Lando Norris hat beim Formel-1-Rennen in Ungarn die Durststrecke von McLaren mit einem Sieg beendet. Der Weltmeister gewann das elfte Saisonrennen auf dem Hungaroring am Ende souverän vor Max Verstappen. Oscar Piastri hatte lange in Führung gelegen, bis Carlos Sainz ihm beim Überrunden in die Parade fuhr. Nach einem Getriebeschaden musste der Australier wenig später auch noch abstellen. Für Norris ist es der zwölfte Sieg in der F1. Das Podium komplettierte Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Ungarn gibt es im Live-Ticker
Lando Norris war von der Pole Position ins Rennen über 70 Runden gestartet, hatte die Führung jedoch in Kurve zwei nach einem Fehler an Oscar Piastri verloren. Im weiteren Rennverlauf leistete das McLaren-Duo die Führungsarbeit, jedoch nicht ohne Teamorder-Theater. Norris fühlte sich schneller als Piastri und forderte zeitweise Priorität bei der Strategie, doch sein Kommandostand lehnte ab und stoppte Piastri stets zuerst.
Für den späteren Rennsieger erledigte sich die Sache in Runde 40. Kurz bevor Norris zu seinem zweiten Pitstop kam, lief Piastri beim Überrunden auf Stroll und Sainz auf. Der Spanier übersah den McLaren und drängte ihn ab. Der Zeitverlust sorgte dafür, dass Norris die Führung übernahm. Für Piastri kam es später noch dicker: In Runde 55 fiel er mit einem Getriebedefekt aus. Nach 70 Runden gewann Norris mit einem komfortablen Vorsprung von 15 Sekunden auf Max Verstappen.
Der Kampf um Platz drei wurde um seinen Showdown zwischen Kimi Antonelli und Lewis Hamilton beraubt. Das Duo war nach der durch Piastris Ausfall ausgelösten VSC-Phase zunächst im direkten Duell gewesen. Der WM-Leader holte Platz drei außer Konkurrenz. Hamilton verlor durch seine Strafe P4 an Charles Leclerc.
Isack Hadjar und George Russell belegten die Plätze sechs und sieben. Der Brite hatte nach Technik-Ärger am Start abermals einen gebrauchten Sonntag. Die Top-10 komplettierten Liam Lawson, Nico Hülkenberg und Arvid Linblad. Für den Audi-Fahrer war es das erste Punkteresultat in der laufenden Saison.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Ungarn
- Erster Saisonsieg für Lando Norris und McLaren
- Überrundeter Carlos Sainz versaut Oscar Piastri die Führung
- Kimi Antonelli fährt aus dem Hinterhalt aufs Podium
- Nico Hülkenberg holt erste Punkte in 2026
- Strafe für Lewis Hamilton vereitelt Podestchance
- Ferrari mit aggressiver Strategie ohne Erfolg
- Lando Norris fordert vergeblich McLaren-Teamorder
- George Russell scheitert wieder an Technik
- Fehlerhafte Light-Panels sorgen für Verwirrung um blaue Flaggen
Formel 1, WM-Stand 2026: Kimi Antonelli geht mit fettem Vorsprung in die Sommerpause
Der WM-Stand: Der Ungarn GP bedeutet Saisonhalbzeit und Sommerpause in der Formel 1. Nach sechs Siegen aus elf Rennen ist Kimi Antonelli der Mann der Stunde und der weltmeisterliche Turnaround in Budapest verschafft ihm ein komfortables Punktepolster. Mit 219 Punkten hat er einen Vorsprung von 50 Zählern auf Lewis Hamilton. George Russell ist weiterhin Dritter. Mit seinem ersten Sieg seit Interlagos 2025 hat sich Lando Norris auf zehn Punkte an Charles Leclerc herangearbeitet und ist jetzt Fünfter, vor Max Verstappen.
In der Konstrukteursweltmeisterschaft führt Mercedes mit 370 Punkten, Ferrari ist auf P2 aber durchaus noch in erweiterter Schlagdistanz. In Ungarn holten Red Bull und McLaren mit 26 respektive 25 Punkten die größte Ausbeute. Im Mittelfeld haben sich die Racing Bulls heute auf Platz fünf leicht von Alpine abgesetzt. Für die Franzosen war es dieses Jahr erst die zweite Nullnummer. Audi ist mit dem Punkteresultat von Hülkenberg an Williams vorbeigegangen und liegt jetzt auf P8.
Formel 1 Gesamtwertung 2026: Punkte Fahrer und Teams
Das Wetter: Die Formel 1 wurde auf dem Hungaroring vor den Toren Budapests auch am Sonntag von bestem Sommerwetter empfangen. Mit einer Außentemperatur von 31 Grad Celsius herrschten zum Rennstart um 15:00 Uhr MESZ die heißesten Bedigungen des gesamten Wochenendes. Der Asphalt wurde in der prallen Sonne auf 53 Grad Celsius aufgeheizt. Mit 26 Prozent herrschte wieder eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit, die Fahrer hatten aus östlicher Richtung wieder mit Windgeschwindigkeiten von rund 3 m/s zu kämpfen.
Formel-1-Martyrium von George Russell findet beim Start in Ungarn seine Fortsetzung
Die Startphase: Der Großteil der 22 Fahrer setzte für den Start auf den Medium-Reifen (C4) von Pirelli. An der Spitze entschied sich nur Ferrari mit beiden Autos auf Soft (C5) für eine aggressive Strategie. Im hinteren Mittelfeld fuhren auch Bortoleto, Alonso, Sainz und Stroll den weichen Compound. Alle anderen hatten Medium aufgezogen. Nach einem Setup-Wechsel und dem damit einhergehenden Bruch der Parc-Ferme-Bestimmungen startete Sergio Perez als einziger Teilnehmer aus der Boxengasse.
Von der Pole Position behauptete Lando Norris die Führung auf den ersten Metern, doch in Kurve zwei ging er beim Verteidigen gegen Oscar Piastri weit und verlor Platz eins an den Teamkollegen. Dahinter folgten Max Verstappen und Lewis Hamilton. Von Startplatz zwei konnte Charles Leclerc den Vorteil des Soft-Reifens nicht nutzen und fiel auf P5 zurück. Dahinter folgten Kimi Antonelli, Isack Hadjar, Liam Lawson, Arvid Lindblad und Nico Hülkenberg. Für George Russell setzt sich das Technik-Martyrium auch in Ungarn fort. Sein Mercedes ging beim Start in den Anti-Stall und er fiel auf 21 zurück.
Max Verstappen verflucht wie immer seinen Red Bull
Der frühe Rennverlauf: An der Spitze leisteten die McLaren-Teamkollegen in der Anfangsphase mit Respektabstand die Führungsarbeit. Im Verfolgerfeld musste Max Verstappen bereits in der dritten Runde hart gegen Hamilton verteidigen. Der konnte die Pace von Piastri und Norris nicht mitgehen. In Runde sechs meldete er im Funk, dass die Dämpfer versagen und das Auto erledigt ist. Zu diesem Zeitpunkt lag er zwei Sekunden hinter Norris.
Im Mittelfeld arbeitete sich Russell nach seinem Horror-Start sukzessive nach vorne. Nach zehn Runden hatte er sich wieder bis auf 12 durchgebissen. An der Spitze kam bei Norris langsam Frust auf. Er fuhr knapp über eine Sekunde hinter Piastri, klagt am Teamradio jedoch, dass er nur wegen der Dirty-Air so weit abreißen lassen muss und eigentlich schneller könnte. Weitere Beschwerden gab es auch bei Red Bull. Verstappen klagte in Runde 12 einmal mehr über das Getriebe, außerdem bauten seine Hinterreifen stark ab. Der Gap gegenüber Norris war auch über drei Sekunden angewachsen.
Alte Formel-1-Rivalität lebt auf: Max Verstappen legt sich mit Lewis Hamilton an
Die erste Boxenstopp-Phase: In Runde 14 hatte Ferrari genug gesehen und holte Hamilton für den Undercut gegen Verstappen rein. Er fiel durch den Switch auf Hard (C3) auf P9 zurück und kam genau hinter Arvid Lindblad wieder ins Rennen. Den Racing Bulls konnte er jedoch gleich auf seiner Out-Lap kassieren. Red Bull antwortete mit Verstappen sofort, doch es reichte nicht. Der Niederländer war am Boxenausgang fast auf gleicher Höhe mit Hamilton, musste sich aber hinter dem Gegner einsortieren.
In Runde 16 fuhr Valtteri Bottas der Strategie von Mclaren in die Parade. Die Bremsanlage seines Cadillac hatte vorne links wieder einmal Feuer gefangen und der Finne schlich in langsamer Fahrt in die Boxengasse, gerade als die Spitze im Anflug war. Oscar Piastri musste seinen Pitstop damit auf Lap 17 verschieben. Er kam gemeinsam mit Leclerc rein. Der McLaren-Fahrer griff nach dem Wechsel auf Hard als Vierter wieder ins Geschehen ein, Leclerc auf P8.
Verstappen holte sich derweil mit einem Blockpass in Turn 1 den fünften Platz von Hamilton zurück - und klagt im Funk danach noch über 'moving under braking'. In der 18. Runde stoppte auch Norris und holte Hard ab. Er lag danach auf P4 zwischen Piastri und Verstappen. An der Spitze führte jetzt Antonelli vor Hadjar. Der Franzose wurde in Runde 19 von Piastri und Norris kassiert, Teamkollege Verstappen winkte er danach zügig durch.
Isack Hadjar wurde auch danach gnadenlos durchgereicht und stoppte in Runde 20 für neue Reifen. In der 23. Runde leistete Kimi Antonelli seinen ersten Boxenstopp ab. Durch den Wechsel auf Hard fiel er auf P6 zurück, vor Teamkollege George Russell. Der Brite war immer noch auf seinem Medium-Startreifen unterwegs und lag fünf Sekunden dahinter.
McLaren verweigert maulendem Lando Norris die Teamorder
Der weitere Rennverlauf: Vorne hatte das McLaren-Duo nach der ersten Boxenstopp-Phase wieder das Kommando. Norris wurde hinter Piastri aber zunehmend ungeduldig. Von der Dirty-Air aus dem ersten Stint war nicht mehr viel zu sehen, denn plötzlich drückte er eine halbe Sekunde hinter dem Teamkollegen. In Schlagdistanz kam er jedoch nicht. Verstappen folgte vier Sekunden dahinter. Die Grabenkämpfe mit Hamilton hatten sich erledigt, der Ferrari lag drei Sekunden hinter ihm.
In der 28. Runde stoppte Russell für neue harte Reifen und griff als Neunter wieder ins Geschehen ein. Nur zwei Fahrer hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewechselt. Gabriel Bortoleto auf P8 und Fernando Alonso auf P14 fuhren auf 28 Runden alten Soft-Reifen. Der Audi-Fahrer kam in Lap 30 rein, Aston Martin ließ Alonso noch bis Runde 36 draußen. Hamilton leistete in Runde 31 seinen zweiten Pitstop ab und holte nochmal Hard. Er war auf der Strecke danach 15 Sekunden vor Russell, und klebte zugleich im Getriebe von Hadjar. Hinter Verstappens Teamkollege verlor er aber nicht allzu viel Zeit. In Runde 32 ging er auf Start-Ziel mit Overtake vorbei.
Max Verstappen war mittlerweile bis auf zweieinhalb Sekunden an Norris herangerückt. Der Weltmeister erkannte die Gefahr und forderte im Funk Priorität gegenüber Piastri, um die Track-Position nicht nur gegen Verstappen sondern auch gegen Hamilton zu behaupten. O-Ton: "Ich kann hier auch ohne Reifen einen 10-Sekunden-Vorsprung herausfahren!" Das Team lehnte ab , sehr zum Unverständnis von Norris. "Das heißt ihr lasst mich nicht? Ich bin um Längen schneller!" Doch McLaren distkuierte nicht und stoppte Piastri in Runde 34 zuerst. Der Australier sortierte sich auf P5 ein, nur zweieinhalb Sekunden vor Hamilton. Norris befand sich damit final im Fernduell mit dem Ferrari-Fahrer.
Unnötiger Carlos Sainz fährt Oscar Piastri in die Parade
Alles änderte sich in Runde 40. Oscar Piastri lief beim Überrunden in Kurve zwei auf Carlos Sainz und Lance Stroll auf. Die beiden Streithähne hatten die Augen nicht im Rückspiegel und der Williams-Fahrer nahm Piastri um ein Haar aus dem Rennen. Der Australier war im Funk maximal bedient: "Ist dieser Williams verdammt nochmal bescheuert oder was?! Mach dich weg du Idiot!", schimpfte er über Sainz. Auf das gute Zureden des Teams konnte er danach verzichten: "Sprecht mich jetzt bloß nicht an..." Carlos Sainz kassierte als Verantwortlicher für die Kollision eine 5-Sekunden-Zeitstrafe. Der große Profiteur dieser Situation war Norris. Er kam in Runde 40 zu seinem zweiten Boxenstopp und und lag danach über drei Sekunden vor Piastri!
In der 42. Runde kam Max Verstappen zu seinem zweiten Boxenstopp. Er holte nochmal Soft ab und lag danach acht Sekunden hinter Lewis Hamilton auf P5. Die Führung hatte Antonelli innen, der bisher nur einmal gestoppt hatte. Norris ließ seinen Worten in diesem Stint jedoch Taten folgen. Er enteilte Piastri auf über sieben Sekunden und war auch für Antonelli nicht zu halten. In Runde 46 übernahm der Brite die Führung und enteilte an der Spitze.
Oscar Piastris Sonntag wird von McLaren-Defekt beendet
Die Schlussphase: Antonelli kam in der 54. Runde von P2 zu seinem zweiten Boxenstopp rein. Er holte sich neue harte Reifen ab und war danach Sechster. Zwei Sekunden vor ihm lag Leclerc. Auf P3 und P4 hatten Hamilton und Verstappen knapp zehn Sekunden auf den WM-Leader. Russell stoppte in Runde 55 und fiel dadurch auf Platz acht zurück. Zeitgleich rollte Oscar Piastri in Turn 3 mit einem Getriebe-Defekt aus. Die Rennleitung reagierte mit dem Virtual Safety Car.
Norris, Hamilton und Leclerc nutzten die Neutralisierung für einen letzten Boxenstopp. Sie holten neue Soft-Reifen ab. Hamilton kam dabei knapp vor Antonelli aus der Box, missachtete am Pit-Exit aber die Regeln und gab die Position danach freiwillig wieder zurück, um eine Strafe zu verhindern. Zum Duell der beiden um den dritten Platz kam es aber sowieso nicht. Hamilton kassierte eine 5-Sekunden-Strafe für Pit-Lane-Speeding. Antonelli war auf frischeren Reifen derweil darauf fokussiert, den Gap zu Verstappen auf P2 zu schließen. Der Italiener wurde dabei jedoch wiederholt von Überrundungen blockiert, die mit sich selbst beschäftigt waren und wegen fehlerhafter Light-Panels keine blauen Flaggen angezeigt bekamen.
Bis zum Schluss hielt Lando Norris die Pace hoch. Das Team warnte ihn drei Runden vor Schluss, die Kerbs zu meiden. Sie hatten zu hartes Fahren als Ursache für Piastris Getriebeschaden in Verdacht. Für den amtierenden Champion war es am Ende eine ungefährdete Siegfahrt. Dahinter machten Verstappen und Antonelli das Podium komplett. Lewis Hamilton verlor durch seine Strafe den vierten Platz an Charles Leclerc.


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