Lammers verabschiedet Grand Prix: Von Zandvoort in die Welt

Ein bisschen auf die Tränendrüse müssen wir jetzt schon drücken. Im Media Center lag heute auf jedem Arbeitsplatz ein offener Brief aus der Feder des ehemaligen niederländischen Formel-1-Fahrers Jan Lammers. In diesem offenen Brief verabschiedet er sich vom Niederlande GP, für den er nicht nur der Botschafter war. Er war auch zu einem großen Teil dafür verantwortlich, Zandvoort wieder in die Formel 1 zu bringen. Der Brief bedankt sich vor allem bei den Fans, die das Event an der Nordseeküste so besonders gemacht haben. Wir wollen euch diese emotionale Ode an Zandvoort nicht vorenthalten:

Von Zandvoort in die Welt

Als Junge aus Zandvoort bin ich mit dem Klang von Rennwagen in meinem Hinterhof aufgewachsen. Ich bin hier selbst Rennen gefahren, habe erlebt, wie die Formel 1 kam und wieder verschwand. Und Jahrzehnte später hatte ich das Privileg, die Reise von ihrer historischen Rückkehr bis zu dieser letzten Runde aus nächster Nähe mitzuerleben.

Als wir begannen, daran zu arbeiten, die Formel 1 zurück nach Zandvoort zu bringen, hielten uns viele für verrückt. Ein Formel-1-Rennen in Zandvoort? In der heutigen Zeit? Auf dieser kleinen Rennstrecke zwischen den Dünen und der Nordsee?

Doch 2021 standen wir tatsächlich hier. Und ihr wart es auch. Hunderttausende Fans. Ein Meer aus Orange. Vom ersten Zug, der morgens eintraf, bis lange nachdem das letzte Auto die Ziellinie überquert hatte. Was hier entstand, wurde größer, als selbst wir es uns hätten vorstellen können. Zandvoort wurde mehr als nur ein Rennen.

Es wurde zu einem Bild, das um die Welt ging. Orangefarbene Tribünen. Die Dünen. Das Meer. Die gespannte Erwartung jedes Mal, wenn Max auf die Strecke ging. Vor allem aber: ein Publikum, das der Welt zeigte, wie kraftvoll die Liebe zum Motorsport sein kann.

Fahrer und Teams aus aller Welt sprachen über die Atmosphäre in Zandvoort. Nicht, weil wir ihnen gesagt hatten, dass sie etwas Besonderes sei, sondern weil sie es selbst spüren konnten. Ihr habt das möglich gemacht.

Nach sechs Ausgaben geht unser Großer Preis der Niederlande nun in seine letzte Runde. Das fühlt sich seltsam an. Denn wenn etwas so besonders geworden ist, möchte man daran festhalten. Doch vielleicht ist dies vor allem ein Moment, um sich bewusst zu machen, was hier entstanden ist.

Ein kleines Land hat eines der größten Sportereignisse der Welt an einen Ort zurückgebracht, von dem viele glaubten, dass dies dort nicht mehr möglich sei. Fast zwei Millionen Besucher später wissen wir es besser. Es war möglich.

Weil so viele Menschen daran geglaubt haben. Weil Tausende Menschen dafür gearbeitet haben, es möglich zu machen. Und weil ihr Jahr für Jahr zurückgekommen seid.

Nun geht der Dutch Grand Prix zu Ende. Doch das, was hier in den vergangenen sechs Jahren geschaffen wurde, wird nicht verschwinden, wenn die letzte Zielflagge fällt. Die Bilder werden bleiben. Die Geschichten werden bleiben.

Und irgendwo zwischen den Dünen und dem Meer werden der Klang dieser Formel-1-Autos und das Dröhnen all jener von euch, die gemeinsam mit uns dabei waren, noch lange nachhallen.

An alle, die nach Zandvoort gereist sind. An alle, die aus aller Welt zugeschaut haben. An die Formel 1, die Fahrer, Teams, Partner, Medien und alle, die Teil unserer Geschichte geworden sind: Danke, dass ihr diese Reise mit uns geteilt habt. Bewahrt die Erinnerungen. Und genießt unsere letzte Runde.

