Die ersten Testfahrten haben viele ungewöhnliche Eigenheiten der neuen Formel-1-Regeln sofort aufgezeigt, aber nichts davon ist wohl so auffällig wie die neue Start-Prozedur. Die hatte in den letzten Tagen einige Alarmmeldungen ausgelöst. Jetzt treten aber die Weltmeister auf und halten dagegen: Hier wird viel zu heiß gekocht.
McLaren-Teamchef Andrea Stella hatte am Ende der ersten von zwei Test-Wochen in Bahrain das Start-Problem nämlich sogar als gefährliche Sicherheits-Frage definiert: "Denn die Startaufstellung ist kein Ort, an dem man will, dass Autos langsam losfahren."
Die Angst geht darauf zurück, dass die neue Motor-Generation mit ihren 50:50-Hybrid-Motoren nicht mehr in der Lage ist, das Turboloch am Start zu füllen. Die Konsequenz ist, dass die Fahrer gut zehn Sekunden in der Startaufstellung stillstehen und mit dem Gaspedal den Turbo auf Touren bringen, ehe sie vernünftig losfahren können.
Wer das nicht schafft, riskiert in den Drehzahlkeller und dann ins Anti-Abwürg-System ("Anti-Stall") zu fallen, praktisch also dann fast stehen zu bleiben. Die Sicherheits-Sorgen sind da leicht logisch nachzuvollziehen.
Max Verstappen & Lewis Hamilton eint Start-Sicherheit
"Gefährlich ist es definitiv nicht", kontert Lewis Hamilton trotzdem. "Und ich denke, wir sollten diese Beschreibung da wegnehmen. Es ist einfach ein anderer Ablauf, ein längerer Ablauf als in der Vergangenheit."
"Du kannst immer noch ohne den Turbo losfahren", meint Hamilton. "Vielleicht ist die Anti-Stall-Sache etwas, wo manche Gefahrenpotenzial sehen. Aber ich denke nicht, dass es gefährlich ist." Dem Einwurf des in der Pressekonferenz am Mittwoch neben ihm sitzenden Max Verstappen - "Man kann immer aus der Box starten, wenn man sich unsicher fühlt" - stimmt Hamilton voll zu: "Ganz genau."
Cadillac-Pilot Valtteri Bottas - ein Fahrer, der dieses Jahr mit vielen Starts von weit hinten in der Startaufstellung rechnet - ergänzt nur einen kurzen Punkt: "Wenn du ganz hinten stehst, dann beginnt die Ampel schon anzugehen, wenn du deine Drehzahl erhöhst, und du hast nicht genug Zeit, um den Turbo auf Touren zu bekommen, ehe die Ampel ausgeht."
Die FIA ließ am Mittwoch nach einem Treffen der F1-Kommission wissen, dass man die Angelegenheit erst einmal beim zweiten Bahrain-Test weiter beobachtet werden wird. "Das ist natürlich nur ein Problem für die Fahrer hinten", weiß Bottas. "Aber ich denke, wir werden Lösungen finden, und sonst sehe ich kein Element der Gefahr dadurch, dass wir länger vorab die Drehzahl halten müssen. Sollte alles okay sein." Wie sehr die frühe Kritik an den diversen Punkten des neuen Reglements angebracht ist, hat auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur vor kurzem angezweifelt:



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