Ferrari hat bei der Vorbereitung auf die neue Saison 2026 der Formel 1 ein paar hervorragende Test-Wochen hinter sich. Das Auto ist schnell, das Team glänzte mit technischer Kreativität, und das alles hebt die Stimmung gehörig. Bei Lewis Hamilton fühlt sich das nach Aufbruchsstimmung an, nach dem schockierenden Ende der Debüt-Saison.

"Ich habe da natürlich einiges durchgemacht, aber ich habe das ganze Vorjahr hinter mir gelassen", versichert Hamilton am Rande der Bahrain-Testfahrten. "Ich habe über den Winter viel Zeit mit dem Wiederaufbau verbracht. Damit, neuen Fokus zu finden und meinen Körper und Geist in eine viel bessere Verfassung zu bringen."

Kuriosester F1-Techniktrick 2026: Ferrari-Heckflügel steht Kopf (16:07 Min.)

Das erste Jahr bei Ferrari hatte für Hamilton schließlich schockierend geendet. In den letzten fünf Rennen war sein bestes Ergebnis im Rennen ein achter Platz, und er beendete das Jahr mit vier Q1-Eliminationen in Serie. Da kam einiges zusammen, fahrerisch, persönlich, auch von Team und Auto her.

Neustart 2026: Der erste echte Hamilton-Ferrari

Auf den unweigerlich nötigen Neustart vertraut Hamilton aber absolut: "Generell fühle ich mich persönlich in der besten Situation seit langem, mit den Umstellungen, die ich in meinem Team vorgenommen habe." In seinem persönlichen Team trennte er sich etwa vom langjährigen Management-Partner Marc Hynes. Hynes hat mittlerweile bei Cadillac als Chief Racing Officer angedockt.

Auf Ferrari-Seite steht bereits fest, dass Hamilton 2026 einen neuen Renningenieur bekommt. Bei der Zusammenarbeit mit dem Team sieht Hamilton insgesamt riesiges Potenzial - denn es ist das erste Mal, dass er in die Entwicklung eines Ferrari eingebunden war: "Letztes Jahr waren wir letztendlich in einem Auto gefangen, welches ich geerbt habe."

Fahrerisch hatte sich Hamilton ein ums andere Mal über Dinge beschwert, die für ihn von Mercedes kommend bei Ferrari einfach nicht intuitiv waren. Sein Einfluss auf den neuen SF-26 soll das vorbeugen: "Das ist jetzt ein Auto, bei dem ich seit acht, zehn Monaten Teil der Entwicklung im Simulator war, also steckt ein Stück meiner DNA drin. Ich bin dem auf jeden Fall mehr verbunden, keine Frage."

Lewis Hamilton überzeugt von Ferrari: 100 Prozent Vertrauen

Für Hamilton steht außer Frage, dass dieses Projekt hierbei auf dem richtigen Weg ist: "Mein Glaube ans Team ist absolut der gleiche. Zu 100 Prozent vertraue ich ihnen, und dem, was sie können. Deshalb bin ich ins Team gekommen. Ich wusste, dass es kein so ein Ding über Nacht sein würde, wo wir sofort Erfolg haben würden."

"Deshalb habe ich langfristig unterschrieben", unterstreicht Hamilton. "Ich wusste, es ist meist eher ein Prozess." Hatte er Ferrari auf dem ersten Blick im Vorjahr noch sofort WM-Potenzial attestiert, so hatte er in den folgenden Monaten zahlreiche Probleme auf struktureller Natur geglaubt zu identifizieren. Die hatte er in regelmäßigen Berichten an die Team- und Konzern-Führung auch wiederholt dargelegt.

"Ich denke, wir haben vom letzten Jahr Unmengen als Team gelernt, und wir haben Änderungen vorgenommen", erklärt Hamilton. "Jeder ist scharf drauf, sich konstant zu verbessern. Deshalb denke ich, dass wir besser denn je zusammenarbeiten."

"Ich konnte den Hunger sehen, schon, als ich vor Weihnachten die Fabrik besucht habe, und dann, als wir dieses Jahr angefangen haben", meint Hamilton. "Bis jetzt ist es ein richtig positives Gefühl." Nach den Testfahrten hat sich Ferrari im mindesten als Mitfavorit positioniert. Aber reicht es für ganz vorn? Dieser Frage geht die Test-Analyse nach: