Charles Leclerc setzte im Ferrari die Bestzeit bei den Testfahrten von Bahrain, Lewis Hamilton sorgte für die schnellste Runde in Barcelona. Auf dem Papier sieht also vor dem Start in die neue Formel-1-Saison alles danach aus, als seien die Italiener der große Favorit auf den Titel. Allerdings nur auf dem Papier, denn die meisten sehen in Mercedes nach wie vor den wahren Anwärter Nummer 1.
Dazu zählt auch Christian Danner. Der ehemalige F1-Fahrer erklärte im AvD Motorsport-Magazin, dass er nicht an die Renaissance der Scuderia glaubt. Dabei bezieht er sich auf - teils prominente - Quellen aus Italien, die ebenfalls ihre Zweifel angemeldet hätten.
Christian Danner spricht mit Günther Steiner: "Sehen Ferrari nicht als Titelkandidat"
"Ich habe mit vielen Leuten gesprochen und vor kurzem habe ich auch ein längeres Gespräch mit meinem lieben Freund Günther Steiner geführt", so Danner. "Günther und ich sind da einer Meinung. Wir sehen Ferrari nicht als Titelkandidat", erklärte er die Quintessenz dieser Konversation. Bei den Gründen gab er sich etwas unsicherer: "Aus welchen Gründen auch immer. Das wird wahrscheinlich wieder eine Summe an Sachen sein."
Eine naheliegende Erklärung für den Pessimismus bezüglich der Roten könnte Mercedes sein. Die Brackley-Truppe hinterließ mit der größten Laufleistung, dem Mangel an technischen Problemen und einer starken Rennsimulation in der ersten Testwoche einen überaus guten Eindruck und soll zudem mit dem oft debattierten Verdichtungsverhältnis-Trick auch motorenseitig mindestens bis August einen gewissen Startvorteil haben. An den finalen Tagen versteckte sich Mercedes ein bisschen, weshalb viele davon ausgehen, dass sie 'Sandbagging' betrieben - also bewusst Leistung zurückhielten.
Ferrari wunderbar enthusiastisch - aber mit nur einem Topfahrer?
Danner ließ ebenfalls durchklingen, dass für ihn George Russell der Favorit auf den Formel-1-Titel ist. Doch auch wenn er Ferrari nicht in der Pole Position sieht, bleibt doch noch ein bisschen Hoffnung, dass ihn die Mannschaft von Teamchef Fred Vasseur eines Besseren belehrt.
"Es ist wunderbar zu sehen, wie dieses Team immer wieder mit einer Freude und mit einem Enthusiasmus in die Saison geht und ich würde mir wirklich sehr wünschen, sie hätten auch mal das Auto dazu", sagte Danner. Fahrerseitig glaubt der gebürtige Münchner, dass Ferrari auf einer Garagenseite dafür gut aufgestellt ist. "Mit Leclerc haben sie auf jeden Fall den richtigen Fahrer", an Lewis Hamilton zweifelt der langjährige TV-Experte von RTL hingegen.
Danner zweifelt, aber: "Ein erfolgreicher Lewis Hamilton tut allen gut"
Zu tief sitzen die Erinnerungen an das schwache Abschneiden von Hamilton gegen Ende der letzten Saison wohl. Der inzwischen 41-Jährige wartet nach wie vor auf ein echtes Podium für die erfolgreichste Mannschaft der Formel-1-Geschichte, nachdem er im Vorjahr abgesehen von einem Sprintsieg keine nennenswerten Erfolge vorweisen konnte. 2026 zeigte sich der Brite bisher mit neuem Elan und betonte sein Vertrauen, dass ihm der Bolide liegt, da er mehr an der Entwicklung mitgewirkt habe. Mehr dazu hier:
Trotz dieser optimistischen Wortmeldungen meldet Danner Zweifel an. "Er behauptet von sich, er hätte das Auto klar beeinflusst und dass seine DNA jetzt in diesem Auto zu finden ist. Gut, wenn es so ist, aber ich kann es mir nicht vorstellen", so der Experte. Aber er hält es mit dieser Prognose genauso wie mit seiner Ferrari-Vorhersage: "Wenn dem so ist, dann freue ich mich wahnsinnig, denn ein erfolgreicher Lewis Hamilton tut allen gut. Ich bin da im Moment skeptisch, aber meine positiven Wünsche sind total da."



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