindblad und Nico Hülkenberg fest. Der Franzose verlor in Runde 28 auf einen Schlag zwei Positionen an seine Verfolger. Hülkenberg machte danach auch mit Lindblad und Sainz kurzen Prozess und holte sich P9. Für Gasly ging es noch weiter rückwärts, denn einen Umlauf später wurde er auch von Yuki Tsunoda erwischt und lag danach nur noch auf Rang 13.
Mercedes mit frühen letzten Boxenstopps für Antonelli und Russell
Weiter vorne setzte Charles Leclerc mit allen Mitteln Oscar Piastri unter Druck. In Runde 34 lieferten sich beide ein Rad-an-Rad-Duell über drei Kurven, bei dem Leclerc in Turn 3 außen die bessere Linie hatte und vorbeiging. Eine Runde später überholte auch Hamilton den Australier mit Overtake auf der Start-und-Zielgeraden. Von P9 kam derweil Fernando Alonso zum Pitstop. Er war über 30 Runden auf Soft gefahren.
Der Spanier stand nach der Boxenausfahrt kurz Norris im Weg, der daraufhin auf fast zwei Sekunden hinter Antonelli zurückfiel. Der McLaren-Pilot fuhr die Lücke aber gleich wieder zu. In Runde 40 holte Mercedes beide Fahrer zum zweiten Boxenstopp. Antonelli sortierte sich als Vierter wieder ein, Russell als Sechster. Beide zogen für den letzten Stint neue harte Reifen auf. Die Konkurrenz regierte allerdings nicht sofort.
Charles Leclerc treibt Lewis Hamilton zur Weißglut
Im Kampf um Platz zwei forderte Hamilton derweil eine Teamorder von Ferrari. Er hatte die besseren Reifen und fühlte sich von Leclerc behindert. Letzterer wurde daraufhin von seinem Kommandostand zum Boxenstopp aufgefordert und lehnte ab. Die Pitcrew stand bereit, Leclerc blieb sehr zum Unmut Hamiltons draußen. Erst eine Runde später kam er in Lap 44 rein. "Super Art, Zeit zu verlieren, Leute. Gut gemacht", schimpfte Hamilton um Funk.
McLaren stoppte Piastri in Runde 45 und zog Soft auf. Die schnellsten Rundenzeiten fuhren in der Folge Russell und Leclerc auf den Plätzen vier und fünf. In Runde 47 kam Norris zum letzten Reifenwechsel. Er holte sich nochmal Hard ab und griff über fünf Sekunden hinter Antonelli wieder ins Geschehen ein. Der Reifenvorteil von sieben Runden gegenüber dem Mercedes-Fahrer sollte für McLaren die Entscheidung bringen.
Lewis Hamilton vs. Lando Norris vs. Kimi Antonelli
In Runde 51 hatte Norris die Lücke zugefahren, kam aber noch nicht in Schlagdistanz. Das Duo lief außerdem auf Hamilton auf, der mit seinem Team über die Strategie diskutierte. Ferrari wollte ihm für den letzten Stint neue Mediums geben. Hamilton monierte, dass der Reifen bei Leclerc nicht überzeugt habe. Antonelli geriet dahinter immer mehr unter Druck. Renningenieur Peter Bonnington forderte von ihm in Kurve zehn eine weitere Linie, der 19-Jährige lehnte ab. Die Hinterreifen seien schon zu kaputt.
In Runde 54 kam es zum Showdown zwischen dem Führungstrio. Norris griff Antonelli auf der Start-und-Zielgeraden mit Overtake an. In Kurve eins ging er außen vorbei. Vor Kurve elf kassierte der Weltmeister auch Hamilton und übernahm die Führung. Der Ferrari-Fahrer verlor daraufhin in Turn 1 die zweite Position an Antonelli. Zeitgleich fiel ESTEBAN OCON mit einem Defekt aus. Die Rennleitung reagierte mit dem VSC. Hamilton, Leclerc und Piastri stoppten noch einmal für weiche Reifen, in Runde 57 nutzte auch Mercedes die Neutralisierung und verpasste Antonelli Softs.
George Russell muss Kimi Antonelli auf Mercedes-Anweisung ziehen lassen
Die Schlussphase: Das VSC wurde in Runde 58 wieder aufgehoben. "Hätten wir das nicht auch machen sollen? Ich bin jetzt ein wenig besorgt", funkte Leader Norris an sein Team. Er führte sieben Sekunden vor Russell und zwölf vor Antonelli. Auf P4 lag Hamilton 14 Sekunden zurück, Leclerc dahinter 20. An der Spitze fuhr Norris völlig unbeeinträchtig weiter mit die schnellsten Zeiten im Feld, dahinter schloss Antonelli schnell zu Russell auf. In der 66. Runde ging der WM-Leader nach der Ankündigung vom Kommandostand vorbei. Russell hinterfragte diesen Platztausch jedoch: "Kämpft er denn um den Sieg? Will er Norris abfangen?"
Der Brite wurde daraufhin auch von Hamilton belagert und kritisierte seinen Kommandostand für die Teamorder. "Wir haben hier ein Doppelpodium verloren", so Russell am Funk. In Runde 69 kam der erste Angriff, der Mercedes blieb zunächst vorne. Eine Runde später rief die Rennleitung erneut das VSC auf den Plan. Wrackteile im Mittelsektor mussten von der Strecke geräumt werden. Kurz zuvor waren die beiden Williams-Teamkollegen außerdem in Kurve eins miteinander kollidiert. Damit blieb die Ferrari-Offensive auf Russell stecken.
In der vorletzten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. Nach 72 Runden gewann Lando Norris mit über elf Sekunden auf Kimi Antonelli ungefährdert. George Russell reichte die kurze Pause, um sich vor Lewis Hamilton und Charles Leclerc zu retten. Dahinter komplettierten Oscar Piastri, Liam Lawson, Nico Hülkenberg, Fernando Alonso und Pierre Gasly die Top-10.


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