Marco Wittmann (Schubert-BMW) hat das höchst unterhaltsame Sonntags-Rennen der DTM auf dem Nürburgring gewonnen! Vor 81.000 Zuschauern feierte der BMW-Werksfahrer sein zweites Eifel-Podest nach Platz drei am Samstag und errang seinen ersten DTM-Sieg seit 2024. Wittmann, der das zwölfte Saisonrennen von P6 aufgenommen hatte, profierte von einer starken Vorstellung und zahlreichen Strafen bzw. Fehlern seiner Konkurrenten.

Dahinter schnappte sich Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) den zweiten Platz und seinen ersten Podesterfolg im zweiten DTM-Jahr. Der 18-Jährige zeigte seine beste Leistung vom elften Startplatz und kämpfte sich nach tollen Duellen zunächst bis auf den siebten Platz nach vorne. Dank eines Undercut während der zweiten Pflichtboxenstopps machte Kalender weitere Plätze gut und kassierte Nicki Thiim für Platz drei. In der vorletzten Runde schnappte er sich dann auch noch Thomas Preining und übernahm die zweite Position. Für einen finalen Angriff auf Wittmann reichte die Zeit dann nicht mehr aus.

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Mercedes-Titelanwärter crashen sich aus dem Rennen

Ebenfalls wieder auf dem Podium: Thomas Preining, der beide Rennen auf dem Nürburgring in den Top-3 abschloss. Der Manthey-Porsche-Pilot behält den zweiten Platz in der Meisterschaft hinter Spitzenreiter Maro Engel (Winward-Mercedes, Ausfall), ist aber mit seinem vierten Podium in Folge bis auf einen Punkt herangerückt. Preining hatte das Heimrennen von Manthey, das durch zwei Safety-Car-Phasen unterbrochen wurde, vom achten Platz aufgenommen.

Gleich zwei Titelanwärter von Mercedes-AMG erlebten unterdessen ein Debakel: Maro Engel (Start von P5) traf kurz nach dem Start seinen Markenkollegen Lucas Auer (Start von P7) am Heck! Engel musste seinen Winward-Mercedes an der Box abstellen, auch für Auer war vorzeitig Feierabend. Der Österreicher rutschte dabei auch noch in den Schubert-BMW von Kelvin van der Linde. "Es sieht im ersten Moment so aus, als ob es mein Fehler war", räumte Engel während des laufenden Rennens bei ProSieben ein. Die Sportkommissare kündigten eine Untersuchung nach dem Rennende an.

Irre Fehler und Strafen in der Spitzengruppe

Wittmann hielt sich im zweiten Schubert-BMW hingegen schadlos über die 40 Runden und errang seinen 20. DTM-Sieg. Nach dem Start verbesserte er sich vom sechsten bis auf den vierten Platz. Von dort aus ging es immer weiter nach vorne: Zunächst klemmte beim Zweitplatzierten Ben Dörr ein Rad, womit er zuerst Nicki Thiim in der Boxengasse ausbremste und wenig später eine Safety-Car-Phase auslöste und. Wittmann war der lachende Dritte und schnappte sich Thiim bei der Boxenausfahrt. Dann klemmte bei Matteo Cairoli, zu diesem Zeitpunkt auf P3, ein Rad.

Und es ging munter weiter mit Patzern in der Spitzengruppe! Wittmann übernahm zwei Runden nach dem Safety-Car-Restart die Führung, weil Pole-Setter Jules Gounon eine Penalty-Lap wegen Speeding in der Boxengasse (54 statt erlaubten 50 km/h) kassierte und vom ersten bis auf den sechsten Rang zurückfiel.

Maini mit Reifen-Vorteil knapp am Podium vorbei

Im Rennen ging es von Anfang bis Ende drunter und drüber. Arjun Maini machte von P10 das Beste daraus mit seinem HRT-Ford und belegte den vierten Platz. Der Inder profitierte von komplett frischen Reifen, nachdem er am Samstag im Qualifying und Rennen kaum Runden gedreht hatte. Vorausgegangen war eine Strafe für Maini und Teamkollege Finn Wiebelhaus (Ausfall), weil das Team im Vorfeld gegen das Test-Reglement verstoßen hatte und beide Fahrer mit Durchfahrtstrafen belegt wurden.

Dahinter lief Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) auf dem fünften Platz ein. Der Ex-Champion war als Einzelkämpfer für GRT im Einsatz, weil Teamkollege Christian Engelhart den kompletten Sonntag nach seinem Crash mit Thierry Vermeulen am Vortag auslassen musste. Der Starnberger war für den verletzten GRT-Lamborghini-Stammfahrer Maximilian Paul eingesprungen. Immerhin eine gute Nachricht: Paul soll am kommenden Sonntag beim Test auf dem Sachsenring in den Temerario zurückkehren.

Auf den Plätzen sechs, sieben und acht: Luca Engstler (Abt-Lamborghini), Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) und Timo Glock (Dörr-McLaren). Marco Mapelli im zweiten Abt-Lambo und Bastian Buus (Land-Porsche) komplettierten die Top-10.

Das siebte und damit vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2026 steigt vom 11. bis 13. September auf dem Sachsenring. Zuvor wartet schon am kommenden Sonntag, 23. August ein offizieller Test auf der berühmten Motorrad-Strecke.

DTM Nürburgring: So lief das Rennen am Sonntag

Die Startaufstellung: Zum ersten Mal seit dem Saisonauftakt am Red Bull Ring stand an diesem Sonntag wieder ein Mercedes-AMG auf der Pole Position. Nach Maro Engel war es diesmal Jules Gounon, dem am Nürburgring die zweite Pole seiner DTM-Laufbahn gelang. Neben ihm in Startreihe eins: Ben Dörr. In Reihe zwei meldete sich Nick Thiim mit Platz vier zurück neben Samstags-Sieger Matteo Cairoli zurück. Championship-Leader Maro Engel ging von P5 ins Rennen, sein erst Verfolger in der Meisterschaft, Thomas Preining, von Position acht.

Nach der Ausfallorgie im ersten Lauf standen einigen Fahrern mehrere frische Reifensätze zur Verfügung. Kelvin van der Linde, Tom Kalender, Marco Mapelli, Mirko Bortolotti, Timo Glock und beide HRT-Ford hatten es am Samstag durch frühe Ausfälle nicht bis zum Boxenstopp-Fenster geschafft. Das Ford-Duo konnte sogar auf drei neue Reifensätze zurückgreifen, nachdem man sich am Vortag auch das Qualifying gespart hatte.

Engel crasht Auer! Mercedes-Drama am DTM-Sonntag auf dem Nürburgring

Der Start: Jules Gounon behauptete die Führung beim Umschalten auf Grün mühelos, dahinter schien Nicki Thiim in Kurve eins der große Verlierer des Starts zu sein. Der Däne verhungerte auf der Außenbahn und wurde bis auf Platz neun durchgereicht. Das dicke Ende kam allerdings wenige Meter später in Turn zwei, und zwar nicht für Thiim.

Maro Engel verschätzte sich im Kampf um Position vier und räumte Lucas Auer ab. Der 40-Jährige drehte seinen Markenkollege, der daraufhin in der Rückwärtsbewegung noch Kelvin van der Linde beim Ausweichmanöver aus dem Rennen nahm. Für beide war das Rennen an Ort und Stelle beendet. Engel kehrte mit einem Schaden vorne rechts an die Box zurück und musste seinen Mercedes-AMG GT3 in der Garage abstellen. Die Rennleitung reagierte mit dem Safety Car.

Harte Kämpfe im Mittelfeld bestimmten die Anfangsphase

Die erste Rennhälfte: In Runde vier wurde das Rennen wieder freigegeben, die Renndistanz war nach der Neutralisierung wie üblich auf 55 Minuten plus drei Runden verlängert worden. Gounon führte beim Restart vor Dörr, Cairoli, Wittmann, Thiim, Preining, Maini, Engstler, Kalender und Feller. Für Mirko Bortolotti gab es derweile eine Penalty-Lap für die falsche Position im Startkorridor.

Das erste Boxenstopp-Fenster nutzten in Runde sieben sogleich Engstler, Feller, Vermeulen und Buus für den ersten Reifenwechsel. Einen Umlauf später zogen Maini und Baert nach. An der Spitze verlief alles in geordneten Verhältnissen, im hinteren Feld lieferten sich Marco Mapelli, Finn Wiebelhaus, Timo Glock und Mirko Bortolotti einen harten Fight für P8. Mapelli hatte von den Grabenkämpfen aber bald die Schnauze voll und bog in Lap 9 in die Box ab. Eine Runde später waren auch Kalender, Wiebelhaus und Bortolotti drin.

In der elften Runde bog der einzig verbliebene BMW mit Marco Wittmann am Steuer zum ersten Pitstop ab. Der zweifache DTM-Champion sortierte sich danach als Siebter vor Maini wieder ein. Dahinter ging es wieder zur Sache, diesmal um P9. Engstler drückte sich in der Schikane an Kalender vorbei, der kürzte ab und blieb zunächst vorne. In Turn eins holte sich der Lamborghini-Pilot die Position, dabei ging allerdings Feller vorbei. Der Konter von Engstler gegen den Schweizer folgte umgehend in Kurve drei.

Boxenstopp-Drama zerstört Rennen von Dörr und Cairoli

Timo Glock bog in Runde 14 von Platz sechs zum Reifenwechsel ab. An der Spitze führte Gounon mit anderthalb Sekunden auf Dörr. Auf P3 und P4 lagen Cairoli und Thiim drei bis vier Sekunden hinter dem Leader, Preining lag als Fünfter sechs Sekunden zurück. In der 15. Runde kamen Dörr und Thiim rein. Für den McLaren-Fahrer wurde der Boxenstopp zum Debakel. Erst dauerte es bei Dörr mit 8,9 gegenüber 6,7 Sekunden beim direkten Rivalen deutlich länger, dann löste sich beim Anbremsen auf Kurve eins das rechte Vorderrad. Für Dörr war das Rennen damit vorbei.

In der darauffolgenden Runde erlebte Cairoli den nächsten Horror-Boxenstopp. Der Italiener kam zum Ende des Pitstop-Fensters zusammen mit Gounon und Preining rein. Hinten links klemmte es beim Ferrari-Fahrer, die Standzeit war mit 24,8 Sekunden ein Desaster. Er griff als Zehnter wieder ins Geschehen ein. An der Spitze hatte Gounon die Führung derweil behauptet, dahinter verlor Preining jedoch P2 an Wittmann. Damit hatten alle Fahrer ihre Boxenstopps absolviert und die Rennleitung schickte für die Bergung von Dörrs McLaren erneut das Safety Car auf die Strecke.

Stafe für Jules Gounon zerstört Chance auf ersten DTM-Sieg

Der weitere Rennverlauf: In Runde 21 erfolgte der zweite Restart, jedoch nicht ohne eine Hiobsbotschaft für Jules Gounon. Der gebürtige Franzose kassierte eine Penalty-Lap für Pitlane-Speeding. Er war beim Boxenstopp mit 54 statt 50 km/h durch die Boxengasse gefahren. Gegen Wittmann lief zugleich eine Untersuchung für ein mögliches Überholmanöver unter Gelb gegen Preining, der BMW-Fahrer wurde jedoch freigesprochen.

Gounon leistete in Runde 22 seine Strafe ab und fiel dadurch auf die sechste Position vor Kalender zurück. Wittmann übernahm damit die Führung vor Preining, Thiim, Maini und Engstler. Für Gounon ging es in der Folge noch weiter bergab. Tom Kalender setzte sich in einem erbitterten Zweikampf gegen den Markenkollegen durch, gleich dahinter ging es auch zwischen Bortolotti und Wiebelhaus zur Sache. Beide kämpften über mehrere Kurven, der Ford-Fahrer verteidigte sich mit harten Richtungswechseln und erlitt dabei einen Reifenschaden hinten rechts.

Mit 15 Minuten Restzeit auf der Uhr ging in Runde 25 das zweite Boxenstopp-Fenster auf. Wittmann hatte sich in Führung auf knapp drei Sekunden gegenüber Preining abgesetzt. Die Spitzengruppe blieb zunächst draußen, dahinter bogen Maini, Glock, Feller, Mapelli, Vermeulen, Buus und Baert zum Pitstop ab. In Runde 26 zogen Engstler und Gounon nach, Kalender in Lap 27. Mit Wittmann, Preining, Thiim, Bortolotti und Cairoli saßen in der 28. Runde die letzten fünf Fahrer ihren zweiten Reifenwechsel ab.

Mega-Showdown um den DTM-Sieg im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring

Die Schlussphase: Wittmann behauptete die Führung vor Preining und Thiim, dahinter war Bortolotti zunächst der große Gewinner der Boxenstopp-Phase. Der DTM-Champion von 2024 hatte bei seinem Overcut die schnellsten Rundenzeiten im Feld hingelegt und kam als Vierter aus der Box. Auf heißen Reifen gingen Kalender, Engstler und Maini jedoch wieder vorbei. Die Kampfgruppe fiel in Runde 30 über Nick Thiim her, der im letzten Stint mit stumpfen Waffen kämpfte und auf einer Runde drei Plätze verlor. Gleich darauf ging auch Bortolotti am Dänen vorbei und übernahm P6.

Davor legte sich Engstler mit Maini an. Den Zweikampf der beiden nutzte Bortolotti und holte sich den Markenkollegen für Platz fünf. An der Spitze setzte sich Kalender auf P3 von seinen Verfolgern ab und machte Druck auf das Führungsduo. Die Top-3 lagen innerhalb von einer Sekunde. In der 35. Runde ritt Kalender die erste Attacke gegen Preining, doch der DTM-Champion von 2023 verteidigte sich souverän. Wittmann lag weiterhin unmittelbar davor und konnte sich trotz des Kampfes hinter ihm nicht entscheidend absetzen.

Nach Ablauf der 55 Minuten standen drei weitere Runden auf dem Programm. In Runde 38 ging es zwischen Kalender und Preining wieder zur Sache und der AMG-Youngster ging in Turn drei vorbei. Wittmann lag eine Sekunde davor, in der letzten Runde hatte Kalender die Lücke auf frischeren Reifen jedoch geschlossen. Die Zeit reichte aber nicht mehr für eine Attacke. Wittmann blieb vorne und rettete seinen ersten DTM-Sieg seit zwei Jahren nach 39 Runden mit einer halben Sekunde über die Linie. Kalender und Preining komplettierten das Podium, Maini, Bortolotti, Engstler, Thiim, Glock, Mapelli und Buus die Top-10.