Im Namen des Formula 1 Heineken Dutch Grand Prix
Jan Lammers
Sporting Director, stolzer Zandvoorter und vor allem: Rennsportfan

Wetterbericht aus Zandvoort

Das wohl größte Thema des Wochenendes ist das Wetter. Schon die letzten Tage lauert der Regen immer wieder über der Strecke, kommt aber immer zu früh oder zu spät. Auch für das Rennen müssen wir die Regen-Enthusiasten enttäuschen: Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit trocken blieben. Die Prognosen sagen nur 14 Prozent Regenwahrscheinlichkeit vorher und in Zandvoort scheint derzeit die Sonne. Es geht zwar wie immer heftig der Wind, was an der Nordsee schnell Wolken daherbringen kann, aber wir wurden vom Wetter bis jetzt nur enttäuscht. Also wollen wir gar nicht mehr hoffen.

Verstappen in Zandvoort im Niemandsland

Sein letzter Heim-GP wird allem Anschein nach keine schöne Erinnerung für Max Verstappen sein. Zum ersten Mal startet er ein Rennen in Zandvoort außerhalb der Top-3. Weit außerhalb. Er kam nur auf Platz sieben. Schon das ganze Wochenende hat er Balance-Schwierigkeiten und einfach zu wenig Pace, um mit den anderen Top-Piloten mitzuhalten. Sein bisher erinnerungswürdigster Moment des Wochenendes war ein spitzer Funkspruch gegen seinen Lieblings-Rivalen George Russell:

Wer hat die besten Chancen in Zandvoort?

Die größte Frage vor jedem Rennen: Wer gewinnt? Auf dem Papier hat Lando Norris die besten Chancen dafür. Er konnte Mercedes im gestrigen Qualifying zum zweiten Mal in Folge übertrumpfen und holte sich die Pole. Die ist in Zandvoort richtig viel wert. Von 35 Niederlande GPs wurden 17 vom ersten Startplatz aus gewonnen. Doch eine Sache bereitet McLaren ziemliche Sorgenfalten: die fehlende Renn-Pace. Im Sprint konnten die Papaya-Piloten nicht mit den Ferraris und Mercedes mithalten. Doch der überholfeindliche Charakter des Circuit Zandvoort könnte Norris entgegenkommen. Wir haben im Favoritencheck einen genauen Blick auf die Situation geworfen:

Die wichtigsten Punkte vom Zandvoort-Samstag

So, genug getrauert. Kommen wir zum jetzigen Wochenende. An dem ist bereits einiges passiert. Als Abschiedsgeschenk hat die Formel 1 in Zandvoort einen Sprint veranstaltet. Der war... mäßig spannend, nett ausgedrückt. Also eigentlich gar nicht. Es gab zwei relevante Überholmanöver. Das Qualifying danach sorgte aber schon für mehr Gesprächsstoff. Christian hat den Samstag für euch im Video zusammengefasst:
Verstappen fast hinter Ersatzfahrer! Max: Fahrer macht kaum noch Unterschied! (09:32 Min.)

Warum fliegt Zandvoort aus dem Formel-1-Kalender?

Wir blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den heutigen Tag. Ein letztes Mal Dünenachterbahn. Ein letztes Mal Tarzanbocht, Hugenholtzbocht und Arie Luyendykbocht. Ein letztes Mal die volle Wucht der Orange Army. Seit Zandvoort 2021 nach 36 Jahren Pause in die Formel 1 zurückgekommen ist, hat sich der Heim-GP von Max Verstappen bei Fans und Fahrern großer Beliebtheit erfreut. Warum die Old-School-Strecke nächstes Jahr dennoch nicht mehr im Kalender steht, verrät euch MSM-Ressortleiter Christian. Sein Rückblick auf sechs Jahre Niederlande GP:

Ein letztes Mal: Hallo Zandvoort!

Hallo und herzlich Willkommen zum finalen Tag der Formel 1 in Zandvoort. Final nicht nur in dem Sinne, dass heute mit dem Grand Prix um 15 Uhr das Rennwochenende zu Ende ist. Final auch in dem Sinne, dass sich die Königsklasse nach dem heutigen Tag von Max Verstappens Heimat verabschiedet und in vorhersehbarer Zukunft keinen Niederlande GP mehr austragen wird. Aber darum wird heute kein Trübsal geblasen. Die Vorbereitung auf das Rennen sind bereits in vollem Gange und wir bringen euch hier alle Infos, die ihr vor dem Start wissen müsst. Zum Beispiel, wo ihr den Niederlande GP live im TV und Livestream verfolgen könnt: