Die Formel 1 fährt am Wochenende in Malaysia – oder doch in Bahrain? Der diesjährige Bahrain GP findet nicht, wie der Name vermuten lässt, in Bahrain statt, sondern in Kuala Lumpur auf dem Sepang International Circuit. Zwischen beiden Ländern liegen rund 5.800 Kilometer.

Ursprünglich hätte der Bahrain-GP am 12. April als Double-Header mit dem Großen Preis von Saudi-Arabien stattfinden sollen. Beide Rennen konnten wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran allerdings nicht ausgetragen werden. Verschärft wurde die Gefahr durch einen iranischen Angriff auf Treibstoffanlagen in Bahrain. Die Formel 1 sagte die Rennen am 14. März ab. Die Lage hat sich allerdings noch immer nicht beruhigt, weshalb weiterhin nicht in Bahrain gefahren werden kann.

Wieso findet der Bahrain-GP in Malaysia statt?

Die Veranstalter des Bahrain-GP waren allerdings offen dafür, den Grand Prix auch in anderen Ländern stattfinden zu lassen. Dazu kamen die seit 1974 bestehenden engen diplomatischen Beziehungen zwischen Bahrain und Malaysia sowie der Sepang International Circuit.

Es handelt sich um eine permanente Rennstrecke, auf der die Formel 1 2017 zum letzten Mal fuhr. Vor dem Aus stellte Malaysia 18 Jahre lang, von 1999 bis 2017, einen Grand Prix. Der Sepang International Circuit gilt seit seiner Einführung als eines der Highlights von Streckenarchitekt Hermann Tilke – sowohl für die Fahrer als auch für die Fans. Die Bedingungen waren also gegeben: Daher gab die Formel 1 am 26. Juli 2026 die Rückkehr nach Malaysia bekannt.

Bahrain selbst investiert schon lange in die Formel 1. Das erste Rennen dort fand bereits 2004 statt. Das Land will daher unbedingt einen Formel-1-Grand-Prix ausrichten. Doch auch die Formel 1 hat ein Interesse daran, das Rennen stattfinden zu lassen, wo auch immer.

Deswegen braucht die Formel 1 den Bahrain-GP

Zum einen möchte die Königsklasse nicht auf Antrittsgebühren verzichten. Diese tragen Bahrain und Malaysia für das Rennen nun gemeinsam. Zum anderen darf der Kalender nicht zu stark schrumpfen. Bei weniger als 22 Rennen entfallen gewisse Zahlungen von TV-Stationen sowie Seriensponsoren.

Bei weniger als 21 Rennen würden diese Einbußen deutlich stärker ausfallen. Und die Formel 1 steht unter Druck: Auch die Rennen in Katar und Abu Dhabi stehen wegen der politischen Lage im Nahen Osten auf der Kippe. Ein Rennen mehr könnte der Königsklasse wichtige Gelder sichern.

Logistisch ergibt das Rennen zudem Sinn. Für die Formel 1 entsteht nämlich ein Triple-Header, der in Baku begann, nun nach Malaysia führt und in Singapur endet. Zwischen Malaysia und Singapur liegen nur etwas mehr als 300 Kilometer Luftlinie. So müssen die Teams keinen großen Umweg machen.

Wieso heißt der Bahrain-GP noch immer Bahrain-GP?

Laut den Veranstaltern des Bahrain-GP soll das Rennen in diesem Jahr aber nicht nur dem Namen nach Bahrain-GP heißen. 561 Marshals und Offizielle der Bahrain Motor Federation (BMF) sollen in Kooperation mit der Strecke in Sepang vor Ort sein und mithelfen. Zum Rennstart organisiert Gulf Air, wie schon traditionell in Bahrain, einen Überflug über die Strecke.

Dazu soll eine Reihe von Aktivitäten angeboten werden, die internationalen Besuchern in Kuala Lumpur die Kultur Bahrains vermitteln. Das soll in einer speziellen Fan-Zone, dem „Bahrain Village“, stattfinden. Der bahrainische Kronprinz und Premierminister Salman bin Hamad Al Khalifa betonte dies bereits bei der Bekanntgabe: "Das wird ein wunderbares Erlebnis für Fans und spiegelt Bahrains anhaltendes Engagement und seine Leidenschaft für den Sport wider."

McLaren-Champagner-Party auf dem Podium mit Sieger Oscar Piastri und Lando Norris
In Bahrain gibt es für die Piloten traditionell nur Rosenwasser auf dem Podium, Foto: McLaren

Auch nach dem Rennen bleibt der Einfluss des Golfstaats spürbar. Auf dem Podium sollen den Fahrern und dem Teamrepräsentanten letztlich auch die originalen Trophäen aus Bahrain übergeben werden. Diese haben einen speziellen Zusatz: eine Gravierung, die den Bahrain-GP in Malaysia ausweist. Dazu gibt es für die Piloten wie in Bahrain auf dem Podium keinen Champagner, sondern Rosenwasser.

Ferraris Chancen auf die WM schwinden immer weiter. Ist Teamchef Vasseur wirklich noch gesetzt? Darüber sprechen wir mit Christian Danner im folgenden Video. Jetzt anschauen!

Ferrari-Dilemma: Ist Vasseur zu schwach für Maranello? (32:06 Min.)