Beim ersten Wintertest der Formel 1-Saison 2026 schien sich alles nur um eine Sache zu drehen: Energiemanagement. Max Verstappen, Fernando Alonso und Lewis Hamilton hielten sich mit Kritik an der neuen Fahrzeuggeneration nicht zurück.
An den ersten drei Testtagen in Bahrain wurde lediglich die letzte Stunde übertragen, was jedoch ausreichte, um zu erkennen, wie wenig Leistung die Autos in den schnellen Kurven haben. Laut Fernando Alonso fuhr er in den schnellen Kurven 10 bis 12 auf dem Bahrain International Circuit rund 50 km/h langsamer als noch im Vorjahr. "Selbst unser Koch kann das Auto mit dieser Geschwindigkeit fahren", kritisierte der zweifache F1-Weltmeister.
Leclerc: Nicht die spaßigsten Autos
Auch Charles Leclerc räumte ein: "Es sind sicherlich nicht die spaßigsten Autos, die ich in meiner Karriere gefahren bin." Doch anders als seine Fahrerkollegen kann er dem neuen Reglement auch Positives abgewinnen. "Die Herausforderung ist, ein völlig neues System zu verstehen und das ist schon etwas, das ich sehr interessant finde. Es ist spannend, über den Tellerrand hinaus zu blicken und andere Wege zu finden, um die Leistung des Autos zu maximieren."
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Fred Vasseur will die kritischen Aussagen der Fahrer zum jetzigen Zeitpunkt nicht überbewerten. "Solche Kommentare gab es schon 2022, und die Zeit von 2022 bis 2025 wurde dann zur wahrscheinlich besten Zeit für die Formel 1", betonte der Ferrari-Teamchef. Angesichts der Tatsache, dass die Bestzeit von Kimi Antonelli am dritten Testtag in Bahrain rund vier Sekunden langsamer war als die Bestzeit von George Russell bei den Wintertests 2025, kann Vasseur die schlechte Stimmung bei manchem Fahrer verstehen.
"Ich verstehe das Gefühl der Fahrer: Wenn man in Bahrain ankommt und etwas langsamer ist als im Vorjahr, dann ist die erste Reaktion, etwas sehr Schnelles fahren zu wollen", erklärte Vasseur. Doch dieser Fokus würde sich mit dem ersten Rennwochenende schnell verschieben. Im Qualifying und Rennen ginge es dann nur noch um eines: schneller zu sein als der andere. "Das liegt in der DNA der Fahrer und in der DNA jedes Teams. Ich bin mir sicher, dass es dieses Mal nicht anders sein wird", so Vasseur.
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Beim Shakedown in Barcelona sowie beim ersten Test in Bahrain zeigte Ferrari eine solide Pace. Zudem schienen das Chassis und die Motoren aus Maranello immun gegen Defekte zu sein. "Wir verbringen unsere Nächte damit, zu verstehen, was wir tun, und zu verstehen, was die anderen tun – und daraus dann die beste Option zu finden", verriet Vasseur. Mit Blick auf die in Australien beginnende Saison warnt er allerdings davor, den Fokus 2026 allein auf das Energiemanagement der Autos zu richten. Trotz eines neuen Reglements würden die Basics weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
"Alle Parameter der Formel 1 und des Motorsports werden weiterhin die gleiche Bedeutung haben. Es wäre ein Fehler, die Grundlagen zu vergessen", ist Vasseur überzeugt. Er rechnet auch 2026 damit, zwischen Sprint-Qualifying und Qualifying Leistungsschwankungen bei den Autos allein auf Basis der Outlap zu sehen. "Im Vorjahr hatten wir Leistungsschwankungen von sechs oder sieben Zehnteln bei den Autos. Natürlich ist das Energiemanagement wichtig und entscheidend für die Rundenzeit. Aber wir dürfen uns nicht nur auf das Energiemanagement fokussieren."



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