Die Formel 1 nähert sich dem Ende der ungeplanten April-Pause und erlebt damit eine Art zweiten Saisonstart. Denn die Teams hatten nun mitten in der Saison fünf Wochen Zeit, ihre Boliden zu entwickeln. Eine Gelegenheit, die sich normalerweise eigentlich nie bietet, denn die einzige längere Unterbrechung in Form der Sommerpause ist nicht nur kürzer, sondern wird auch von einem Shutdown begleitet. Also einem kompletten Entwicklungstopp in der Fabrik.

Die Pause im April kommt den meisten F1-Teams umso mehr gerade recht, da sie einerseits in dieser Zeit keine weiteren Punkte auf Klassenprimus Mercedes verlieren und andererseits von den Erfahrungen der ersten drei Rennen profitieren. Es wird damit gerechnet, dass das gesamte Feld im Mai groß angelegte Upgrades ans Auto schnallen wird.

Ferrari testet in Monza: Der SF-26 ist zur Hälfte neu

McLaren und Ferrari sind zwei Teams, die dem Neustart besonders heiß entgegenfiebern. Die Weltmeister-Truppe hatte bereits vor dem Saisonstart angekündigt, dass man für das Frühjahr ein großes Entwicklungspaket auf den Weg bringt, infolge der Absagen kommt dieses also nun zweistufig in Miami und Montreal. Ferrari kommunizierte dies nicht so, wird aber nun auch einen grunderneuerten SF-26 an den Start schicken.

Lewis Hamilton und Charles Leclerc testen heute ihr Formel-1-Auto im Rahmen eines Filmtages in Monza. Allein die Wahl der Strecke ist nicht zufällig - die Heimstrecke in Fiorano wäre im wahrsten Sinne des Wortes die näherliegende Option gewesen -, sondern zielt auf die direkten Schwachstellen ihres Paketes ab, denn bislang fehlen dem Ferrari aufgrund eines Power-Defizits etwas die Körner auf der Geraden, in den Kurven muss man sich kaum vor Mercedes verstecken.

Ferrari-Motor als WM-Killer? Kämpft McLaren noch um die WM? (14:02 Min.)

Laut Angaben der italienischen Tageszeitung 'Corriere della Sera' sollen mehr als die Hälfte der Teile am Ferrari neu sein. Mit wesentlichen Veränderungen am Unterboden und mit einem neuen Frontflügel. Die Frontpartie soll hingegen keine Veränderungen erfahren. Welche weiteren Details am Auto der Scuderia neu sind, werden wir wohl erst am Trainings-Freitag in Miami erfahren, sobald die FIA wie vor jedem Grand Prix ihre Liste mit den aerodynamisch relevanten Veränderungen aller Boliden veröffentlicht.

Unklar ist, wie es nach dem Saison-Neustart mit dem Heckflügel von Ferrari weitergeht. Bereits bei den Testfahrten und in China testete die Scuderia einen Mechanismus aus, bei welchem sich das obere Element beim Öffnen und Schließen um 180 Grad dreht. Eigentlich war der Einsatz des 'Macarena'-Heckflügels, wie ihn viele tauften, wieder für Bahrain geplant. Beim Filmtag in Monza wurde eine Version davon offenbar wieder eingesetzt, wie Videoaufnahmen von Zaungästen, welche auf Social Media die Runde machten, beweisen sollen.

Update-Festival in Miami: Mercedes verzichtet

Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagte schon vor der Pause: "Ab Miami beginnt eine neue Weltmeisterschaft." Das gilt in Bezug auf das Auto der Roten, auf den McLaren und wohl auch in Bezug auf das Großteil des restlichen Feldes. Mercedes schert allerdings aus.

Die Führenden der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft werden erst mit dem Kanada-GP in Montreal ein Update-Paket an die Strecke bringen, wie Teamchef Toto Wolff in dieser Woche mitteilte. "Ich denke, dass unsere Hauptbewerber große Update-Pakete bringen und bei uns kommt das ein Rennen später", so Wolff. Für alle angepasst in Miami dafür Energie-Management-Regeln. Was die Experten davon halten, gibt es hier: