Der Bahrain GP findet in der Formel-1-Saison 2026 doch noch statt - aber in Malaysia. Zwischen den Rennen in Aserbaidschan und Singapur gastiert die Formel 1 am 4. Oktober auf dem Sepang International Circuit nahe der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Das Rennen wird allerdings offiziell als Bahrain GP ausgetragen.

Das Rennen in dem Inselstaat kann aufgrund des Nahostkrieges weiterhin nicht stattfinden. Eigentlich hätte die Königsklasse schon im April in der Wüste von Sakhir ein Rennen austragen sollen. Wie auch der Saudi-Arabien GP, der eine Woche später hätte stattfinden sollen, wurde Bahrain offiziell nur verschoben, nicht abgesagt.

Die Formel 1 hatte bis zuletzt gehofft, die Rennen im Nahen Osten nachholen zu können. Für den Kommerziellen Rechteinhaber sind die Rennen in der Golf-Region besonders lukrativ, weil hohe Antrittsgebühren bezahlt werden. Deshalb kommt es jetzt zur bizarren Situation, dass der Bahrain GP in Malaysia ausgetragen wird.

Weil die Formel 1 nicht auf Rennen und Antrittsgebühren verzichten will, sah man sich nach Alternativen um. Allerdings ist es aus logistischen Gründen schwierig, noch Stationen in den dichten Rennkalender zu packen.

Zwischen Sepang und dem nächste Austragungsort Singapur liegen lediglich etwas mehr als 300 Kilometer. Allerdings ist die Regierung in Kuala Lumpur nicht gewillt, eine ähnlich stattliche Antrittsgebühr wie Bahrain zu bezahlen. Bahrain hingegen ist bereit, Geld lediglich für die Namensrechte auf den Tisch zu legen.

Für die Formel 1 bedeutet das einerseits eine stattliche Antrittsgebühr und andererseits ein wichtiges Rennen mehr. Denn auch die beiden letzten Rennen der Saison 2026 sollen eigentlich im Nahen Osten stattfinden. Ob Ende November und Anfang Dezember aber in Katar und Abu Dhabi gefahren werden kann, ist fraglich.

Deshalb muss die Formel 1 zusehen, dass der Kalender nicht zu sehr schrumpft. Denn dann entfallen nicht nur Antrittsgebühren, sondern auch Zahlungen von TV-Stationen und Seriensponsoren. Ab 22 Grands Prix gibt es wohl das gesamte Geld ohne Abschlag. Sollte die Zahl unter 21 fallen, werden die Einbußen deutlich.

Aber auch für das Saisonfinale sind Alternativen zu Katar und Abu Dhabi denkbar. Portugal könnte mit Portimao vorzeitig zurück in den Kalender kommen, die Türkei mit Istanbul. Auch ein Double-Header in Las Vegas oder ein Ersatz in Imola gelten als nicht ganz ausgeschlossen. Aktuell befinden sich aber nach wie vor Katar und Abu Dhabi im Kalender, denn in der Malaysia-Pressemitteilung ist die Rede davon, dass der restliche Rennkalender unverändert bleibt.

Aber nicht nur aus kommerzieller Sicht ist das Malaysia-Comeback eine gute Nachricht. Der Sepang International Circuit gilt als Meisterwerk des deutschen Streckenarchitekten Hermann Tilke. Die flüssigen Kurvenkombinationen sind bei den Fahrern äußerst beliebt. Von 1999 bis 2017 gastierte die Formel 1 insgesamt 19 Mal in Malaysia.

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Bahrain-GP in Malaysia: Das sagen die Beteiligten

F1-Chef Stefano Domenicali freute sich über die Bekanntgabe des Grands Prix mit folgenden Worten: "Wieder einmal hat der Sport seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt, sich anzupassen, Lösungen zu finden, und zu liefern, um einen aufregenden Moment für alle zu erschaffen, die die Formel 1 verfolgen." Er dankte in der offiziellen Pressemitteilung auch den Vertretern der beiden asiatischen Staaten und dem FIA-Präsidenten Mohammed Ben Sulayem. "Das ist eine fantastische News für alle unsere Fans. Sie werden weiterhin einen vollen und aufregenden Formel-1-Kalender genießen können, während der Sport an einen großartigen Austragungsort zurückkehrt."

Der bahrainische Kronprinz und Premierminister Prince Salman bin Hamad al Khalifa zeigte sich überzeugt: "Das wird ein wunderbares Erlebnis für Fans auf der ganzen Welt sein und spiegelt Bahrains anhaltendes Engagement und seine Leidenschaft für den Sport wider."

"Angesichts der anhaltenden regionalen Herausforderungen ist Bahrain stolz darauf, als Stütze der Stabilität für die Formel 1 zu fungieren, und wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um ein erfolgreiches und unvergessliches Rennen für alle Beteiligten zu gewährleisten", so der Vertreter des Königsreichs weiter.

Malaysias Premierminister Dato’ Seri Anwar Ibrahim sagte: "Malaysia ist bereit, die Formel 1, die FIA, die Teams und die Fans aus aller Welt wieder in Sepang willkommen zu heißen. Wir freuen uns darauf, unsere erstklassige Infrastruktur, unsere operative Exzellenz und unsere herzliche Gastfreundschaft zu präsentieren und durch dieses besondere Ereignis die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern weiter zu stärken."