Max Verstappen war mit seinen vier Formel-1-Weltmeisterschaften zweifellos der bekannteste Fahrer beim 24h-Rennen Nürburgring 2026. Geht es nach FIA-WM-Titeln, war der Niederländer aber nicht der erfolgreichste Vertreter im Fahrerlager - nicht mal ansatzweise! Diese Ehre gebührte stattdessen Sebastien Ogier, mit neun Rallye-Weltmeister-Titeln einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten.

Der 42-Jährige - der in Deutschland mancherorts besser bekannt ist als der Ehemann von TV-Moderatorin Andrea Kaiser - ließ es sich nicht nehmen, dem Rennen des Jahres in der Eifel selbst einen Besuch abzustatten. Ogier ist keiner, der das Rampenlicht sucht, gab in einem Interview während der 24h-Livestream-Übertragung aber spannende Einblicke in seine potenzielle Motorsport-Zukunft.

Technik-K.o. verhindert Verstappen-Sieg! Was ist passiert? (11:31 Min.)

Ogier über 24h Nürburgring: "Muss ich irgendwann probieren"

"Als Rallye-Fahrer ist die Nordschleife irgendwie zwischen Rallye fahren und Rundstrecke", spielte der deutschsprachige Franzose auf die Höhenunterschiede der Eifel-Rennstrecke mit ihren nicht vorhandenen Auslaufzonen an. "Ich schaue das gerne an und überlege: Irgendwann muss ich das auch probieren."

Ogier ist zwar seit mehr als 15 Jahren vorrangig im Rallyesport aktiv und gewann 2025 seinen neunten WRC-Titel, dennoch unternahm der Ausnahme-Rennfahrer immer wieder Ausflüge in andere Kategorien des Motorsports: 2022 startete Ogier erstmalig bei den 24 Stunden von Le Mans in der LMP2-Klasse an der Seite seiner Landsfrau Lilou Wadoux sowie Charles Milesi. Zuvor 2018 absolvierte er einen vielbeachteten Gaststart für Mercedes in der DTM auf dem Red Bull Ring.

Ogier-Lob: Max Verstappen ist ein unglaublicher Fahrer

Folgt als nächstes das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, das auch dank Verstappens Teilnahme (samt unschönem Ausgang) aktuell in aller Munde ist? Ogier zeigte Interesse, trat aber gleichzeitig auf die Euphoriebremse: "Jeder Fahrer hat im Kopf, hier zu fahren. Pläne sind aber noch nicht da. Aber ich muss schon sehen, was die Zukunft für mich bringt. Ich bin schon sehr lange bei der Rallye involviert. Das macht wahnsinnig Spaß und ich hatte viele Erfolge. Aber es ist schon interessant, hierherzukommen und zu sehen, was Max macht. Er ist ein unglaublicher Fahrer."

Ogier, der wie Verstappen von Red Bull unterstützt wird, stattete dem Formel-1-Star am Ring einen Besuch ab, Selfie inklusive. Wer tatsächlich um das Foto gebeten hat - der neunmalige Rallye-Weltmeister oder der 'nur' vierfache F1-Champion - ist nicht überliefert. "Was kommt als nächstes, Max? Vielleicht Rallye wie dein Vater?", schrieb Ogier auf Instagram. Antwort von Verstappen mit Grinse-Emoji: "Mit dir als Lehrer?"

"Hoffe, dass ich die Chance kriege, hier zu fahren"

Ogier: "Ich hoffe, dass ich irgendwann die Chance kriege, hier zu fahren." Das sollte bei einem Weltklasse-Fahrer wie Ogier das kleinste Problem sein... Die wohl größere Herausforderung: Er müsste zuerst die Permit erlangen, die zur Teilnahme am 24-Stunden-Rennen verpflichtend ist. Da aber schon Verstappen nicht gemeckert hat, auf einem kleinen Cup-Porsche den Nordschleifen-Führerschein zu machen, würde das Ogier sicherlich auch nicht abhalten.

Zeit wäre vermutlich da: Ogier fährt seit vier Jahren nicht mehr alle Rallyes im WRC-Kalender, sondern hat immer wieder einzelne Rennen ausgelassen. Dass er 2025 dennoch den WM-Titel gewann, obwohl er nur elf der 14 Saisonläufe bestritt, spricht für sich. Ogier war am Wochenende nicht der einzige Rallye-Star, der das 24h-Rennen Nürburgring besuchte: Auch Thierry Neuville schaute vorbei und freute sich, den Gesamtsieg seines guten Freundes und Mercedes-AMG-Piloten Maro Engel vor Ort zu erleben.

Maro Engel gewann das 24h-Rennen Nürburgring zum zweiten Mal nach 2016. Auf dem Weg zum diesjährigen Sieg herrschte zwischenzeitliche Konfusion - hier erfahrt ihr, was rund um das Mercedes-Lenkrad abging: