Es ist einige Monate her, seit Sebastian Vettel das Fahrerlager in Brasilien besuchte. Damals wurde er zu einer potenziellen Rückkehr in die Formel 1 als Nachfolger von Dr. Helmut Marko befragt. Seine Antwort: "Frag Helmut! Wenn die richtige Herausforderung zur richtigen Zeit kommt, warum nicht?" Inzwischen hat sich die Situation bei Red Bull mächtig geändert. Nach dem WM-Verlust 2025 ging der Motorsport-Berater nach über 20 Jahren in Rente, einen Nachfolger gibt es bisher noch nicht. Stehen die Sterne jetzt gut für ein Vettel-Comeback?

F1 2026 – Bahrain-Bilanz: Tops und Flops der Testwoche (48:53 Min.)

"Wir haben in letzter Zeit gelernt, dass niemand Helmut beerben kann. Das ist auch gut so", äußerte sich der vierfache F1-Weltmeister am Montag in der ServusTV-Sendung 'Sport und Talk Spezial'. "Ich habe ein paar Mal ganz lose mit ihm darüber gesprochen. Er und das Team wussten, dass er eine ganz spezielle Rolle im Team innehatte, die anfangs gar nicht so geplant war und sich dann so ergeben hat."

Eine Rückkehr in die Formel 1 in Form einer Management-Position wollte Vettel nicht bestätigen, schloss die Möglichkeit aber auch nicht aus: "Es kommt darauf an, was die Rolle dann genau ist und ob es für mich passt. Wo ich sage, dass ich darauf Lust habe und es eine Herausforderung ist und es irgendwie kribbelt." Sollte der jüngste F1-Weltmeister der Geschichte in die Königsklasse zurückkommen, müsste dies aber nicht zwingend bei seinem Erfolgsteam sein.

Sebastian Vettel gewann 2010 seine und Red Bulls erste WM, Foto: Red Bull/GEPA
Sebastian Vettel gewann 2010 seine und Red Bulls erste WM, Foto: Red Bull/GEPA
Helmut Marko war der Entdecker von Vettel, Foto: Bridgestone
Helmut Marko war der Entdecker von Vettel, Foto: Bridgestone

"Natürlich habe ich eine große Verbundenheit zu Red Bull aufgrund meiner Vergangenheit, aber ich bin auch für andere Teams gefahren und habe nirgendwo Brücken abgebrannt. Ich komme nach wie vor mit allen gut aus", verriet der Deutsche. Nach vier Weltmeistertiteln hintereinander gefolgt von einer vernichtenden Saison wechselte Vettel 2015 zu Ferrari. Damit erfüllte er sich den Traum, beim gleichen Rennstall zu fahren wie sein Kindheitsheld Michael Schumacher. Anders als sein Idol schaffte er es nicht, den WM-Pokal zurück nach Maranello zu bringen. Nach zwei Jahren bei Aston Martin verließ Vettel 2022 die Formel 1.

Rückkehr ins F1-Cockpit? Vettel: Nein, aber Le Mans…

Eine Rückkehr in einer Management-Rolle ist also nicht ausgeschlossen, aber derzeit unwahrscheinlich. Wie sieht es mit einer Rückkehr hinter das Lenkrad eines Formel-1-Boliden aus? "Ich würde schon einmal einsteigen, um zu fahren, dafür wäre ich in dem Sinne auch noch fit genug. Aber für eine ganze Saison bin ich schon zu lange raus", vertröstete der 38-Jährige. Die Formel 1 ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. Schon lange tat Vettel sein Interesse an einer Teilnahme bei den legendären 24 Stunden von Le Mans öffentlich kund.

Der F1-Champion testete bereits Ende 2023 einen Porsche 963, zu einem Antritt beim prestigereichsten Rennen der Welt kam es aber noch nicht. Dafür suche er noch die "richtige Partnerschaft", meinte er im Juli 2025. Möglicherweise hat sich die jetzt gefunden, wie er nun bei ServusTV ausplauderte: "Ich bin in regelmäßigem Austausch mit Max [Verstappen, Anm. d. Red.] und wir haben schon vor ein paar Jahren gesprochen. Wenn es passt, dass wir zusammen einmal Le Mans fahren."

Die Paarung der beiden Red-Bull-Supertalente beim französischen 24-Stunden-Klassiker wäre eine Sensation – und bei der derzeitigen Gefühlslage Verstappens auch keine Unmöglichkeit. Der Niederländer verschaffte im Rahmen der Testfahrten in Bahrain seinem Unmut über die neuen Fahrzeuggeneration Gehör und sorgte für mächtig Aufruhr in der Formel-1-Welt. Er schloss ein mittelfristiges Karriere-Ende nicht aus und betonte seine Freude am Motorsport außerhalb der Königsklasse. Auch Sebastian Vettel äußerte sich zum neuen Reglement. Seine Meinung könnt ihr hier lesen.

Auch wenn Vettel derzeit keine Position bei Red Bull anstrebt, hat er reichlich Lob für sein altes Team, das in dieser Saison zum ersten Mal mit einem eigens entwickelten Motor antritt. "Das Team hat sich jetzt entschieden, eine neue Richtung einzuschlagen. Das ist auch gut so und muss auch so sein. Es ist jetzt spannend zu beobachten, wo die Reise hingeht, gerade dieses Jahr auch noch mit einem eigenen Antriebsstrang", so Vettel. Für einige Konkurrenten im Formel-1-Lager sind die Bullen die Favoriten für die Saison. Wie zum Beispiel George Russell, der vor dem "beängstigenden" Motor warnte. Details gibt es im Artikel: